HSV-Handballer wieder finanziell angeschlagen – Mittwoch bei der MT

Erlebt den x-ten Frühling: Hamburgs Pascal Hens gastiert Mittwoch mit seinem Team in Kassel. Foto: dpa

Kassel/Hamburg. Sportlich ist beim HSV Hamburg zurzeit alles im Lot. Als Tabellensechster mit 19:11 Punkten gastiert der Handball-Klub von der Alster am Mittwoch ab 20.15 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle bei der MT Melsungen. Doch die wirtschaftliche Situation beim Bundesligisten ist indes offenbar angespannt. Fragen und Antworten zur Lage beim HSV.

Wieso müssen sich die HSV-Fans wieder Gedanken um die Zukunft des Klubs machen? 

Es fehlt den Hamburgern Geld – und wohl nicht wenig. Zwar ist nicht bekannt, wie hoch die Summe genau ist, aber der Champions-League-Gewinner von 2013 kann die Gehälter seiner Spieler nicht zahlen. Es dürfte sich um einen sechsstelligen Betrag handeln. Jetzt ist Geschäftsführer Christian Fitzek, der frühere Melsunger Trainer, darum bemüht, die Probleme rasch zu lösen. Klar, ansonsten droht der Gang zum Insolvenzverwalter.

Worauf setzen die HSV-Verantwortlichen? 

Michael Biegler

Sie hoffen zunächst, dass Andreas Rudolph, der Ex-Präsident, Gläubiger und wichtigste Geldgeber, auf einen Teil seiner Forderungen verzichtet. Medienberichten zufolge hat der Unternehmer in den vergangenen Jahren zwei Millionen Euro in den Klub gesteckt. Ohne Rudolphs Hilfe wäre der Verein bereits 2014 finanziell zusammengebrochen. „Unsere großen Partner wissen, was wir machen müssen, um weiterzukommen, und da sind wir auf einem sehr, sehr guten Weg“, erklärte Fitzek. In den nächsten Tagen wird er Ergebnisse vorlegen müssen.

Wie reagiert das Team auf die negative Entwicklung? 

!Die Spieler, die schon lange für den HSV im Einsatz sind und einiges erlebt haben, wirken nach außen hin gelassen. Eine ihrer Aufgaben besteht darin, die Kollegen zu beruhigen, die erst in diesem Sommer an der Elbe angeheuert haben und mit dieser Situation nicht so recht umzugehen wissen.

Wie präsentiert sich das Team auf dem Feld? 

Der Einsatz der Truppe ist vorbildlich. „Angesichts von elf Neuzugängen war nicht zu erwarten, dass sich die Mannschaft so schnell so stabil zeigt“, bemerkt Coach Michael Biegler, „ich bin absolut zufrieden.“ Die Mischung aus jungen und erfahrenen Kräften passt.

Welche Akteure prägen das Gesicht der Mannschaft? 

Eine wichtige Stütze im Konzept ist Torwart Johannes Bitter. Aber vor allem Rückraumschütze Pascal Hens erlebt gerade mit 35 Jahren den x-ten Frühling. Zuletzt war er auch ein zuverlässiger Torschütze. „Ich messe ihn nicht an der Anzahl der Treffer. Er überzeugt schon die ganze Serie“, lobt Biegler, der auch polnischer Auswahlcoach ist, den Ex-Nationalspieler. Einer der besten Werfer der Liga ist gar Rechtsaußen Hans Lindberg. Beim 29:23-Sieg am vergangenen Freitag in Wetzlar traf der Däne elfmal.

Was rechnen sich die Hamburger für Mittwoch aus? 

„Nur weil Wetzlar und Melsungen geografisch nicht weit auseinander liegen“, erläutert Biegler, „sind die beiden Gegner nicht miteinander zu vergleichen. Die Melsunger haben ein echtes Top-Team.“ Vor der Arbeit seines Gegenübers Michael Roth hat er großen Respekt: „Da steht eine gewachsene Mannschaft, die immer nur punktuell verstärkt wurde.“

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