Tscheche gastiert als Nordhorner Trainer am Sonntag in Kassel

Interview mit dem Ex-Melsunger Daniel Kubes: Ich bin der MT sehr dankbar

Daniel Kubes gibt während eines Länderspiels der tschechischen Handball-Nationalmannschaft Anweisungen.
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Anweisungen von der Seitenlinie: Nordhorns Coach Daniel Kubes.

Das erste Punktspiel im November beschert Handball-Bundesligisten MT Melsungen ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Daniel Kubes, von 2012 bis 2014 Abwehrchef der Nordhessen, kehrt am Sonntag als Trainer der HSG Nordhorn-Lingen in die Kasseler Rothenbach-Halle zurück.

Kassel – Das erste Punktspiel im November beschert Handball-Bundesligisten MT Melsungen ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Daniel Kubes, von 2012 bis 2014 Abwehrchef der Nordhessen, kehrt am Sonntag als Trainer der HSG Nordhorn-Lingen in die Kasseler Rothenbach-Halle zurück. Anwurf ist um 16 Uhr. Der Tscheche holte mit seinem Team bislang zwei Pluspunkte – beim Aufsteiger in Coburg gab es einen 29:26-Sieg. Aber auch gegen namhaftere Mannschaften zog sich sein neues Team ordentlich aus der Affäre.

Herr Kubes, schwelgen Sie in diesen Tagen besonders viel in Erinnerung?

Wegen der Spiele gegen meine früheren Klubs?

Ja, erst das Wiedersehen mit dem THW Kiel, nun das Gastspiel bei der MT.

Das ist beides lange her. Ich habe als Nordhorner Trainer keine Zeit, um groß zurückzuschauen. Beim Spiel gegen Kiel war kein einziger Mann, mit dem ich damals zusammen auf dem Feld stand.

Die Partie war noch Tage danach Thema. Haben Sie mit ihrem Freund und Landsmann Filip Jicha noch mal wegen des harten Fouls von Dominik Kalafut an Steffen Weinhold telefoniert?

Nein, das haben wir nicht. Ich möchte das auch nicht mehr weiter kommentieren.

Nach ihrem Abschied aus Kiel 2012 waren Sie zwei Jahre in Melsungen. Welche Bedeutung hatte das Engagement bei der MT für den Start in ihre Trainerkarriere?

Ich habe zehn Jahre in der Bundesliga für fünf verschiedene Vereine gespielt. Bei allen Klubs habe ich etwas dazu gelernt, das gilt auch für Melsungen. Der MT bin ich sehr dankbar dafür, dass ich während der Saison meine Ausbildung zur Trainerlizenz abschließen konnte. So etwas ist nicht selbstverständlich.

Inwiefern hat Sie der damalige Coach Michael Roth geprägt?

Michael Roth ist ein ganz anderer Typ als Alfred Gislason, der in Kiel mein Trainer war. Ich habe viel mitgenommen aus der Zeit mit „Schorle“ Roth. Vor allem: Er hat diese besondere Gabe, mit den Spielern zu sprechen und mit ihnen umzugehen. Dazu muss man wissen, dass wir in der Zeit kein Team mit sehr unterschiedlichen Charakteren hatten. Insgesamt muss man sagen, dass Schorle aus einer durchschnittlichen eine überdurchschnittliche Mannschaft geformt hat. Wir sind in meiner zweiten Saison Sechster geworden. War Melsungen danach noch mal weiter vorn?

Ja, in der Spielzeit 2015/16 gab es Rang vier. Worauf freuen Sie sich nun bei ihrer Rückkehr?

Aus der damaligen Mannschaft habe ich nur noch mit Felix Danner (siehe auch Brief an) und Michael Allendorf zusammengespielt. Zu beiden habe ich ein gutes Verhältnis. Es ist sehr schade, dass keine Fans dabei sein werden. Ich erinnere mich noch, dass die MT immer mehr Zuschauer in Kassel hatte. Da hat sich einiges entwickelt. In erster Linie freue ich mich, zu sehen, wie sich meine Mannschaft gegen so ein starkes Team wie das von Melsungen präsentiert.

Melsunger Kreisläufer: Felix Danner.

Was erwarten Sie vom Spiel in Kassel?

Dass wir noch einen Tick besser spielen als zuletzt gegen Kiel. Ich erkenne eine gewisse Entwicklung bei meinem Team. Wenn wir aber eine realistische Chance haben wollen, Melsungen auf Augenhöhe zu begegnen, müssen wir uns verbessern.

Wie bewerten Sie den Start ihrer Mannschaft?

Wie gesagt: Wir entwickeln uns weiter. Gegen Flensburg und Kiel haben wir es ein paar Minuten geschafft, gut mitzuhalten. Gegen Berlin und den Bergischen HC war es mehr als eine Halbzeit. Unser Ziel muss es allerdings, über 60 Minuten konkurrenzfähig zu sein. Wir haben das Potenzial. (Björn Mahr)

Brief an: Daniel Kubes

Lieber Daniel,

ich freue mich sehr darauf, dich am Sonntag in Kassel wieder zu sehen. Als wir zusammen in der Handball-Bundesliga den Innenblock der Melsunger Abwehr gebildet haben, kamen wir super miteinander klar und haben uns auch gut ergänzt. Ich kann sagen: Aus unserer gemeinsamen Zeit habe ich einiges mitgenommen – vor allem deinen riesigen Ehrgeiz.

Jeden noch so kleinen Wettkampf wolltest du gewinnen. Und wenn du einen Fehler gemacht hast, dann hast du dich mächtig aufgeregt. Wenn wir mit unserer Mannschaft Paintball gespielt haben, gehörtest du nicht nur zu den besten Schützen, sondern warst auch nur schwer zu treffen. Du warst fast unsichtbar.

Besonders ist mir auch in Erinnerung geblieben, dass du damals den Crossfit-Sport für dich entdeckt hast und um 6.30 Uhr, noch vor unserem eigentlichen Training, eine Extraschicht geschoben hast.

Hast du eigentlich immer noch diesen unverwechselbaren Laufstil? Ich fand das damals kurios und beeindruckend zugleich, wie du mit den Füßen fast über den Boden geschwebt bist.

Bis zum Sonntag, dein Felix

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