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34:33 und eine deutsche Party: Handball-Nationalmannschaft holt wichtige Punkte gegen Serbien

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Von: Björn Mahr

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Führte sich nach seiner Einwechselung gut ein: Der deutsche Kreisläufer Jannik Kohlbacher (links, hier vor dem Serben Ilija Abutovic).
Führte sich nach seiner Einwechselung gut ein: Der deutsche Kreisläufer Jannik Kohlbacher (links, hier vor dem Serben Ilija Abutovic). © Jan Woitas/dpa/

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat gegen Serbien mit einem 34:33-Erfolg wichtige Punkte geholt.

Kattowitz – Als sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft am Sonntagabend in der Arena Spodek in Kattowitz aufwärmte, dröhnte ein Klassiker der Musikgeschichte aus den Boxen: „Marmor, Stein und Eisen bricht...“ Zur Freude der vielen deutschen Fans, die ihr Team jubelnd in der Halle empfingen. Später stellten die Spieler die Liebe zu ihrem Anhang aber auf keine harte Probe. Im Gegenteil: Es war ein beherzter Auftritt gegen Serbien – und mit einem starken Kollektiv entschied das deutsche Team das Duell mit 34:33 (19:17) für sich. Damit hat es sich vor dem letzten Vorrunden-Gruppenspiel morgen ab 18 Uhr (ZDF) gegen Algerien eine tolle Ausgangsposition für die Hauptrunde geschaffen.

Für den Angriff der DHB-Auswahl in der Anfangsphase passten solche Begriffe wie clever und unausrechenbar. Praktisch mit jeder Aktion gelang es, die serbische Deckung vor Probleme zu stellen und Abschlüsse wie aus dem Lehrbuch zu kreieren. Der selbst treffsichere Melsunger Kai Häfner setzte Patrick Groetzki auf Rechtsaußen ein, Philipp Weber seinen Magdeburger Kollegen Lukas Mertens auf Linksaußen. Und wenn es einmal läuft, dann klappt es eben auch auf die ganz feine Art: Das Kempa-Anspiel von Mertens nutzte Christoph Steinert zum 13:10. (18.). Und wie Kapitän Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt den Ball zum 16:12 ins Tor beförderte, war ebenfalls künstlerisch hochwertig (24.).

Allerdings konnte sich auch die Offensivleistung der Serben sehen lassen. Der frühere Bundesliga-Profi Bogdan Radivojevic verströmte auf der rechten Seite viel Gefahr. „Wir müssen in der Abwehr noch resoluter zupacken“, erklärte Axel Kromer, der Sportvorstand des Deutschen Handballbundes (DHB) nach 30 Minuten. Andreas Wolff, der seine Wadenprobleme aus dem Auftaktspiel gegen Katar überwunden hatte, bekam zudem kaum eine Hand an den Ball. Etwas, das ihn jedoch mit seinem Gegenüber Vladimir Cupara verband. Der Abend der Torhüter war es erst einmal nicht. Beide Mannschaften wechselten im Verlauf der ersten Hälfte auf der Torwart-Position. Dass Serbien kurz vor der Pause durch Radivojevic auf 17:19 verkürzte, zeigte, wie umkämpft diese gestrige Begegnung war.

Nach dem Anwurf hätten die Serben auf 18:19 herankommen können. Den Kracher von Petar Djordjic parierte aber Joel Birlehm im deutschen Kasten glänzend. Und den anschließenden Vorstoß der Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason nutzte Golla auf Zuspiel von Häfner (20:17). An der klugen Spielführung änderte sich also auch im zweiten Abschnitt nichts. Dabei kamen die Qualitäten der beiden Kreisläufer Golla, der später zum Spieler des Spiels gekürt wurde, und Jannik Kohlbacher zur Geltung. Die Folge: In der 39. Minute lag Deutschland erstmals mit fünf Toren vorn (26:21).

Von einer Vorentscheidung konnte aber noch nicht die Rede sein. Der Kontrahent vom Balkan blieb mit seinem Strategen Lazar Kukic und seinem Siebenmeterspezialisten Nemanja Ilic in einem torreichen Duell weiterhin ein unbequemer Gegner.

Umso wichtiger aus deutscher Sicht: Es übernahmen nun auch andere Akteure Verantwortung – wie der Gummersbacher Rückraumschütze Julian Köster. Und Birlehm von den Rhein-Neckar Löwen wehrte etliche schwierige Würfe ab – er bewies nun, dass er nicht viel schlechter als Wolff ist.

Auf die Siegerstraße bogen die Deutschen mit dem Tor von Mertens zum 34:31 in der vorletzten Minute ein. Danach feierte der DHB-Anhang eine schwarz-rot-goldene Party. „Marmor, Stein und Eisen bricht“ spielte der Hallen-DJ aber nicht ab. Nun ertönte ein anderer Klassiker: „Oh, wie ist das schön.“ Morgen geht es weiter. (Björn Mahr)

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