Bundesligist fehlen nur zwei Spieler

Melsunger Handballer nach Quarantäne zurück im Training: Alle haben sich gefreut

Der Trainingsball wird jetzt wieder gebraucht: Timo Kastening verlässt am Mittwoch für die Übungseinheit mit der MT am Nachmittag seine Wohnung.
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Der Trainingsball wird jetzt wieder gebraucht: Timo Kastening verlässt am Mittwoch für die Übungseinheit mit der MT am Nachmittag seine Wohnung.

Die Handballer der MT Melsungen haben am Mittwoch ihr erstes Training nach 14-tägiger Quarantäne absolviert. Ein Lagebericht.

Kassel - Zwei Wochen lag sein Trainingsball in seiner Kasseler Wohnung – verstaut in einer kleinen roten MT-Tasche. „Wenn ich ihn so verharzt benutzt hätte, hätte das meinem Vermieter bestimmt nicht gefallen“, sagt Melsungens Handballprofi Timo Kastening schmunzelnd.

Nach der Corona-Erkrankung von Kapitän Finn Lemke war das komplette Bundesliga-Team in eine 14-tägige Quarantäne geschickt worden. Gestern durften die Spieler die eigenen vier Wände erstmals wieder verlassen – und am späten Nachmittag absolvierten Kastening und seine Mannschaftskameraden mit ihrem Coach Gudmundur Gudmundsson ein erstes Training nach der Zwangspause. Der erste Teil der Einstimmung auf das nächste Heimspiel am Sonntag ab 18.30 Uhr (Sky) in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den Bergischen HC.

Bevor sich Kastening am Mittwoch auf den Weg in Richtung Melsunger Stadtsporthalle machte, berichtete er am Telefon, worauf er sich am meisten freue: „Endlich mal wieder mit den Jungs Spaß haben.“ Die vergangenen Tage waren nicht leicht. „Die täglichen Workouts zu Hause haben irgendwann schon etwas genervt“, fügt der Rechtsaußen hinzu.

Zumindest eine kleine Überraschung fanden die Melsunger Spieler zwischendurch vor ihren Wohnungstüren. Karin Wenderoth und Marion Viereck vom MT-Fanclub Bartenwetzer brachten jedem Spieler eine kalorienarme Süßspeise: Quark mit Mandarinen. „Damit hat wirklich niemand von uns gerechnet“, sagt Kastening begeistert. Schon zu den Zeiten, als der Melsunger Coach noch Robert Hedin hieß, wurden die Profis hin und wieder mit dieser fruchtig-frischen Leckerei verwöhnt – bislang aber zumeist nur nach einer Trainingseinheit.

Steht mit seiner Mannschaft vor einer großen Herausforderung: MT-Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Ob die kleine Stärkung beim Wiedereinstieg geholfen hat, lässt sich nicht sagen. Geschadet hat es den Spielern aber auch nicht. Das erste Training am Mittwochnachmittag? „Wir sind gut durchgekommen“, sagt Gudmundsson, „wir waren natürlich auch noch etwas vorsichtig.“

Es wurde viel im athletischen Bereich gearbeitet. Ganz wichtig aber auch: die Schulterübungen. „Und wir haben die Jungs dazu gebracht, wieder ins Laufen zu kommen – Pässe, Gegenstöße, aber alles ohne viel Kontakt.“ Für die Spieler war es ein guter Tag. Kastening fasste seine Eindrücke so zusammen: „Es war schön, endlich mal wieder in der Halle zu sein. Ich habe aber auch gemerkt, wie es ist, wenn du schon länger nicht mehr laufen warst. Intervalle in der Wohnung auf dem Fahrrad sind dann doch schon etwas anderes.“

Die Zusammenkunft tat allen Beteiligten gut. „Alle haben sich gefreut“, erklärt der Isländer. Gudmundsson spricht dennoch von einer „Riesen-Herausforderung für die gesamte Mannschaft“. Der Isländer ergänzt: „Als Trainer erlebe ich so eine Situation jetzt auch zum ersten Mal.“

Gefehlt haben lediglich Abwehr-Hüne Lemke und Spielmacher Lasse Mikkelsen, der noch an einer Verletzung am linken Handgelenk leidet. Ab Freitag soll aber auch der Däne voll mittrainieren. Lemke dürfte ebenfalls zum Wochenende hin wieder dabei sein.

Heute sind die nächsten beiden Einheiten angesetzt. Auch dafür muss Kastening wieder seinen Trainingsball einpacken. (Björn Mahr)

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