Melsunger Handballer in Göppingen gefordert

MT am Sonntag wieder mit Kapitän Lemke

MT-Kapitän Finn Lemke (links, hier mit Teamkollege Kai Häfner).
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Bringt Emotionalität hinein: MT-Kapitän Finn Lemke (links, hier mit Teamkollege Kai Häfner).

Wenn die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen am Sonntag auf Göppingen treffen, ist er wieder mit dabei: Finn Lemke. Die Rückkehr des Kapitäns und Abwehrchefs - sie ist wichtig für die Melsunger.

Bevor Finn Lemke in dieser Woche wieder ins Melsunger Mannschaftstraining einstieg, war nicht klar, wie es für ihn laufen würde. Zwar hatte der Handball-Profi der MT nach überstandener Corona-Erkrankung im November schon wieder gespielt, bei der Partie in Berlin Anfang dieses Monats wurde er aber dann mehr eingesetzt als geplant. Mit fatalen Folgen: Sein Körper spielte nicht mit – die nächste Zwangspause. Die schmerzhafte 27:32-Heimpleite des Bundesligisten gegen Schlusslicht Coburg erlebte er auf der Ersatzbank in ziviler Kleidung mit.

Jetzt darf der 2,10-m-Hüne wieder. Jetzt darf er auch mal wieder laut werden. „Die erste Einheit hat gleich riesigen Spaß gemacht“, erklärt Lemke. Trainer Gudmundur Gudmundsson bemerkt dazu erfreut: „Finns Rückkehr hat etwas verändert. Er bringt gute Stimmung rein.“ Sein Pensum muss der Abwehrchef in dieser Woche behutsam steigern. Für das Auswärtsspiel am Sonntag ab 16 Uhr gegen Frisch Auf Göppingen kann ihn Gudmundsson aber fest einplanen. Nur knapp 48 Stunden später steht bereits ein Heimspiel gegen den TVB Stuttgart auf dem Plan.

„Ich schaue erst einmal nur von Spiel zu Spiel. Es ist aber auch klar, dass ich ein aktiver Teil des Teams sein und der Mannschaft helfen möchte“, betont der 28-Jährige. Umso mehr, weil die anstehende Partie der Melsunger wichtige Aufschlüsse über die weitere Entwicklung geben kann. „Ich erwarte von uns mehr Emotionalität und einen couragierten Auftritt“, stellt Kapitän Lemke klar. Denn: „Das Entscheidende – das sind allein wir.“ Es steht außer Frage, dass die MT mehr in die Zweikämpfe investieren muss, als sie es gegen Coburg getan hat. Gudmundsson hat eine klare Forderung an seine Spieler: „Ich will eine Melsunger Mannschaft sehen, die sich besser präsentiert und 60 Minuten kämpft.“ Bei Torjäger Kühn ist die Botschaft angekommen: „Wir müssen ein Zeichen setzen und brauchen mehr Körperlichkeit.“ Den fehlenden Rhythmus wegen der quarantänebedingten Pause lässt er nicht als Ausrede für die Schlappe gegen die Franken gelten: „Wir hatten ja auch währenddessen genug Zeit uns zu erholen.“

Da die für den vergangenen Mittwoch vorgesehene Partie in Kiel wegen der Coronafälle beim THW verlegt werden musste, hatten die Melsunger nun zehn Tage für die Vorbereitung auf die nächste Partie. „Es ist nicht schön, wenn man eine solche Niederlage so lange mit sich herumtragen muss“, sagte Rechtsaußen Timo Kastening. Soll heißen: Er und seine Kollegen hätten sich am liebsten direkt daran gemacht, den schwachen Eindruck aus dem Coburg-Spiel zu korrigieren. „Es geht um Wiedergutmachung“, verdeutlicht Kühn. Dazu muss die Fehlerzahl verringert werden.

Ein Erfolg in Göppingen hätte durchaus Signalwirkung. Denn das Frisch-Auf-Team von Trainer Hartmut Mayerhoffer wird zusehends stärker. „Die Göppinger spielen einen sehr guten Handball“, warnt Kastening. Und Lemke betont: „Der Gegner hat sich toll verstärkt.“ Insbesondere der isländische Spielmacher Janus Smarason sticht hervor. Ob es ein Vorteil ist, dass Melsungens Arnar Freyr Arnarsson den Regisseur aus der Nationalmannschaft kennt? „Das gleicht sich am Ende aus“, findet Gudmundsson.

Definitiv schafft Smarason viele Räume für die Rückraumschützen Sebastian Heymann und Nemanja Zelenovic. Mit dem Serben hat Lemke ebenso in Magdeburg zusammengespielt wie mit Kreisläufer Jacob Bagersted. Das Wiedersehen mit alten Kollegen ist aber nur eine Randnotiz. In erster Linie ist er froh, dass er wieder auf dem Feld dabei sein kann.

(Von Björn Mahr)

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