Vor dem Spiel gegen den Ex-Club

MT-Neuzugang Tobias Reichmann: „Ich hatte eine coole Zeit in Kiel“

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Zu Späßen aufgelegt: Tobias Reichmann (rechts) genießt 2012 zusammen mit Daniel Narcisse den Final-Triumph der Kieler über Atletico Madrid.

Kassel. Er gilt als einer der besten Rechtsaußen der Welt. Seine ersten Meriten erwarb sich Tobias Reichmann, Neuzugang des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, beim THW Kiel. Kein Wunder also, dass das nächste Heimspiel für Reichmann ein besonderes ist.

Am Sonntag ab 12.30 Uhr erwarten er und seine Kollegen den THW in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle.

Erinnerungen an seine Zeit beim Rekordmeister in Kiel:

Die Erfolge

Gut ging es nicht los. Weil Reichmann im März 2009 im Trikot des SC Magdeburg II einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitt, dauerte es eine Weile, bis er sein Debüt im Zebra-Dress gab. Erst am 29. November desselben Jahres feierte er seinen Einstand. Kurios: Sein erstes Bundesliga-Spiel seiner Karriere bestritt er gegen seinen späteren Arbeitgeber HSG Wetzlar, bei dem zu dieser Zeit ein gewisser Michael Roth als Coach tätig war.

Mit Kiel gewann Reichmann je zweimal Meisterschaft, Pokal und Champions League. „Der Start war nicht optimal. Aber es wurde eine coole Zeit“, sagt der gebürtige Ostberliner. Daniel Narcisse, Kim Andersson, Thierry Omeyer, Daniel Narcisse – große Spieler prägten den Topklub. Reichmann war das Sternchen unter den Stars.

Hinter Christian Sprenger war er die Nummer zwei auf der rechten Seite. Schon damals war Alfred Gislason der THW-Trainer. „Ich habe in Kiel viel von diesen Menschen gelernt. Dennoch war es die richtige Entscheidung, 2012 nach Wetzlar zu wechseln, um regelmäßig 60 Minuten Spielpraxis zu bekommen“, betont der MT-Neuzugang. Zu Sprenger, der ab dieser Serie als Co-Trainer für den Titelanwärter arbeitet, hat Reichmann genauso noch Kontakt wie zu Narcisse (Paris) und Dominik Klein (Nantes).

Das Trikot

„Die Neun ist meine Glückszahl“, erzählt Reichmann, „das bilde ich mir jedenfalls ein.“ Gern hätte er in Kiel auch die Neun auf dem Trikot getragen, aber diese war schon an den französischen Kreisläufer Igor Anic vergeben. So entschied er sich für die 19. Diese musste er dann auch in Wetzlar akzeptieren, wo bereits der Ex-Melsunger Daniel Valo mit der Neun auflief. Erst in Kielce/Polen bekam er seine Wunschnummer, mit der ihn inzwischen auch die Fans der MT sowie der deutschen Nationalmannschaft in Verbindung bringen.

Voll konzentriert: Melsungens Tobias Reichmann (rechts, hier gegen Gummersbachs Marvin Sommer).

Das Leben

2011, vor seiner dritten Saison in Kiel, wurde Reichmann unter anderem gefragt, was er in fünf Jahren machen wird? Er antwortete: Handballspielen und fertig mit meinem Studium sein. Der Linkshänder studierte zu dieser Zeit Sportwissenschaften und Pädagogik an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. „Also Handball spiele ich ja immer noch“, sagt der Rechtsaußen schmunzelnd. An der Uni ist er jedoch nicht mehr eingeschrieben. „Ich möchte aber neben dem Sport wieder etwas machen, entweder Ausbildung oder Studium“, erläutert der MT-Profi.

Die Frisur

Im Jahr 2017 trägt Reichmann das Haar gern etwas länger. Damit es ihn im Spiel nicht stört, muss er sogar ein Bändchen über den Kopf ziehen. „Ich will die Haare erst mal wachsen lassen“, meint Reichmann. Zu Kieler Zeiten – lange bevor er Freundin Sarina heiratete und die Kinder Ella Sophie sowie Karl Henry zur Welt kamen – hatte er noch nicht so eine Mähne. „Das war der typische Russen-Schnitt“, sagt Reichmann heute.

Als er bei Kielce spielte, war seine Haarpracht schon üppiger. Geschadet hat es seinen Flugkünsten nicht. Mit den Polen triumphierte er in der Königsklasse. Und als er mit den Osteuropäern im Mai 2015 beim Final Four in Köln das Spiel um Rang drei gegen Kiel gewann, trug Reichmann drei Tore zum 28:26-Erfolg bei. Gegen einen ähnlichen Spielausgang hätte der 29-Jährige auch am Sonntag nichts einzuwenden.

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