„Wir wollen es alle besser machen“

Interview: MT-Kapitän Kai Häfner und sein Stellvertreter Domagoj Pavlovic äußern sich vor dem Saisonstart

Sie gehen zuversichtlich in die neue Bundesliga-Saison: der Melsunger Vize-Kapitän Domagoj Pavlovic (links) und Kapitän Kai Häfner.
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Sie gehen zuversichtlich in die neue Bundesliga-Saison: der Melsunger Vize-Kapitän Domagoj Pavlovic (links) und Kapitän Kai Häfner.

Die Vorbereitung der MT Melsungen geht langsam dem Ende entgegen. Bereits am Mittwoch steht in Lemgo der Saisonstart in der Handball-Bundesliga für die Nordhessen auf dem Programm. Auch für den neuen Kapitän Kai Häfner und den neuen Vize-Kapitän Domagoj Pavlovic. Wir haben mit den beiden vor dem Auftakt der Spielzeit gesprochen.

Kassel – Die Vorbereitung der MT Melsungen geht langsam dem Ende entgegen. Bereits am Mittwoch steht in Lemgo der Saisonstart in der Handball-Bundesliga für die Nordhessen auf dem Programm. Auch für den neuen Kapitän Kai Häfner und den neuen Vize-Kapitän Domagoj Pavlovic. Wir haben mit den beiden vor dem Auftakt der Spielzeit gesprochen.

Haben Sie für das erste Heimspiel gegen Kiel bereits Karten gekauft?

Kai Häfner: Selbstverständlich habe ich schon Karten gekauft. Domagoj Pavlovic: Nein, habe ich nicht.

Sie sind beide seit einem Jahr Väter. Ihre Kinder wollen Sie doch bestimmt mal auf dem Feld in Aktion sehen.

Häfner: Auf jeden Fall. Das Trikot hat mein Sohn schon (lacht). In der vergangenen Saison war er beim letzten Heimspiel schon mal kurz mit meiner Frau da. Es ist natürlich sehr schön, die beiden beim Spiel sehen zu können. Ich hoffe, dass dies jetzt viel häufiger möglich ist. Pavlovic: Natürlich will meine Tochter mich mal spielen sehen. Aber beim ersten Heimspiel ist es schwierig, weil sie schon um halb acht ins Bett geht. Wenn wir allerdings mal um 16 Uhr spielen, wird sie sicher mit meiner Frau in die Halle kommen.

Inwieweit tauschen sich zwei junge Väter auch mal in der Kabine aus?

Häfner: Wir sitzen in der Kabine ja sogar nebeneinander. Da ist es natürlich immer mal wieder Gesprächsthema. Es ist ja auch das Schönste, was es im Leben gibt. Pavlovic: Es gibt mit Simo (Nebojsa Simic, Anm. Red.) ja noch einen Spieler, der vor einem Jahr Vater geworden ist. Man spricht darüber, ob das Kind schon laufen kann oder wann es schlafen geht. Das sind schon normale Themen in der Umkleidekabine.

Sie werden in der Rothenbach-Halle wohl wieder vor vollen Rängen spielen dürfen. Mit welchen Gefühlen blicken Sie darauf?

Pavlovic: In der letzten Saison war es schwierig ohne Zuschauer. Jetzt dürfen wir wieder in einer vollen Halle spielen und das freut mich riesig.

Häfner: Das wird wieder eine Umstellung, aber diesmal positiv für uns alle. Wir freuen uns darauf, dass wir unsere Fans wieder begrüßen und hoffentlich zusammen tolle Spiele erleben dürfen.

Alles im Blick: Domagoj Pavlovic (links) und Kai Häfner bei einer Verschnaufpause gegen Coburg.

Welche sportlichen Erwartungen haben Sie an die kommende Saison?

Häfner: Ich möchte das nicht unbedingt an einem Platz festmachen, sondern eher daran, dass wir uns in sehr vielen Bereichen verbessern müssen. Wir müssen dabei Schritt für Schritt in die richtige Richtung gehen. Pavlovic: Wir haben jetzt einen viel besseren Kader als letztes Jahr. Aber wir müssen erst mal von Spiel zu Spiel schauen, und über Ziele können wir dann später reden.

Was stimmt Sie optimistisch, dass es nun um einiges besser läuft als in der enttäuschenden Saison 2020/21?

Häfner: Wir wissen selber, dass wir nicht zu 100 Prozent zufrieden sein können, was wir letzte Saison abgeliefert haben. Mich stimmt positiv, dass es alle in der Mannschaft gemeinsam besser machen wollen. Außerdem ist der Einsatz im Training sehr gut. Pavlovic: Wir haben jetzt im Rückraum mehr Konkurrenz und müssen auf unseren Positionen mehr kämpfen. Das macht Spaß gerade.

Gutes Stichwort. Sie haben beide auf Ihren Positionen neue Mitspieler bekommen. Herr Pavlovic, welchen Eindruck haben Sie von Elvar Örn Jonsson?

Pavlovic: Wir sind ähnliche Spielertypen, beide sehr schnell, beide stark in 1:1-Situationen. Er kann auch in der Abwehr spielen. Ich freue mich, ihn jetzt bei uns spielen zu sehen.

Und Sie, Herr Häfner, von Alexander Petersson?

Häfner: Einen sehr guten Eindruck. Er hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel (lacht). Er kann der ganzen Mannschaft mit seiner Erfahrung, Einstellung und Präsenz helfen – auch mit seiner sportlichen Qualität. Bei ihm spielt das Alter von 41 Jahren keine Rolle. Da denkt man sich schon immer mal wieder: Respekt.

Sie haben als Kapitän und Vize-Kapitän im Team neue Rollen. Wie intensiv tauschen Sie sich aus?

Häfner: Es ist eine neue Situation und außerdem gibt es in der Vorbereitung immer viel zu besprechen. Zudem haben wir noch neue Spieler auf zentralen Positionen. Da gibt es schon einen regen Austausch, der auch notwendig ist.

Und wie ist es mit den Ämtern im Team. Müssen Sie die bestimmen?

Häfner: Die wurden schon vergeben, das läuft jedes Jahr gleich ab. Die Aufgaben sind aufgelistet, und je nach Alter dürfen sich die Spieler diese dann aussuchen.

Und welches Amt haben Sie, Herr Häfner?

Häfner: Ich habe kein weiteres Amt, da ich schon zu den älteren Spielern gehöre und wir nicht so viele Ämter haben, dass jeder eins übernehmen muss.

Welche weiteren Ämter gibt es?

Häfner: Es hat sich gar nicht so viel geändert. Tobias Reichmann hat die Kasse, ein sehr wichtiges Amt. Timo Kastening ist weiter für die Musik zuständig. Domagoj sorgt beispielsweise weiter für die Hygiene der Mannschaft. Das heißt, er muss immer Duschgel nach den Spielen und dem Training dabei haben. Das Amt hat er letztes Jahr schon gemacht und füllt es sehr gut aus. Pavlovic: (lacht) Ich mache das jetzt im dritten Jahr und ich glaube, ich mache das sehr korrekt. Es ist aber auch nicht so schwer.

Zu den Personen: Kai Häfner und Domagoj Pavlovic

Kai Häfner (32) spielt seit 2019 im rechten Rückraum der MT und kam aus Hannover. Häfner ist verheiratet und hat mit seiner Frau Saskia einen Sohn, der Levi Hans heißt.

Domagoj Pavlovic (28) kam 2018 von RK Zagreb zur MT. Der kroatische Regisseur ist mit Jana verheiratet und hat eine Tochter, die Aria heißt.

Die erste Woche hat es mit den Spielen in Lemgo und gegen Kiel in sich. Was trauen Sie ihrem Team zu?

Pavlovic: Wir müssen gleich alles geben. Wir hatten in der vergangenen Saison keine Konstanz. Es wird nicht einfach, weil wir im ersten Spiel gleich großen Druck haben. Aber wir sind Profisportler und müssen damit umgehen können.

Häfner: Ich glaube, es ist egal, wo und gegen wen du in dieser ausgeglichenen Liga spielst. Es ist immer sehr tough, da musst du gleich bereit sein. Wir wollen versuchen, da zu sein und alles reinzulegen, was wir haben. (Manuel Kopp und Björn Mahr)

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