MT-Niederlage in Lissabon

Große Enttäuschung  bei der MT nach 26:29 in Lissabon

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Zufrieden sieht anders aus: MT-Torwart Johan Sjöstrand nach dem Spiel in Lissabon. 

Das war zu spät. Erst in der Schlussphase bäumen sich die Handballer der MT Melsungen auf. Die 26:29-Niederlage bei SL Benfica ist aber nicht mehr zu verhindern.

Es waren nicht die Tage der MT Melsungen. Am Donnerstag die Bundesliga-Niederlage gegen Stuttgart, und am Samstag in Lissabon blickten die Handballer nach dem zweiten Spiel der Gruppenphase im EHF-Cup ebenfalls unzufrieden drein: „Die Enttäuschung ist groß“, sagte Johan Sjöstrand nach dem 26:29 (11:16) beim portugiesischen Klub SL Benfica. Dabei hatte der MT-Torwart mit seinen Paraden noch Schlimmeres verhindert.

Fast 50 Minuten suchten die Gäste vergeblich nach einem Rezept gegen die offensiv ausgerichtete Deckung der Portugiesen. Darüber hinaus fehlte es in der eigenen Abwehr an Beherztheit. „Vor allem in der ersten Hälfte hatten wir keinen Zugriff“, sagte Kai Häfner, mit sechs Treffern bester Werfer der MT. Sein Trainer Heiko Grimm ergänzte: „Wir müssen mit viel mehr Aggressivität den Gegner unter Druck setzen.“ Weil dem nicht so war, roch es nach dem achten Treffer des überragenden Petar Djordjic zum 24:17 (46. Minute) nach einem Debakel.

In dieser Phase lief bei den Nordhessen aber auch wirklich nichts mehr zusammen. Nahezu jeder Abpraller landete beim Gegner, der nun gefühlt jeden Angriff mit einem Wurf in den Winkel abschloss. „Nach diesem Verlauf ist der Abstand von drei Toren am Ende noch akzeptabel“, sagte Häfner. Ersatzkapitän Tobias Reichmann bezeichnete das Ergebnis als „relativ passabel“. Schließlich müssen die Melsunger den direkten Vergleich mit Benfica im Blick haben. Der kann für das Erreichen des Viertelfinales unter Umständen entscheidend sein.

Für das Aufbäumen in der Schlussphase sorgte nicht zuletzt Sjöstrand. Beim Stand von 19:26 aus MT-Sicht parierte der Schwede erst einen Siebenmeter von Djordjic und dann den Nachwurf (51.). Der Torwart explodierte, und plötzlich lief es auch bei den Vorderleuten besser. Nur: Warum erst jetzt? Dass sich die Mannschaft nicht aufgegeben und herangekämpft hat, ist dennoch der einzige positive Aspekt eines wenig erbaulichen Nachmittages. „Da haben wir dann Charakter bewiesen“, sagte Grimm.

Der Trainer war ohnehin nicht zu beneiden. Ohne Felix Danner, Timm Schneider und Michael Allendorf waren die Melsunger nach Portugal aufgebrochen. Am Freitagabend meldete sich zudem Finn Lemke ab, der mit Grippe und über 40 Grad Fieber im Hotelzimmer lag. Es blieben gerade mal zehn Feldspieler übrig – die MT-Bank in der Arena Pavelho Luz bot ein jämmerliches Bild. Dass in Lemke, Schneider und Danner gleich drei Abwehrspezialisten fehlten, wollten die MT-Profis als Ausrede nicht gelten lassen. Häfner sagte aber: „Ich habe nichts dagegen, wenn alle bald wieder zurück sind.“

Neben Sjöstrand haben sich die MT-Fans ein Sonderlob verdient. 150 waren in der Halle und unterstützten ihr Team lautstark. „Das war wirklich klasse“, sagte Grimm. Allerdings musste der Anhang miterleben, wie sich die Gastgeber nach einer Viertelstunde immer weiter absetzten. Die Melsunger hingegen scheiterten reihenweise am glänzend aufgelegten Benfica-Keeper Gustavo Capdeville. Der 11:16-Rückstand zur Pause verhieß bereits nichts Gutes.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt den MT-Spielern jetzt nicht. Am Mittwoch treten sie zur nächsten Partie im EHF-Cup beim dänischen Vertreter aus Silkeborg an. Ob ein Erkrankter wieder zur Mannschaft stößt, steht noch nicht fest. So oder so sagt Reichmann: „Wir müssen die negativen Erlebnisse aus den Köpfen bekommen.“

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