Nach Niederlage in Magdeburg: MT beschließt Bundesliga-Hinrunde so schlecht wie seit 2010 nicht mehr

Hinrunde abgeschlossen: MT Melsungen weit hinter den Erwartungen

Mann gegen Mann: Melsungens Jeffrey Boomhouwer (rechts) versucht hier vergeblich, dem Magdeburger Siegtorschützen Zeljko Musa den Ball abzuluchsen. Im Hintergrund: Robert Weber. Foto: Popova

Kassel. 17 Spieltage sind absolviert, die Hinrunde in der Handball-Bundesliga ist abgeschlossen – und für die MT Melsungen war es eine Halbserie mit vielen herben Schlappen und einigen schmerzvollen Erfahrungen. Dazu passte auch die 26:27 (15:14)-Niederlage am Mittwochabend beim SC Magdeburg.

Zwar hat die MT vor der WM-Pause am kommenden Dienstag noch ab 18.15 Uhr ein Heimspiel in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle gegen den Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt, wir ziehen dennoch schon einmal eine kleine Bilanz – und blicken dabei natürlich auch auf das Gastspiel in Magdeburg zurück.

Das Spiel

Sie haben die meiste Zeit geführt – und das nicht mal zu knapp. Beim Stand von 12:8 etwa hatten die Melsunger in Magdeburg die Chance, sich weiter abzusetzen. Doch dann scheiterten Marino Maric und Philipp Müller freistehend an Schlussmann Dario Quenstedt. „Wir haben es wie so oft in dieser Saison vergessen wegzuziehen“, bedauerte MT-Spielmacher Timm Schneider. So stellte der Gastgeber rasch den Anschluss wieder her.

„Wir hätten mehr Puffer gebraucht“, befand Trainer Michael Roth. Zum einen, weil klar war, dass die Magdeburger mit ihren Fans im Rücken in der zweiten Hälfte noch eine Schippe drauflegen werden. Zum anderen, weil die Gäste weniger personelle Möglichkeiten hatten als das Heimteam. So kam beim SCM Nemanja Zelenovic und warf drei Tore. Derlei Unterstützung fehlte der MT, bei der Timm Schneider sowie die Müller-Zwillinge Michael und Philipp praktisch durchspielen mussten. Fast mit der Schlusssirene markierte Zeljko Musa das 27:26-Siegtor.

Die Hinrunde

Vor einem Jahr lag die MT in Magdeburg mit 28:26 vorn – und musste sich mit einem 28:28 zufriedengeben. „Das war schon bitter, aber dieser Ausgang jetzt war noch schlimmer“, erklärte Linksaußen Jeffrey Boomhouwer, „wir waren niedergeschlagen, weil wir das Gefühl hatten, ganz gut gespielt zu haben.“ Kämpferisch und teilweise auch spielerisch bestätigte die Mannschaft die guten Eindrücke aus den vorangegangenen Begegnungen. Zuvor hatte Melsungen in der Liga zweimal in Folge gewonnen: bei der TSV Hannover-Burgdorf und vor heimischer Kulisse gegen den Bergischen HC.

„Kampf und Zusammenhalt sind klasse“, stellt Roth fest. Was für ihn nichts an der Tatsache ändert, dass der erste Teil dieser Spielzeit „sehr enttäuschend“ verlief: „Wir liegen weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.“ Vor allem: Vermeintliche Leistungsträger wie die Rückraumakteure Momir Rnic und Patrik Fahlgren, dessen Zukunft beim Vorjahresvierten noch nicht geklärt ist, zeigen zu selten ansprechende Leistungen.

Die Bilanz

14:20 Punkte weist aktuell das Konto der Nordhessen auf. Das ist die schlechteste Ausbeute seit der Saison 2010/2011, als Roth erst nach desolatem Start der MT und 0:20 Zählern die Regie übernahm.

Am 9. Januar reisen die Melsunger zur Vorbereitung auf die Restrunde ins Trainingslager nach Fuerteventura. Die Zeit dort soll nicht nur dazu genutzt werden, um sich fit zu machen für das Hessenderby am 8. Februar in Wetzlar sowie viele englischen Wochen. Vielmehr soll es dann im Beisein von Manager Axel Geerken und der Aufsichtsratsvorsitzenden Barbara Braun-Lüdicke eine gründliche Analyse geben. Und sicher ist schon jetzt: Viel Positives wird dabei nicht herauskommen.

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