1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

Handball-Nationalmannschaft: Melsungens Kai Häfner ist jetzt einer der Ältesten im deutschen Team

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Noch in der Kennenlern-Phase: Kai Häfner (links) und Nationalmannschaftsneuling Djibril M’Bengue.
Noch in der Kennenlern-Phase: Kai Häfner (links) und Nationalmannschaftsneuling Djibril M’Bengue. © Sascha Klahn

Wenn Kai Häfner bislang an einem Lehrgang der deutschen Handball-Nationalmannschaft teilnahm, dann gehörte er nicht zu den ältesten Spielern im Team. Jetzt sind die Bitters, Gensheimers und Weinholds nicht mehr dabei – und der 32 Jahre alte Rückraumstratege ist zusammen mit dem gleichaltrigen Kieler Kreisläufer Patrick Wiencek so etwas wie der Oldie im Aufgebot.

Kassel - Wenn Kai Häfner bislang an einem Lehrgang der deutschen Handball-Nationalmannschaft teilnahm, dann gehörte er nicht zu den ältesten Spielern im Team. Jetzt sind die Bitters, Gensheimers und Weinholds nicht mehr dabei – und der 32 Jahre alte Rückraumstratege ist zusammen mit dem gleichaltrigen Kieler Kreisläufer Patrick Wiencek so etwas wie der Oldie im Aufgebot.

„32 ist nur eine Zahl. Wichtig ist, wie man sich fühlt“, sagt der Melsunger Bundesliga-Profi Häfner. Was er allerdings auch neun Tage vor dem EM-Auftakt in Bratislava gegen Belarus festgestellt hat: „Das Gesicht der Mannschaft hat sich verändert.“ Für die beiden Tests im November gegen Portugal war er nicht berücksichtigt worden – ebenso wenig wie für weitere Kurzlehrgänge im Herbst.

Dadurch teilt er sich die Arbeit im rechten Rückraum nun mit einem Spieler, der ihm bekannt und doch nicht bekannt ist. Der 29-jährige Djibril M’Bengue steht beim FC Porto unter Vertrag und gab erst vor zwei Monaten sein Debüt im Adlertrikot. Bei den Testspielen heute ab 16 Uhr (live in der ARD) in Mannheim gegen die Schweiz sowie am Sonntag ab 19.05 Uhr (Sport 1) in Wetzlar gegen Olympiasieger Frankreich laufen Häfner und M’Bengue erstmals gemeinsam auf.

Allerdings verbindet die beiden Linkshänder neben der Position noch ein nettes Detail: Beide spielten für Häfners Heimatklub TSV Schwäbisch Gmünd. „Richtig kennengelernt haben wir uns jetzt erst. Djibril ist ein guter Junge“, sagt der MT-Profi über den drei Jahre jüngeren M’Bengue.

Da Bundestrainer Alfred Gislason mit dem Erlanger Christof Steinert noch einen weiteren Halbrechten nominiert hat, könnte Häfner punktuell auch auf der Mitte-Position Philipp Weber und Lukas Stutzke entlasten. „Kai besitzt eine große spielerische Qualität. Wir werden vor der EM die eine oder andere Situation mit ihm noch ins Training aufnehmen “, erklärt Gislason.

Häfner ist für alles offen. „Der Job auf der Mitte kann immer eine Alternative sein. Ich werde mich da genauso reinhauen wie im rechten Rückraum“, betont der gebürtige Schwabe. Vielleicht ergibt sich schon in einem der anstehenden Testspiele eine Chance für ihn.

Die Aufgaben in Mannheim und Wetzlar haben es in sich. „Mit Frankreich erwartet uns ein ordentliches Brett“, erklärt Häfner vor dem Duell mit dem Olympiasieger. „Und die Schweiz“, ergänzt er, „ist immer ein unangenehmer Gegner.“

Nun liegt der Fokus bei der DHB-Auswahl jedoch auf der eigenen Leistung. „Wir müssen die Spiele nutzen, um die Abstimmung zu verbessern“, stellt Häfner klar. Kein Wunder, mit einigen Kollegen im Nationalteam hat er in seiner Karriere noch nie zusammengespielt. (Björn Mahr)

Kastenings Erinnerungen

Die Tests gegen die Schweiz und Frankreich rufen bei National-Rechtsaußen Timo Kastening von der MT Melsungen keine guten Erinnerungen wach. „Die Schweiz war mein erster Gegner, das war ein Kackspiel. Und bei den Olympischen Spielen in Tokio waren wir für den Franzosen ein Gegner auf Augenhöhe und haben eine schmerzhafte Niederlage erlitten“, sagt Kastening. Zwar sind Ergebnisse nun noch nicht entscheidend, der Linkshänder hofft aber dennoch auf gute Auftritte der Mannschaft: „Wir wollen uns weiter einspielen und uns ein gutes Gefühl holen.“ Bundestrainer Alfred Gislason dürfte das eine oder andere ausprobieren.

Auch interessant

Kommentare