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Johannes Golla im Interview vor Gastspiel der SG Flensburg-Handewitt bei der MT Melsungen

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Von: Björn Mahr

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Er kann auch mal laut werden: Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt.
Er kann auch mal laut werden: Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt. © Imago/Lobeca

Johannes Golla, Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft und der SG Flensburg-Handewitt, gastiert mit den Fördestädtern am Sonntag ab 14 Uhr bei der MT Melsungen, seinem Ex-Klub. Ein Interview mit Golla.

Kassel – Er ist der Kapitän bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft und beim Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt. Am Sonntag ab 14 Uhr ist Kreisläufer Johannes Golla mit der SG in der Kasseler Rothenbach-Halle bei der MT Melsungen zu Gast. Bei den Nordhessen wurde er einst zum Profi. Wir haben mit dem 25-Jährigen über die Nationalmannschaft, sein Leben an der Küste und die Rückkehr nach Kassel gesprochen.

Die SG spielt in dieser Saison nicht Champions, sondern European League. Sehen Sie Ihre Familie in dieser Saison besonders viel oder besonders wenig?

Tatsächlich schon mehr als in den vergangenen Jahren, weil die European League später beginnt als die Königsklasse. Zudem meinte es der Spielplan gut mit uns. Wir hatten keine so weiten Reisen.

Andererseits sind Sie nun Kapitän bei der SG und im Nationalteam. Wie kommen Sie mit so viel Verantwortung zurecht?

Es ist eine schöne Herausforderung. Aber ich mache mir da selbst gar nicht so viel Druck. Es ist etwas mehr Aufwand, aber es sind alles interessante Aufgaben. Ich habe ein paar Telefonate mehr und gebe noch einige Interviews mehr.

Geht Ihr Blick schon mal Richtung WM im kommenden Januar?

Ich freue mich darauf. Wir sind in dieser Besetzung schon seit mehr als einem Jahr zusammen. Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir das voll nutzen können, was wir intensiv trainiert haben. Zudem ist es schön zu sehen, dass unsere Nationalspieler bislang in dieser Bundesliga-Saison richtig gute Leistungen zeigen.

Wie bewerten Sie die bisherigen Leistungen der Flensburger?

Schon sehr schwankend. Es waren zwei Highlights dabei, wir hatten aber auch zwei Riesen-Ausrutscher. Deswegen kann das Fazit nun nicht ganz so positiv ausfallen. Wir müssen daran arbeiten, dass sich solche Ausrutscher nicht wiederholen.

Wie viele andere Klubs hat auch die SG immer wieder personelle Rückschläge zu verkraften. Wie oft zwickt es bei Ihnen?

Jeder hat seine Problemchen. Ich bin glücklicherweise von schweren Verletzungen verschont geblieben. Es ist trotzdem wichtig, dass man ständig hart an sich arbeitet und sich gut auf jeden Einsatz vorbereitet.

Durch die Einführung des Anwurfkreises können Sie als Kreisläufer nun noch schneller vor dem gegnerischen Tor sein. Wie gefällt Ihnen diese Veränderung?

Das Handballspiel hat sich verändert. Zu Beginn der Serie habe ich schon festgestellt, dass dadurch mehr Tore fallen. Allerdings ist die Fehlerquote auch etwas höher. Da wir in Flensburg auch vorher schon auf Tempo gesetzt haben, hat sich unser Spiel nicht extrem verändert. Auffällig ist aber, dass die Gegner mehr Druck im Umschaltspiel machen und wir noch intensiver auf einen schnellen Rückzug achten müssen.

Aufgefallen sind Sie in dieser Saison in einem Spiel bereits durch eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Reklamierens. So kennt man Sie eigentlich gar nicht.

Das ist mir im Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen tatsächlich zum ersten Mal passiert. So etwas kommt im Eifer des Gefechts schon mal vor. Ich habe das Ganze danach aber mit den Schiedsrichtern besprochen und aufgearbeitet.

Hat Sie die gemeinsame Zeit mit den Müller-Zwillingen doch sehr geprägt?

(schmunzelt) Das wäre etwas spät, wenn dies jetzt zum Vorschein käme. Von Michi und Philipp Müller habe ich in anderer Hinsicht sehr profitiert.

Vor fast genau fünf Jahren wurde Ihr Wechsel aus Melsungen nach Flensburg bekannt. Wie viel Hesse steckt noch in Johannes Golla?

Ich bin in Hessen geboren. Dort habe ich die meiste Zeit meines Lebens verbracht. Wir werden als Familie auch irgendwann dorthin zurückkehren.

Hintergrund: Bekannte Gesichter

Wenn sich Johannes Golla darauf freut, einige bekannte Gesichter in Kassel wiederzusehen, dann zählt Bärbel Deutschmann unbedingt dazu. Die Melsungerin unterstützt die in der MT-WG lebenden Talente in ihrem Alltag – Golla war der erste, der als Jugendlicher dort einzog. Deutschmann trifft sich am Rande des Punktspiels am Sonntag ab 14 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle auch mit dessen Eltern, die aus Wiesbaden angereist kommen. Johannes Golla lebt mittlerweile mit Frau Elena und Tochter Jula Liv in Flensburg. 

Sie sollen nicht selten auch mal die typisch nordhessische Ahle Wurst gegessen haben.

Ich bin jetzt nicht der ganz große Wurstfan. Aber in der Halle habe ich schon immer mal wieder ein Ahle-Wurst-Brötchen gegessen. Die waren lecker.

Was favorisieren Sie jetzt? Fischbrötchen?

Die gönne ich mir schon mal. Ich mag Fischbrötchen sehr.

Am Sonntag kehren Sie mit der SG nach Kassel zurück. Was erwarten Sie vom Spiel in der Rothenbach-Halle?

Wir treffen auf eine gefährliche Melsunger Mannschaft. Die MT spielt in dieser Saison einen guten Handball. Es wird ein schweres Spiel. Trotzdem freue ich mich sehr auf die Partie, auf viele bekannte Gesichter. Melsungen wird für mich immer ein besonderes Auswärtsspiel bleiben. (Björn Mahr)

Zur Person: Johannes Golla

Johannes Golla (25) spielt seit 2018 für die Handballer der SG Flensburg-Handewitt, inzwischen führt er die Mannschaft als Nachfolger von Lasse Svan (Karriereende) sogar als Kapitän an. Bei der MT Melsungen war der gebürtige Rüdesheimer zum Bundesligaprofi gereift. Seine Stationen in der Jugend waren Eltville, Dotzheim, Wallau und Wiesbaden. Sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gab der Kreisläufer 2019. Vor einem Jahr löste er den zurückgetretenen Uwe Gensheimer als Kapitän in der DHB-Auswahl ab. In bislang 48 Länderspielen gelangen ihm 154 Treffer. 

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