Bergischer HC kommt Donnerstag

Interview mit Kasseler Sebastian Damm vor Spiel bei MT: Es ist an der Zeit, dass ich zu Hause gewinne

Spielt bei den Bergischen Löwen auf Linksaußen: der aus Kassel stammende Sebastian Damm.
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Spielt bei den Bergischen Löwen auf Linksaußen: der aus Kassel stammende Sebastian Damm.

Kassel – Wenn die MT Melsungen morgen ab 19.05 Uhr in der Handball-Bundesliga den Bergischen HC empfängt, steht auch ein Spieler der Gäste im Fokus: der gebürtige Kasseler Sebastian Damm. Der Linksaußen freut sich auf den Auftritt in der Heimat.

Fünf Tage nachdem das Heimspiel der Bergischen Löwen gegen die HSG Wetzlar wegen eines medizinischen Notfalls abgebrochen wurde, bekommen es der 26-Jährige und der BHC damit wieder mit einem hessischen Vertreter zu tun.

Gibt es Auswärtsfahrten, auf die Sie sich noch etwas mehr freuen als auf andere Spiele?
Ich habe für mich da schon eine Top drei festgelegt.
Lassen Sie uns raten: Das Gastspiel in Kassel zählt dazu.
Absolut. Neben den Partien in Kiel und Magdeburg ist das Melsungen-Spiel emotional sehr bedeutend für mich. Meine Familie ist am Donnerstag dabei, und Kassel ist nun mal meine Heimatstadt.
Sie sind eine halbe Ewigkeit aus Kassel weg. Haben Sie noch einen Lieblingsplatz?
Ja, ich bin immer wieder gern am Herkules. Da meine Eltern in Wilhelmshöhe wohnen, haben wir es nicht weit bis dahin. Auch mit alten Weggefährten gehe ich dorthin spazieren, wenn ich in Kassel Station mache.
Mit welchen Erwartungen treten Sie mit dem BHC in Kassel an?
Melsungen ist der Favorit. Der neue Trainer hat wichtige Impulse reingebracht. Individuell ist das Team gut aufgestellt. Die MT hat genügend Spieler im Kader, die eine Partie entscheiden können. Seitdem ich beim BHC bin, waren es aber auch immer enge Begegnungen. (schmunzelt) Jetzt ist es an der Zeit, dass ich mal zu Hause gewinne.
Erst mal mussten Sie die Ereignisse vom vergangenen Samstag mit den medizinischen Notfällen und dem Spielabbruch verarbeiten. Ist der Prozess schon abgeschlossen?
Nein, der läuft immer noch. Unser Verein geht super-sensibel mit diesem Thema um. Jeder Spieler verarbeitet solche Erlebnissen anders. Wir hatten am Montag extra noch Gespräche mit unseren Mannschaftsärzten. Da ich während meiner Zeit bei Lübeck-Schwartau im Rettungsdienst gearbeitet habe, fällt es mir jetzt wahrscheinlich etwas leichter als anderen.
Inwieweit beeinträchtigt der Spielabbruch die Vorbereitung auf die Partie in Kassel?
Mit einem normalen Trainingsalltag hatte das jetzt wenig zu tun. Ich erwarte auch nicht, dass wir die 51 Minuten vom Samstag gegen Wetzlar noch mal analysieren werden. Wir müssen es jetzt einfach schaffen, den Fokus voll auf den Auftritt in Kassel zu legen. Und ich hoffe, dass unsere angeschlagenen Spieler wieder fit sind.
Was wollen Sie der MT gezielt entgegensetzen?
Unsere Stärke sind die Abwehr und das Tempospiel. Wir entwickeln aus erster, zweiter und auch noch dritter Welle viel Druck. Dass wir definitiv stabil stehen, kann eine gute Waffe gegen die Melsunger sein.
Mit einem Sieg gegen Melsungen würden Sie auch Ihrem Geschäftsführer Jörg Föste nachträglich eine große Freude nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten im Deutschen Handballbund machen.
Wir haben ihm im Team alle bereits zu seinem Job beim DHB gratuliert. Diese Woche wollten wir eigentlich seinen Einstand feiern. Aber das muss angesichts der jüngsten Ereignisse noch etwas warten. (Björn Mahr)

Zur Person: Sebastian Damm

Sebastian Damm (26) spielt seit 2019 für den Bergischen HC. Zuvor war der aus Kassel stammende Linksaußen für Bayer Dormagen und den VfL Lübeck-Schwartau im Einsatz. Mit 13 Jahren war er ins Internat des TV Großwallstadt gewechselt. Sein Heimatverein ist die SVH Kassel. Seine Brüder Julian (Ahlener SG) und Christian (Viktoria Bettenhausen) spielen ebenfalls Handball. Sebastian Damm ist in festen Händen. 

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