Nordhessen heute in Kiel

Vor MT-Spiel in Flensburg: Interview mit dem zukünftigen Melsunger Alexander Petersson

Jetzt noch in Flensburg, ab Sommer in Melsungen: der Isländer Alexander Petersson.
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Jetzt noch in Flensburg, ab Sommer in Melsungen: der Isländer Alexander Petersson.

Seit gestern weilen die Handballer der MT Melsungen im hohen Norden – für die Bundesliga-Auswärtsspiele gegen den THW Kiel (heute 20.30 Uhr) und die SG Flensburg-Handewitt (Pfingstmontag, 18.30 Uhr). Auf ihrer Reise durch Schleswig-Holstein treffen die MT-Profis auf einen zukünftigen Teamkollegen. Flensburgs Alexander Petersson wechselt im Sommer an die Fulda.

Kassel/Kiel – Seit gestern weilen die Handballer der MT Melsungen im hohen Norden – für die Bundesliga-Auswärtsspiele gegen den THW Kiel (heute 20.30 Uhr) und die SG Flensburg-Handewitt (Pfingstmontag, 18.30 Uhr). Auf ihrer Reise durch Schleswig-Holstein treffen die MT-Profis auf einen zukünftigen Teamkollegen. Flensburgs Alexander Petersson wechselt im Sommer an die Fulda.

Wir haben vor der Partie mit dem 40-Jährigen über seine bisherige Karriere, Melsungen und das Duell am Montag gesprochen.

Haben Sie eine Idee, was Sie am 13. Dezember 2003 gemacht haben?

Das müsste mein erstes Jahr in der Bundesliga gewesen sein. Und wahrscheinlich haben wir da gegen Melsungen gespielt, oder?

Genau, Sie haben die HSG Düsseldorf zum 27:23-Heimsieg über Melsungen geführt.

Ich weiß noch, dass das ein wichtiger Erfolg war. Melsungen war damals ein großer Gegner im Aufstiegsrennen.

18 Jahre später sind Sie immer noch ein gefährlicher Bundesligaspieler. Ihr Erfolgsrezept?

Das hat etwas mit Erfahrung zu tun. Je länger Du in der ersten Liga spielst, desto besser weißt Du, was Du tun und was Du besser bleiben lassen solltest. Da geht es um Disziplin, um die richtige Ernährung. Mir haben auch Verletzungen geholfen, meinen Körper besser kennenzulernen. Ich kann es sagen: Der Aufwand lohnt sich. Es macht mich stolz, dass ich so lange dabei bin.

Auch ein Eishockey-Fan

Seit gestern läuft die Eishockey-WM in Riga – Alexander Petersson stammt aus dieser Stadt. Auch wenn er zudem die isländische Staatsbürgerschaft besitzt, so drückt er dem lettischen Team die Daumen.

Sie sind in Riga geboren, aber haben schon lange die isländische Staatsbürgerschaft. Wie viel Isländer steckt in Alexander Petersson?

Ich bin im Alter von 18 Jahren nach Island gekommen. Und seitdem habe ich schon einiges von der Mentalität aufgenommen. Dass man sich durchsetzen muss. Dass man immer alles gibt. Wobei ich auch schon vorher Aufgeben nicht kannte.

Mittlerweile sind Sie in Deutschland ganz gut herumgekommen. Was wissen Sie schon über die Region Kassel?

Das war im Dezember 2003: Alexander Petersson spielt in der 2. Bundesliga mit Düsseldorf gegen Melsungen. Im Hintergrund: Predrag Kontic (MT).

Ich war bisher nur als Handballer ein paar Mal dort. Wir sind mit dem Team durch den Bergpark Wilhelmshöhe spazieren gegangen. Und in Melsungen war ich schon durch den Sparkassencup. Ich kann mich an schöne alte Gebäude erinnern. Wenn ich zur MT komme, werde ich wohl eher in der Gegend um Melsungen wohnen.

Wie wichtig war Trainer Gudmundur Gudmundsson für die Entscheidung, zur MT zu kommen?

Sehr wichtig. Wir haben eine lange Geschichte – angefangen mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Dann war Gudmi ja auch nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch bei den Löwen mein Trainer. Wir arbeiten erfolgreich zusammen. Ich weiß, wie er tickt. Er weiß, was ich kann. Das prägt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Er erwartet aber auch viel von seinen Teams.

(lacht) Früher mussten die Spieler noch mehr laufen. Ich denke, ich kann im nächsten Jahr an der einen oder anderen Stelle sicher helfen. Wir sprechen eine Sprache.

MT-Fans sollen Jubelszenen aufnehmen

Seit Freitag steht fest, dass insgesamt 1000 Fans beim Rewe Final Four Anfang Juni dabei sein dürfen. 13 000 Zuschauer wir früher werden aber nicht zugelassen sein. Bundesligist MT Melsungen ruft deshalb alle Anhänger auf, die Mannschaft virtuell anzufeuern.

So sollen MT-Fans jetzt mit ihrem Smartphone Jubelszenen aufnehmen. Diese werden dann zu einem Video zusammengefügt, das an den Spieltagen auf den LED-Boards in der Hamburger Barclay Card Arena laufen wird. „Wir sind sicher, dass sich die MT-Fans dazu einiges einfallen lassen werden“, erklärt Melsungens Marketingleiterin Christine Höhmann.

Als Dankeschön verlost die MT unter allen Einsendern drei original MT-Sondertrikots, die die Mannschaft beim Final Four tragen wird. Alles Weitere gibt es unter www.mt-melsungen.de

Haben Sie sich auch bei anderen Kollegen über Melsungen informiert.

Ja, ich habe mit vielen gesprochen: von Johannes Golla über Mikael Appelgren bis hin zu Silvio Heinevetter, den ich ja noch aus Berlin bestens kenne. Sie haben mir schon ein paar Tipps gegeben, wo man gut leben kann.

Am Montag empfängt Flensburg Ihren zukünftigen Arbeitgeber. Was erwarten Sie von der Partie?

Schwer zu sagen. Auf jeden Fall wird es wieder ein hart umkämpftes Spiel. Unser Team hat trotz des Ausscheidens in der Champions League gegen Aalborg wirklich alles gegeben und eine unglaubliche Mentalität bewiesen. Jetzt gilt es diesen Rückschlag abzuschütteln, denn wir haben jetzt nur noch ein Ziel - das ist die Bundesliga. Darauf werden wir uns konzentrieren. (schmunzelt) Vielleicht kann uns Melsungen ja am Samstag in Kiel etwas Schützenhilfe leisten.

Sie haben allerdings schon mal zum Ende einer Saison schlechte Erfahrungen mit der MT gemacht. Müssen Sie Ihre Kollegen eindringlich vor Melsungen warnen?

Dass wir damals mit den Löwen zu Hause gegen die MT verloren haben, ist kein Vorwurf an Melsungen. In dieser Liga müssen wir jeden Gegner ernst nehmen, denn das macht die Bundesliga auch so besonders. Melsungen hat einen sehr starken Kader, davor müssen wir gewarnt sein. (Björn Mahr)

Zur Person: Alexander Petersson

Alexander Petersson (40) wechselt im Sommer von der SG Flensburg-Handewitt zum heimischen Handball-Bundesligisten MT Melsungen. Seine früheren Stationen in Deutschland: Rhein-Neckar Löwen, SG Flensburg-Handewitt, TV Großwallstadt und HSG Düsseldorf. Der Halbrechte kam mit 18 Jahren aus seiner lettischen Geburtsstadt Riga nach Island und spielte auf der Atlantikinsel bei KR Grotta. Seine größten Erfolge: Deutscher Meister (2016 und 2017), DHB- (2018) und EHF-Pokalsieger (2013), EM-Dritter (2010) und Vize-Olympiasieger (2008). Petersson ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die beiden Söhne sind leidenschaftliche Fußballer. Die Familie lebt in der Nähe von Heidelberg. 

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