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Handball-Nationalmannschaft verliert in Spanien: 31:32 trotz Torrekord von Kai Häfner

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Von: Björn Mahr

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Kaum zu halten: Der Deutsche Kai Häfner (Mitte) setzt sich gegen die Spanier Ruben Marchan (links) und Jorge Maqueda durch.
Kaum zu halten: Der Deutsche Kai Häfner (Mitte) setzt sich gegen die Spanier Ruben Marchan (links) und Jorge Maqueda durch. © Sascha Klahn/dpa

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft verliert trotz einer Gala-Vorstellung von Kai Häfner hauchdünn in Spanien.

Kassel - Seinen 120. Einsatz für die deutsche Handball-Nationalmannschaft wird Kai Häfner so schnell nicht vergessen. Zwar verpasste er im EHF Euro Cup mit der DHB-Auswahl in Jaen gegen die gastgebenden Spanier beim 31:32 (13:13) hauchdünn einen Punktgewinn, der Bundesliga-Profi von der MT Melsungen erzielte aber so viele Tore wie noch nie in einem offiziellen Länderspiel. Neun Treffer gelangen dem 33 Jahre alten Rückraummann. Zwei Tage zuvor beim 33:37 in Mannheim gegen Schweden war er lediglich zweimal erfolgreich.

„Ich habe wie immer versucht, meine Leistung zu bringen und der Mannschaft zu helfen“, sagte Häfner wie gewohnt bescheiden nach seinem Gala-Auftritt in Andalusien. Bei der Europameisterschaft im Januar dieses Jahres hatte er in Bratislava gegen Belarus achtmal getroffen.

Am Sonntag ging es für ihn und die Kollegen von Malaga aus im Flugzeug zurück nach Frankfurt. „Es war eine anstrengende Woche mit Spielen gegen zwei Top-Nationen, aber es hat auch viel Spaß gemacht“, bilanzierte der Linkshänder.

Die deutsche Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason zeigte sich gegenüber der Partie gegen die Schweden von einer besseren Seite. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Ärgerlich ist nur, dass wir uns nicht belohnt haben. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, fasste Häfner seine Eindrücke zusammen. Das DHB-Team führte in der ersten Halbzeit 10:8 und durfte auch in der zweiten Hälfte auf einen Sieg hoffen. Nach 48 Minuten lagen die Gäste 26:24 vorn, weil Juri Knorr ein herrliches Anspiel von Häfner nutzte.

Der Melsunger Routinier war gefühlt an jeder gefährlichen Offensivaktion des Außenseiters beteiligt. Es war beeindruckend, wie das deutsche Team immer wieder Lösungen im Angriff fand. Vor Häfners 21:21 überlistete der Gummersbacher Julian Köster die erfahrenen Abwehrstrategen der Iberer. Unmittelbar vor Schluss bekam die DHB-Auswahl noch die Chance, zum 32:32 auszugleichen. Kreisläufer Tim Zechel vom HC Erlangen traf aber nur den Querbalken.

In drei Monaten beginnt die Weltmeisterschaft in Polen und Schweden. „Man hat gesehen, dass wir mit einer Top-Mannschaft wie Spanien gut mithalten können, wenn wir voll da sind“, stellte der frühere Hannoveraner Häfner fest. „Andererseits wissen wir aber auch nach der Partie gegen Schweden, dass wir keine Chance haben, wenn bei uns nicht alles passt. Bis zur WM brauchen wir eine noch bessere Abstimmung, wenn wir erfolgreich sein wollen.“

Allerdings war die DHB-Auswahl nicht komplett. Von vornherein fehlten verletzungsbedingt die Melsunger Julius Kühn und Timo Kastening sowie der Göppinger Sebastian Heymann. Zumindest Kühn darf sich noch Hoffnungen machen, rechtzeitig fit zu werden. Zudem mussten Jannik Kohlbacher, Lukas Stutzke und Fabian Wiede passen – dafür waren Franz Semper und Simon Ernst nachnominiert worden. Der Berliner Paul Drux stand für das Spiel in Spanien nicht zur Verfügung, weil er zu seiner hochschwangeren Frau gereist ist.

Kurz vor Weihnachten wird die deutsche Nationalmannschaft noch einen Kurz-Lehrgang im niedersächsischen Barsinghausen absolvieren. Die letzten WM-Tests folgen Anfang des kommenden Jahres. Am 7. und 8. Januar heißt der Gegner in Bremen (ÖVB-Arena) und Hannover (ZAG-Arena) jeweils Island. (Björn Mahr)

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