HBL setzt Verbände unter Druck

MT wird neun Profis und Trainer Gudmundsson abstellen - Freigabe von Nationalspielern nur mit Konzept

Manager des Handball-Bundesligisten MT Melsungen ist Axel Geerken.
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Manager der MT Melsungen: Axel Geerken.

Heute geht es in der Handball-Bundesliga (HBL) weiter. Fast genauso sehr beschäftigt die Verantwortlichen der Klubs aber auch ein anderes Thema: die Länderspiele in der kommenden Woche. Nach einer virtuellen Konferenz der HBL-Führung am Mittwoch mit den Vereinsbossen steht fest: Die Profis dürfen nur bei einem entsprechenden Konzept zum Corona-Schutz zu ihren Nationalmannschaften reisen.

Kassel – Heute geht es in der Handball-Bundesliga (HBL) weiter. Fast genauso sehr beschäftigt die Verantwortlichen der Klubs aber auch ein anderes Thema: die Länderspiele in der kommenden Woche. Nach einer virtuellen Konferenz der HBL-Führung am Mittwoch mit den Vereinsbossen steht fest: Die Profis dürfen nur bei einem entsprechenden Konzept zum Corona-Schutz zu ihren Nationalmannschaften reisen.

„Wir wollen wissen, ob unsere Spieler überhaupt und wie oft sie getestet werden“, sagt Axel Geerken, der Manager der MT Melsungen. Der nordhessische Erstligist ist in nicht unerheblichem Maße betroffen.

Neben den sechs deutschen Nationalspielern Julius Kühn, Finn Lemke, Kai Häfner, Tobias Reichmann, Silvio Heinevetter und Timo Kastening, die heute in einer Woche zum Auftakt der EM-Qualifikation in Düsseldorf gegen Bosnien-Herzegowina gefordert sind, steht ab Montag auch für die Kroaten Marino Maric und Domagoj Pavlovic ein Lehrgang an. Und Trainer Gudmundur Gudmundsson soll am Montag in seiner Funktion als isländischer Auswahlcoach mit Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson in die Heimat fliegen, um sich auf die Quali-Heimspiele gegen Litauen und Island einzustimmen. Torwart Nebojsa Simic, Montenegros Nummer eins, will indes nach dem Bundesliga-Auftritt am Sonntag ab 16 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen die HSG Nordhorn-Lingen nicht zum Nationalteam reisen.

„Die Pandemie-Lage ist aktuell sehr schwierig“, betont Gudmundsson. „Wir haben allerdings auch keine freien Zeitfenster, um Termine zu verschieben.“ Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) will sich in eine Art Blase begeben. Zumal sie nicht nur in Düsseldorf, sondern drei Tage später auch in Estland antreten muss. Damit soll auch gewährleistet werden, dass die Spieler nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne müssen. „Auch Island hat ein gutes Konzept vorgelegt“, betont Geerken, der sich mit Gudmundsson zuletzt intensiv zu diesem Thema ausgetauscht hat.

Kroatien ist als Vize-Europameister für die EM 2022 in Ungarn und der Slowakei bereits qualifiziert, trifft aber am 4. und 7. November im EHF-Euro-Pokal auf die beiden EM-Ausrichter. „Wir haben uns bei unserer Besprechung mit der HBL auf ein einheitliches Vorgehen festgelegt“, erläutert Geerken. Soll heißen: Wenn etwa Kiels Domagoj Duvnjak zur Nationalmannschaft fährt, dann erhalten auch andere kroatische Bundesliga-Profis die Erlaubnis. (Björn Mahr)

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