Nun hilft auch Nummer 16

MT Melsungen profitiert vom breiten Kader – Haenen auch gegen die Löwen erste Wahl?

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Freie Bahn: Arjan Haenen (Mitte) kommt gegen die Wetzlarer Olle Forsell Schefvert (am Boden) zum Wurf.

Kassel. In der Vorbereitung auf diese Bundesliga-Saison wurde Michael Roth oft eine Frage gestellt: Ist es möglich, alle Spieler bei Laune zu halten, wenn für manche Positionen sogar drei Akteure zur Verfügung stehen? Der Handball-Coach der MT Melsungen betrachtete die Kader-Situation stets gelassen: „Wir werden alle Jungs brauchen.“

Vier Monate nach dem Trainingsauftakt steht fest: Er lag mit seiner Einschätzung richtig. Bislang bekam jeder Profi im MT-Team seine Einsatzzeiten. Dabei hätte Roth nichts dagegen gehabt, wenn ihm einige Umstellungen erspart geblieben wären. Erst fielen die Müller-Brüder und Spielmacher Timm Schneider wochenlang aus, nun muss Kreisläufer Marino Maric bis in den Dezember zuschauen.

„Weil ständig Leute im Training fehlen, können wir jetzt nicht bei 100 Prozent sein“, betont Roth. Da zurzeit die Möglichkeiten fehlen, um etwa im Angriff die Abstimmung weiter zu verbessern, wird vor allem daran gearbeitet, dass zumindest die Torleute und die Abwehr gut miteinander harmonieren. Beim 29:22-Sieg über Wetzlar hielten sich die Defensivkräfte über weite Strecken an die Absprachen. Die Melsunger rockten ihre eigene Bühne.

Ersatz für Reichmann

„Auch Ari hat das richtig gut gemacht und auf seiner Seite nicht viel zugelassen“, lobte der Trainer den Niederländer Arjan Haenen. Der Rechtsaußen rückte kurzfristig für Tobias Reichmann in die Startformation und erfüllte seine Aufgabe mehr als zufriedenstellend. „Wir haben gut gespielt, das hat es mir natürlich leichter gemacht“, erklärte der Holländer. In der Vorsaison durften lediglich 14 Akteure auf dem Spielberichtsbogen eingetragen werden, Haenen war oft Nummer 15 oder 16. Nun sind 16 Profis erlaubt – und der Ex-Lemgoer ist immer dabei. Möglicherweise muss er im Topspiel am Donnerstag ab 19 Uhr (Rothenbach-Halle Kassel) gegen die Rhein-Neckar Löwen erneut ran, falls Reichmann weiter unter einer Wadenverletzung leiden sollte.

„Dann müssen wir aber leistungsmäßig noch in allen Bereichen eine Schippe drauf legen“, sagt Johannes Golla. Durch das Fehlen von Maric dürfte der Kreisläufer auch gegen den Meister in Abwehr und Angriff zum Einsatz kommen. Golla streicht die Kadertiefe heraus: „Jeder von uns hat mal gute, mal schlechte Tage. Deshalb ist es wichtig, dass wir viel wechseln können.“ Im Hessenderby war die breite Bank ein Plus der Nordhessen. „Wir hätten die Wechselmöglichkeiten der MT auch gern gehabt“, kommentierte Wetzlars Manager Björn Seipp.

Mit dem Erfolg unterstrich die MT ihre Ambitionen auf einen Platz unter den ersten Fünf. „Das sieht sehr gut aus, aber wir wollen noch mehr“, sagt Haenen, der die sportliche Situation bei den Melsungern genießt. Klar, der Niederländer, von 2009 bis 2016 beim TBV Lemgo, stand während seiner Bundesliga-Karriere selten auf einem Rang im ersten Tabellendrittel.

Nach der Partie gegen Wetzlar saßen die MT-Profis zunächst in der Kabine und später dann im Vip-Raum noch etwas länger zusammen. Was schon ein Beweis dafür ist, dass es Roth ganz gut gelingt, seine Spieler bei Laune zu halten.

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