Morgen gegen Estland, 18 Uhr

Handball-Nationalmannschaft in der EM-Quali unterwegs: Ein Ständchen und Cevapcici-Burger

Abwehrspezialist Finn Lemke, hier in der Deckung zusammen mit Johannes Golla (Nummer 4) und Julius Kühn (rechts).
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Mittendrin statt nur dabei: Abwehrspezialist Finn Lemke, hier in der Deckung zusammen mit Johannes Golla (Nummer 4) und Julius Kühn (rechts).

Die deutschen Handballer stehen vor dem letzten Auftritt in der EM-Qualifikation. Grund genug, um etwas genauer auf das bisherige Abschneiden der DHB-Auswahl zu schauen.

Kassel – Weil es erst nach Mitternacht war, als die Handballer der deutschen Nationalmannschaft im Hotel in Stuttgart eintrafen, gab es noch ein Ständchen. Für Abwehrspezialist Finn Lemke von der MT Melsungen, der am Freitag im Kreise seiner Auswahlkollegen seinen 29. Geburtstag feierte. Dazu gab es Cevapcici-Burger, wie Spielmacher Philipp Weber gestern während einer einer Pressekonferenz des Deutschen Handballbundes (DHB) verriet.

Die kulinarische Köstlichkeit vom Balkan passte zum vorangegangenen Erfolg: Etwas mühevoll, aber durchaus verdient hatte das Team 26:24 in Bosnien-Herzegowina gewonnen. Es war der fünfte Sieg im fünften EM-Qualifikationsspiel. Der sechste soll am Sonntag ab 18 Uhr (Sport 1) in Stuttgart gegen Estland folgen. Schon vor dem letzten, nahezu bedeutungslosen Auftritt in der Porsche-Arena blicken wir etwas genauer auf das deutsche Abschneiden in der Gruppe.

Die Bilanz: Als „eine sehr ordentliche Leistung“ bezeichnete Bundestrainer Alfred Gislason das bisherige Auftreten. Im Auftaktspiel Anfang November gegen Bosnien-Herzegowina, das zugleich auch die Premiere des Isländers als DHB-Coach war, lief es trotz eines Sieges zwar nicht rund. In den Duellen im Januar gegen Österreich, die zwei Kantersiege brachten, passte vieles im deutschen Spiel.

Das Fazit von Sportvorstand Axel Kromer sieht so aus: „Punktemäßig komplett erfolgreich, logistisch schwer.“ Womit er auch auf die strengen Richtlinien im Covid19-Hygienekonzept anspielte. Um die Risiken zu minimieren, musste sich das Team für jeden Lehrgang in eine Blase begeben. Dennoch traten nach den ersten beiden Begegnungen im November mehrere Coronafälle auf, die für einige Probleme im Bundesliga-Spielbetrieb gesorgt hatten. Nun hoffen alle Beteiligten, dass sich etwas Derartiges nicht wiederholt. Zumal der DHB-Tross durch den Ein-Tages-Trip nach Bugojno wenig Kontakte hatte.

Der Teamgeist: Wenn die kräftezehrende Reise am Donnerstag für etwas gut war – dann für den Zusammenhalt in der Mannschaft. „Wir hatten auf engstem Raum viel Zeit zusammen. Das war Teambuilding“, sagte Philipp Weber.

Das Traumtor: Es ist schon ein paar Tage her – aber als der DHB zuletzt auf die Spiele in dieser Woche in den Sozialen Netzwerken hinwies, da war es auch wieder zu sehen, das Tor von Tobias Reichmann im Januar auf Kempa-Zuspiel von Weber gegen Gastgeber Österreich. Gegen die Esten könnte es wieder so einen Treffer zu bestaunen geben. Denn Reichmann rückt zusammen mit seinem MT-Kollege Silvio Heinevetter, Jannik Kohlbacher, Sebastian Firnhaber und Fabian Böhm ins Team. Dafür werden Timo Kastening, Andreas Wolff, Patrick Wiencek, Steffen Weinhold und Johannes Golla geschont.

Das dicke Lob: Kann es sich Gislason angesichts eines auf 14 Spieler begrenzten Olympia-Kaders erlauben, einen Defensivspezialisten mit zu den Sommerspielen zu nehmen? Finn Lemke enttäuschte den Bundestrainer nicht. Genauso wie im November sorgte der 2,10-m-Hüne auch jetzt in Bosnien für Stabilität. „Finn ist einer der besten Abwehrspezialisten. Er hat gezeigt, wie wertvoll er ist“, erklärte Gislason gestern. Und den Cevapcici-Burger verdankt das Team in gewisser Weise auch Lemke. (Björn Mahr)

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