Geerken und Roth beklagen Undiszipliniertheiten einiger MT-Spieler

Ziemlich angefressen: Melsungens Trainer Michael Roth. Foto: Schachtschneider

Kassel. Ein Sonntag im schwäbischen Tuttlingen: Die Melsunger Bundesliga-Handballer besichtigen zunächst das Werk des B.Braun-Tochterunternehmens Aesculap und gewinnen später vor 700 Zuschauern ein Freundschaftsspiel in der Mühlauhalle gegen Geburtstagskind HSG Rietheim-Weilheim 49:18.

„Es war ganz gut zum Auflockern und eine schöne Abwechslung“, sagt MT-Coach Michael Roth.

Klar, die Stimmung bei ihm selbst, den Klub-Verantwortlichen und den Spielern war am Vorabend im Keller. Nicht nur wegen der 25:29-Niederlage beim Abstiegskandidaten HBW Balingen-Weilstetten, sondern vor allem wegen der Umstände, die zu dieser Pleite geführt haben.

„Wir haben uns selbst geschadet“, beklagt MT-Manager Axel Geerken die Undiszipliniertheiten einiger vermeintlicher Aktivposten. „Wir waren zwar mit der Leistung der Schiedsrichter nicht zufrieden, die Entscheidungen müssen unsere Jungs aber respektieren.“ Das taten einige offenkundig nicht:

• Situation 1: Rechtsaußen Johannes Sellin bekam in der 35. Minute eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. Er hatte nach einer Szene reklamiert, an der er selbst gar nicht direkt beteiligt war. Da Sellin das Feld nicht verließ und weiter seinem Unmut Luft machte, erhöhten die Unparteiischen Ronald Immel und Christoph Klein das Strafmaß auf weitere zwei Minuten.

• Situation 2: Philipp Müller kassierte in der 50. Minute seine dritte Zeitstrafe – die Folge: Rote Karte. Doch weil er anschließend die Unparteiischen noch beleidigte, zückten diese die Blaue Karte. Damit ist Müller mindestens ein Spiel gesperrt.

• Situation 3:  Bruder und Kapitän Michael Müller meckerte genauso wie Sellin und musste in der 55. Minuten für zwei Minuten vom Feld.

„Wir haben uns von der Hektik anstecken lassen. Dabei hätten wir ruhig bleiben müssen“, ärgerte sich Roth, „so etwas ist nicht akzeptabel.“ Zumal der Trainer im Vorfeld explizit auf die aufgeladene Atmosphäre auf den Rängen der Balinger Sparkassen-Arena und die Aggressivität des Gegners hingewiesen hatte.

Im Hotel in Tuttlingen gab es eine Aussprache, an der auch die Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke teilnahm. Ob und wie die MT die Sünder bestraft, ist nicht bekannt. „Das werden wir intern klären“, sagt Geerken. In Balingen mussten die Nordhessen bereits die Roten Karten Nummer fünf und sechs in dieser Serie hinnehmen. Dass ein Akteur auch noch den Blauen Karton gezeigt bekam, war indes eine Premiere.

Diese Karte wurde zu Beginn dieser Spielzeit eingeführt. In dieser Saison erwischte es überhaupt erst zwei Erstliga-Handballer vor Philipp Müller: Coburgs Florian Billek und Magdeburgs Torwart Dario Quenstedt.

Ob Müller nur für das Heimspiel am Mittwoch ab 19 Uhr in der noch nicht ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle gegen die HSG Wetzlar gesperrt ist, steht noch nicht fest. Bis zum Dienstagnachmittag haben die Melsunger Zeit, eine Stellungnahme bei der Handball-Bundesliga abzugeben. Davon werden sie laut Geerken auch Gebrauch machen.

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