1. Startseite
  2. Sport
  3. MT Melsungen

Interview mit Timo Kastening: Profi der MT Melsungen spricht über Länderspiel am Sonntag in Kassel

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Mit der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag in Kassel zu Gast: Timo Kastening (hier vor einem Länderspiel Anfang Januar in Mannheim) vom Bundesligisten MT Melsungen.
Mit der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag in Kassel zu Gast: Timo Kastening (hier vor einem Länderspiel Anfang Januar in Mannheim) vom Bundesligisten MT Melsungen. © Sascha Klahn

Handball-Nationalspieler Timo Kastening von der MT Melsungen spricht über das Länderspiel am Sonntag ab 17.15 Uhr in Kassel und Team-Zusammenhalt.

Kassel – Die Handball-Nationalmannschaft kommt nach Kassel. Am Sonntag ab 17.15 Uhr trifft das Team des Deutschen Handballbundes (DHB) auf Ungarn – einer von zwei Tests, denn bereits am Samstag ab 16.15 Uhr (beide live bei Sport 1) stehen sich die beiden Auswahlen in Gummersbach gegenüber. National-Rechtsaußen Timo Kastening kennt als Profi der MT Melsungen die Rothenbach-Halle in- und auswendig. Doch der Auftritt am Sonntag wird sein erstes Länderspiel in Kassel.

42 Länderspiele haben Sie bislang gespielt. Welche Partie ist Ihnen am meisten in Erinnerung geblieben?

Natürlich erinnere ich mich gern an mein erstes Länderspiel gegen die Schweiz 2019 in Düsseldorf. Am einprägsamsten war aber das Hauptrundenspiel bei der EM 2020 in Wien gegen die Kroaten – trotz der knappen Niederlage. Es war wie ein K.o.-Spiel und von einer großen Intensität gekennzeichnet.

Wie wichtig ist Ihnen die Größe einer Halle?

Das ist für mich nicht so entscheidend. Es gibt Arenen, in denen kommt keine gute Stimmung auf. Genauso kann aber auch in einer kleinen Halle mächtig die Post abgehen.

Welchen Stellenwert hat da ein Auftritt in der Kasseler Rothenbach-Halle?

Ich hatte so eine ähnliche Situation schon mal, als ich mit der deutschen Nationalmannschaft in Hannover gegen Kroatien gespielt habe. Das war sehr besonders. Nun erlebe ich dasselbe noch einmal in Kassel – da kenne ich die Halle, da kenne ich viele Leute. (schmunzelt) Ich weiß noch nicht, in welcher Kabine wir uns umziehen – aber wenn es die der MT sein sollte, dann setze ich mich direkt auf meinen Platz.

Ist für einen Melsunger Spieler der Druck bei einem Länderspiel in Kassel ein bisschen größer?

Das macht keinen Unterschied. Die Zuschauer erwarten ja immer etwas von Dir.

Wie viele Karten haben Sie für Familie und Freunde sichern müssen?

Das ist sehr kurios: bislang noch keine. Manchmal melden sich Kumpels aber auch erst zehn Stunden vor einem Spiel. (schmunzelt) Ich werde mich vorsichtshalber aber schon mal umhören.

Was erwarten Sie von den Begegnungen gegen Ungarn?

Der Gegner ist aus meiner Sicht bei seinem Umbruch schon ein Jahr weiter als wir. Die Ungarn haben einen super Mix aus erfahrenen und jungen Spielern. Bei der Heim-Europameisterschaft haben sie zwar enttäuscht, ich rechne aber jetzt mit zwei harten Spielen. Darauf kann man sich wirklich freuen.

Inwiefern haben die erheblichen Corona-Probleme während der EM im Januar die Entwicklung des deutschen Teams etwas gebremst?

Das ist schwer zu beurteilen. Das Momentum wäre perfekt gewesen, um einige Schritte nach vorn zu machen. Leider lief es dann anders.

Für Sie war das Turnier nach dem zweiten Vorrundenspiel beendet. Sie mussten in Isolation. Wie haben Sie den Zusammenhalt in der Mannschaft danach aus Ihrem Hotelzimmer erlebt?

Es waren schon sehr besondere Umstände, wenn du tagelang allein auf einem Zimmer bist. Dass du so viel Unterstützung erhältst, ist nicht selbstverständlich Es war aber wirklich jeder für jeden da. Wie wichtig das in diesen Zeiten ist, zeigt sich gerade durch den Krieg in der Ukraine.

Seit 2020 ist der Isländer Alfred Gislason der deutsche Bundestrainer. Wie viel Spaß macht die Arbeit mit diesem erfahrenen Coach?

Sehr viel. Alfred ist recht ruhig und gesellig. Er findet den richtigen Mix: Es gibt harte Trainingseinheiten, wir dürfen aber auch einmal zum Warmmachen Fußball spielen.

Vor drei Jahren begann Ihre Karriere im Nationalteam. Genauso wie bei Ihnen damals hat nun wieder ein Spieler der TSV Hannover-Burgdorf eine Einladung erhalten. Welche Tipps können Sie Veit Mävers geben?

Wir kennen uns gut und reden viel miteinander. Er besitzt großes Talent und hat sich die Nominierung verdient. Ob ich ihm großartige Tipps geben muss, weiß ich nicht. Er soll einfach bei sich bleiben, authentisch sein. Seit der ersten Übungseinheit in Kamen ist Veit sehr engagiert, er bringt Spielwitz rein. Er macht es gut. (Björn Mahr)

Zur Person: Timo Kastening

Timo Kastening (26) spielt seit 2020 für den Handball-Bundesligisten MT Melsungen. Zuvor stand der gebürtige Stadthagener in Diensten des Klassenkameraden TSV Hannover-Burgdorf. Sein Länderspieldebüt feierte der Niedersachse im März 2019 gegen die Schweiz. Kastening nahm an den Europameisterschaften 2020 und 2022, an der Weltmeisterschaft 2021 in Ägypten sowie an den Olympischen Spielen 2021 in Tokio teil. 2019 wurde der Rechtsaußen in Deutschland zum Handballer des Jahres gekürt. Die Leser dieser Zeitung wählten den Linkshänder 2021 zu Nordhessens Sportler des Jahres. Kastening ist ledig.

Auch interessant

Kommentare