Warum die Nordhessen die Rhein-Neckar Löwen bezwingen können

MT Melsungen: Heute steigt die Handball-Party

Fiebern dem Topspiel entgegen: Die Melsunger Handballer (hier nach einem der vielen Siege in dieser Saison). Archivfoto: Modla/nh

Melsungen. Statistiken lügen nicht. Sind aber bisweilen für Prognosen nur bedingt geeignet.

Wir übertragen die Partie live bei Radio HNA.de.

Die Zwischenstände der Partie finden Sie bei Kassel Live.

Bisher war die MT Melsungen für die Rhein-Neckar Löwen ein dankbarer Gegner, konnte von 22 Duellen gerade mal zwei gewinnen, wobei der letzte Punktgewinn des heimischen Handball-Bundesligisten (30:30 am 8. Oktober 2011) auch schon mehr als vier Jahre zurückliegt. Trotzdem. Vor dem Gipfel heute ab 19 Uhr in Kassel sind die Karten erstmals seit Langem durchaus verteilt. Sechs Gründe, warum die Roth-Schützlinge zumindest mit guten Außenseiterchancen in das Spitzenspiel gehen.

1. Die neue Stabilität: So stabil wie noch nie präsentiert sich die MT in dieser Saison, eilt von Sieg zu Sieg, ist seit sieben Spielen ungeschlagen, hat auswärts noch nicht verloren. Selbst bei Champions-League-Sieger SG Flensburg/Handewitt nicht.

2. Die Abwehrstärke: Die drittwenigsten Gegentore in der Liga sind nur ein schwacher Beleg dafür, wie schwer sich mittlerweile die Konkurrenz tut, gegen die Melsunger Abwehr - das Prunkstück der Mannschaft - ein Tor zu erzielen. Besonders gefürchtet: der überragende Mittelblock mit Felix Danner und Philipp Müller. Dazu kommen eine hervorragende Abstimmung mit Torwart Johan Sjöstrand sowie zwei nahezu perfekt funktionierende Abwehrsysteme.

3. Die Personalpolitik: Die auf Kontinuität ausgerichtete Personalpolitik hat sich voll ausgezahlt. Die „alten“ Spieler verstehen sich mittlerweile blind, und die punktuellen Verstärkungen haben voll eingeschlagen: Johan Sjöstrand hat Appelgrens Abgang mehr als wett-gemacht. Und Timm Schneider half, den Ausfall von Spielmacher Patrik Fahlgren zu kompensieren. Der Ex-Lemgoer entpuppte sich noch dazu als Beschleuniger des eigenen Umschaltspiels, wovon insbesondere Rechtsaußen Johannes Sellin profitiert.

4. Die Schnellstarter: Die Roth-Schützlinge haben ihr Startphlegma ad acta gelegt. Will heißen, dass sie den Kontrahenten vom Anpfiff weg richtig Druck machen. Und so schon frühzeitig die Weichen auf Sieg stellen, auch weil Konzentrationsschwächen dank neuer mentaler Stärke zur absoluten Ausnahme geworden sind.

5. Der Kapitän: Nie war der 31-Jährige so wertvoll für die MT wie heute. Michael Müller nämlich, seit 2013 für die Nordhessen im Einsatz, der als neuer Kapitän noch mehr Verantwortung übernommen hat. Immer voran geht, egal ob als Torschütze, auf der Halbposition in der Abwehr oder als Motivator.

6. Die Fans: Die Zuschauer haben sich von der MT-Mannschaft mitziehen lassen, honorieren in der Kasseler Rothenbach-Halle deren starke Leistungen mit unbändiger Unterstützung (auch auswärts) und einer nie da gewesenen Euphorie. Eine ertragreiche Wechselwirkung, die vielleicht auch gegen den souveränen Spitzenreiter fruchtet – ganz gegen den statistischen Trend.

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