Handball: Melsungens Ex-Profi hilft aus und wirft sogar ein Tor gegen Wetzlar

Hrubys einmaliger Ausflug

Alles im Griff: Melsungens Petr Hruby (rechts) im Zweikampf mit HSG-Spielmacher Fannar Fridgeirsson.
+
Alles im Griff: Melsungens Petr Hruby (rechts) im Zweikampf mit HSG-Spielmacher Fannar Fridgeirsson.

Wetzlar. Über die Qualität eines Spitzenhandballers erfährt man am meisten, wenn er in einer extremen Situation steckt. Wenn er notgedrungen eine Position übernehmen muss, die er allenfalls mal als Jugendlicher gespielt hat. Also absolut erstaunlich, dass Felix Danner aus zehn Metern Entfernung das Spielgerät zum zwischenzeitlichen 17:14 in den Winkel wuchtete.

Wobei Danner beim Bundesligisten MT Melsungen etatmäßig als Kreisläufer eingeplant und eher in der Nahwurfzone beheimatet ist.

Doch bei der 26:29-Derbyniederlage der MT in der Rittal-Arena gegen die gastgebende HSG Wetzlar war vieles nicht so, wie es die Zuschauer sonst gewohnt sind. Dass Petr Hruby zweieinhalb Jahre nach seinem letzten Einsatz für den ThSV Eisenach noch einmal auf die große Handball-Bühne zurückkehrt, hätten selbst die kühnsten Optimisten nicht gedacht. Da aber bei den Nordhessen wegen Grippe praktisch die halbe Mannschaft ausgefallen war, musste der Melsunger Aufstiegsheld von 2005 noch einmal vor 4400 Fans in der ausverkauften Wetzlarer Halle ran - und warf sogar unter dem Jubel der vielen mitgereisten Anhänger einen Treffer von Linksaußen. „Wir haben in Anbetracht der schwierigen personellen Lage sehr gut gespielt“, freute sich der 32 Jahre alte Kreisspieler.

Ob sich Danner jetzt Gedanken machen muss um seinen Stammplatz am Sechs-Meter-Raum? „Nein, er muss keine Angst haben“, flachste Hruby, „in der zweiten Mannschaft ist es auch schön.“ Der Tscheche steht mit der MT-Reserve in der Bezirksoberliga vor dem Titelgewinn.

„Froh, dass Woche vorbei ist“

Ansonsten hätte sich Felix Danner auch der Konkurrenz aus dem eigenen Lager gestellt, der mit einem Augenzwinkern bemerkte: „Wenn ich dafür in den Rückraum wechseln kann, ist mir das egal.“ Allerdings werden die Fahlgrens und Vuckovics bis zum nächsten Spiel am Mittwoch, 27. Februar, in Kassel gegen die SG Flensburg-Handewitt wieder gesund sein und zu einer entspannten Vorbereitung beitragen. „Ich bin einfach nur froh, dass diese Woche vorbei ist“, erklärte MT-Coach Michael Roth nach dem Schlusspfiff. Eine Woche ohne ein geregeltes Training, dafür ständig Telefonate mit Mannschaftsarzt Dr. Bernd Sostmann, der den Coach mit den neuesten Meldungen aus dem Lazarett versorgte.

Die Übungseinheiten gestalteten sich so, dass die Melsunger ausschließlich am Angriffsspiel feilten - Würfe von allen Seiten, aber ohne echte Deckung. Umso überraschender, dass die 3:2:1-Formation in Wetzlar recht sicher stand. Probleme hatten die Gäste zunächst nur beim Rückzugsverhalten. „Als uns später nach und nach die Kräfte ausgingen, haben wir jedoch mehr und mehr die 1:1-Situationen verloren“, analysierte Offensivstratege Jonathan Stenbäcken treffend. Der musste nahezu 60 Minuten durchspielen und freute sich, dass das Team den Montag frei bekam.

Von Björn Mahr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.