Fahrkarten zerstören Pokaltraum

22:27 – Melsunger Handballer enttäuschen und scheitern im Pokal an Leipzig

+
Tobias Reichmann.

Kassel. Die Reise im DHB-Pokal geht ohne die Handballer der MT Melsungen weiter. Die Hoffnungen, mit einem Heimsieg gegen den SC Leipzig den Tickets zum Final Four in Hamburg näher zu kommen, starben am Mittwoch in einer Flut von Fehlern und Fahrkarten im eigenen Angriff.

22:27 (12:15) verloren die Nordhessen ihr Achtelfinal-Duell im Pokal gegen die Sachsen – und das auch in dieser Höhe verdient.

Dabei stürzten sich die Hausherren vom Anpfiff weg mit ihren Fans in eine atemberaubende Achterbahnfahrt. Bis auf Michi Müller vollzählig, offenbarten sie zunächst eklatante Abwehrprobleme. Die Sachsen nutzten das prompt und legten durch vier Rückraumtreffer ein 4:1 vor. Doch dann berappelten sich Johan Sjöstrand im Tor sowie insbesondere Lemke und Golla im Mittelblock und machten den Weg frei für eine fünfminütige Reichmann-Schau. Von Rechtsaußen, vom Strich – mit vier Treffern brachte Tobi Reichmann, der flinke und treffsichere Europameister, die Melsunger erstmals in Führung (6:5/12.). Bundestrainer Christian Prokop auf der Tribüne sollte gut hingesehen haben!

Das MT-Team hatte sich und den nötigen Biss gefunden, schien auf gutem Weg. Als Julius Kühn auf 10:7 stellte (20.), da waren die Melsunger auf Kurs. Doch niemand konnte ahnen, dass jetzt schon der höchste Punkt der rasenden Fahrt erreicht war. Denn viel zu schnell kam die MT wieder vom rechten Weg ab. Abwärts ging es nun, rasend schnell. Plötzlich häuften sich die Fehler im Angriff, geradezu fahrlässig wurde der Vorsprung hergeschenkt. Und einige Sekunden später schon hatte Leipzig mit seinen Kontern nicht nur ausgeglichen, sondern war zur Pause über 12:12 davongezogen auf 15:12. Nicht weniger als sechs Gegentore nach Tempogegenstöße hatte die MT schon kassiert!

Handball-Pokal: Melsungen scheitert an Leipzig

Und nun fuhr der Karren nur noch in eine Richtung – weiter abwärts, und es gab keinen Höhen mehr für die MT. Es war keine Achterbahnfahrt mehr. Dass Trainer Michael Roth nun Nebosja Simic, Jeffrey Boomhouwer und Philipp Müller brachte, das verpuffte. Leipzig ließ nichts mehr anbrennen und wurde von Hausherren auch nicht mehr in die Bredouille gebracht. Weil sich offensiv am pomadigen Auftritt der MT nichts änderte, und weil die Deckung nie den Biss und die Spritzigkeit der Leipziger erreichte.

Der Sportclub blieb weiterhin stets mit drei, vier Toren vorn. Schlimmer noch – beim 18:24 nach 45 Minuten war der Melsunger Rückstand gar auf sechs Tore angewachsen und das Spiel bereits entschieden. Die Lust aufs Laufen und Spielen konnte diese MT den Sachsen schließlich auch mit einer spät versuchten Umstellung auf eine 5:1-Deckung nicht mehr nehmen.

Die zunächst noch starken Rückraum-Asse Kühn und Jaanima kamen kaum noch zum Zuge. Und als Arjan Haenen endlich den erst zweiten (!) Tempogegenstoß zum 22:27 nutzte, waren bereits 57 Minuten gespielt. Das sagt alles aus über die auch in der Defensive an diesem Tag zu passive MT.

Die Chance zu einer deutlichen Steigerung gibt es schon am Sonntag um 12.30 Uhr gegen den SC Magdeburg. In der Bundesliga. Denn da ist der Zug für die MT Melsungen noch nicht abgefahren.

MT Melsungen - der Kader der Saison 2017/2018

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.