Melsungens Kubes steht vor seiner fünften Teilnahme am Final-Four-Pokalturnier in Hamburg

„Immer noch was Besonderes“

Dirigiert lautstark seine Nebenleute in der Abwehr: Melsungens Routinier Daniel Kubes, der mit dem THW Kiel schon zweimal Pokalsieger wurde. Archivfoto: Schachtschneder

Melsungen. Für manche bleibt es ein unerfüllter Traum. So gesehen ist Handballer Daniel Kubes ein Glückskind. Denn wenn die MT Melsungen am Samstag um 17.45 Uhr zum Pokal-Halbfinale gegen die Füchse Berlin antritt, dann ist es bereits die fünfte Teilnahme des Zwei-Meter-Manns am Final Four in der Hamburger O 2 World-Arena. Zweimal gewann er den Titel mit dem THW Kiel (2011 und 2012), jeweils einmal scheiterte er mit der HSG Nordhorn (2008) und der MT (2013).

„Es ist für mich trotzdem immer noch etwas Besonderes“, sagt der baumlange Abwehrstratege, „es ist aber schon gut zu wissen, was einen so erwartet.“ Klar, wer die atemberaubende Atmosphäre in der Halle schon einmal erlebt hat; wer eine Ahnung davon hat, wie bewegend der Empfang am Freitagabend bei der Stadt Hamburg ist, dem fällt es leichter, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und das Wesentliche sind ein bis maximal zwei Partien.

„Die Berliner liegen uns besser als manch anderer Gegner.“

Daniel Kubes

„Wenn wir eine Top-Leistung abrufen, dann können wir jeden dort schlagen“, betont Kubes und macht sich und den Seinen Mut. Die Chancen gegen die Füchse schätzt er nicht nur wegen der engen Vergleiche in dieser Bundesliga-Serie gar nicht so schlecht ein: „Die Berliner liegen uns besser als manch andere Mannschaft, weil wir sie eine ähnliche Spielweise haben.“ Womit er etwa darauf anspielt, dass beide Teams über eine kompakte Abwehr verfügen sowie häufig und gut das Spiel über einen groß gewachsenen Kreisläufer suchen: Was Felix Danner für die MT ist, das ist der Schwede Jesper Nielsen für die Hauptstädter. Und die Melsunger haben mit Anton Mansson und Kubes noch weitere Klasse-Leute in der Hinterhand.

Ja, der 36 Jahre alte Tscheche muss nicht nur als Innenverteidiger eine große Stütze sein. Wie zuletzt gegen Eisenach zu sehen war, als er dank kompromissloser Deckungsarbeit auch noch die daraus resultierenden Tempogegenstöße überlegt abschloss. Vier Treffer in einem Spiel gelangen ihm im MT-Dress noch nie. In Kiel warf er in 107 Pflichtspielen ganze 47 Tore.

So oft wird er eigene Erfolge auch nicht mehr bejubeln. Im Juni beendet er seine Karriere und wird wohl ins Trainergeschäft wechseln, da er an der Fulda keinen neuen Vertrag erhalten wird. Nach den Qualifikationsspielen gegen Serbien ist Schluss für Kubes. Gedanken daran verschwendet er noch nicht. „Ich habe noch so viele Sachen zu erledigen“, erklärt der tschechische Nationalspieler.

Noch leicht geschwächt

Allein am vergangenen Wochenende waren drei Testspiele beim Vierländer-Turnier im polnischen Lublin zu absolvieren.

„Das war schon eine heftige Belastung und ich bin auch ein bisschen angeschlagen“, erläutert Kubes, „aber das ist kein wirkliches Problem. Am Wochenende steht schließlich ein Highlight an.“ Für Daniel Kubes ist es bereits das fünfte Mal.

Von Björn Mahr

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