1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

„Jugendliche Frische kann helfen“ - Handball-Nationalmannschaft startet am Freitag in die EM

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Der deutsche EM-Kader: (hinten von links) Bundestrainer Alfred Gislason, Co-Trainer Erik Wudtke, Patrick Wiencek, Sebastian Heymann, Johannes Golla, Julius Kühn, Julian Köster, Teammanager Oliver Roggisch, DHB-Vorstand Sport Axel Kromer, (Mitte) Torwarttrainer Mattias Andersson, Djibril M’Bengue, Kai Häfner, Christoph Steinert, Philipp Weber, Luca Witzke, Simon Ernst, Mannschaftsarzt Dr. Philip Lübke sowie (vorn) Physiotherapeut Peter Gräschus, Lukas Mertens, Marcel Schiller, Joel Birlehm, Andreas Wolff, Till Klimpke, Timo Kastening, Lukas Zerbe und Physiotherapeut Bernd Götzenberger. Es fehlt der verletzte Jannik Kohlbacher.
Der deutsche EM-Kader: (hinten von links) Bundestrainer Alfred Gislason, Co-Trainer Erik Wudtke, Patrick Wiencek, Sebastian Heymann, Johannes Golla, Julius Kühn, Julian Köster, Teammanager Oliver Roggisch, DHB-Vorstand Sport Axel Kromer, (Mitte) Torwarttrainer Mattias Andersson, Djibril M’Bengue, Kai Häfner, Christoph Steinert, Philipp Weber, Luca Witzke, Simon Ernst, Mannschaftsarzt Dr. Philip Lübke sowie (vorn) Physiotherapeut Peter Gräschus, Lukas Mertens, Marcel Schiller, Joel Birlehm, Andreas Wolff, Till Klimpke, Timo Kastening, Lukas Zerbe und Physiotherapeut Bernd Götzenberger. Es fehlt der verletzte Jannik Kohlbacher. © Sascha Klahn/dpa

Mit 17 Spielern reist die deutsche Handball-Nationalmannschaft heute zur Europameisterschaft in die Slowakei. Ein Vorbericht.

Kassel - Während der vergangenen Tage verging keine Pressekonferenz der deutschen Handball-Nationalmannschaft, bei der nicht die Frage nach der Zielsetzung für die anstehende EM gestellt wurde. Und egal, wer als Gesprächspartner bereit stand – es gab von den DHB-Verantworlichen immer die gleiche Antwort. „Wir wollen mit drei Siegen in die Hauptrunde, weil wir dann zwei Punkte aus der Vorrunde mitnehmen können“, wie es Axel Kromer, Sportvorstand im Deutschen Handballbund (DHB), gestern noch einmal wiederholte.

Mit einer Partie gegen die nicht zu unterschätzenden Belarussen startet das Team von Bundestrainer Alfred Gislason am Freitag ab 18 Uhr (ARD) ins Turnier. Die weiteren Gegner in der Gruppe sind Österreich (Sonntag, 18 Uhr, ARD) und Polen (Dienstag, 18 Uhr, ZDF). Die beiden erstplatzierten Mannschaften kommen in die Hauptrunde. Es werden nur die Punkte mitgenommen, die ein Team gegen den Gegner geholt hat, der ebenfalls den Sprung in die Hauptrunde geschafft hat.

Statt der ursprünglich geplanten 19 Akteure werden heute um 11.30 Uhr nur 17 Spieler im Flugzeug von Frankfurt nach Bratislava sitzen. Neben Kreisläufer Jannik Kohlbacher, der nach wie vor angeschlagen fehlt, ist auch Joel Birlehm nicht dabei. Der dritte Torwart ist vom Lehrgangsort Großwallstadt zunächst zurück zu seinem Klub nach Leipzig gereist. Dort soll sich der 24-Jährige, der in diesen Tagen zudem Vaterfreuden entgegenblickt, aber weiter fit halten. Da der DHB während der EM insgesamt 20 Spieler einsetzen darf, kann Birlehm jederzeit nachnominiert werden. Die Arbeit zwischen den Pfosten teilen sich nun vorerst Andreas Wolff und Till Klimpke – ein früherer und ein aktueller Wetzlarer Profi.

Für Klimpke ist es genauso wie für viele andere im Team das erste große Turnier in der Karriere. Mit Julian Köster vom VfL Gummersbach steht sogar ein Zweitliga-Akteur im Aufgebot. Nach den Rücktritten von Uwe Gensheimer, Steffen Weinhold und Johannes Bitter sowie den Absagen von Spielern wie Paul Drux und Fabian Wiede tritt Deutschland mit einer stark verjüngten Mannschaft an. Dazu hätte auch Spielmacher Juri Knorr von den Rhein-Neckar Löwen gut gepasst. Allerdings möchte er sich nicht impfen lassen. Und bei der EM gilt für alle Beteiligten die 2G-Regelung – nur Geimpfte und Genesene dürfen teilnehmen.

Damit lastet in der Spielführung viel Druck auf Philipp Weber. Der Magdeburger gehört zusammen mit Wolff, dem Kieler Patrick Wiencek sowie den Melsungern Kai Häfner und Julius Kühn zu den erfahrensten Akteuren. Neuer Kapitän im Team ist Johannes Golla. Der Kreisläufer, der bei der SG Flensburg-Handewitt schon zu einer festen Größe gereift ist, beerbte Gensheimer. Zumindest schon das eine oder andere Mal Turnier-Luft schnuppern durften die beiden Außen Timo Kastening und Marcel Schiller.

Einige junge Spieler deuteten bei den letzten Testspielsiegen gegen die Schweiz (30:26) und gegen Frankreich (35:34) ihr Können an. Köster agiert beispielsweise vorgezogen in einer 3:2:1-Abwehrformation, die Gislason als Alternative zum 6:0-System ins Repertoire genommen hat. Und Lukas Mertens tritt im Adlertrikot ebenso frech auf wie sonst beim Bundesliga-Spitzenreiter SC Magdeburg.

„Die Woche hat viel Spaß gemacht. Die jugendliche Frische kann der Mannschaft sicher helfen“, sagt Häfner. Auch der deutsche Co-Trainer Erik Wudtke hat ein gutes Gefühl: „Er herrscht eine große Vorfreude. Die erfahrenen Spieler lassen sich davon anstecken.“ Wie sehr die gute Stimmung das Team beflügelt, wird sich ab Freitag zeigen. (Björn Mahr)

Der deutsche Kader

Der 19-köpfige Kader: Tor: Andreas Wolff (30 Jahre, 118 Länderspiele, Kielce/POL), Till Klimpke (23, 9 LS, Wetzlar), Joel Birlehm (24, 4 LS, Leipzig)

Linksaußen: Marcel Schiller (30, 31 LS, Göppingen), Lukas Mertens (25, 4. LS, Magdeburg)

Rückraum links: Julius Kühn (28, 87 LS, Melsungen), Sebastian Heymann (23, 14 LS, Göppingen), Julian Köster (21, 4 LS, Gummersbach)

Rückraum Mitte: Philipp Weber (29, 55 LS, Magdeburg), Luca Witzke (22, 4 LS, Leipzig), Simon Ernst (27, 43 LS, Leipzig)

Rückraum rechts: Kai Häfner (32, 114 LS, Melsungen), Djibril M’Bengue (29, 4 LS, Porto/POR), Christoph Steinert (30, 6 LS, Erlangen)

Rechtsaußen: Timo Kastening (26, 40 LS, Melsungen), Lukas Zerbe (25, 4 LS, Lemgo)

Kreis: Johannes Golla (24, 35 LS, Flensburg), Patrick Wiencek (32, 153 LS, Kiel), Jannik Kohlbacher (26, 80 LS, RN Löwen)

Auch interessant

Kommentare