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Interview mit Handball-Nationalspieler Kai Häfner: „Johnny hat es sich verdient“

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Von: Björn Mahr

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Kai Häfner (rechts) und Patrick Groetzki.
In dieser Woche mal wieder Seite an Seite: Kai Häfner (rechts) und Patrick Groetzki kennen sich schon eine halbe Ewigkeit. © Imago/MIS

Die Bundesliga macht eine kurze Pause – aber nicht der Spitzenhandball. Die deutsche Männer-Nationalmannschaft absolviert in dieser Woche in Frankfurt einen Lehrgang. Dazu gehören zwei Länderspiele.

Kassel – Zum Auftakt des EHF Euro Cups, an dem die vier bereits für die EM 2024 in Deutschland qualifizierten Teams teilnehmen, bekommt es die DHB-Auswahl morgen ab 19 Uhr (live bei Sport 1) in Mannheim mit Schweden zu tun. Am Samstag ab 20.15 Uhr (sportschau.de) ist sie in Jaen in Spanien zu Gast. Wir haben vor den Partien mit Kai Häfner von der MT Melsungen gesprochen.

Herr Häfner, wie sehr freuen Sie sich darüber, dass Patrick Groetzki wieder in die Nationalmannschaft zurückkehrt?

Die Freude ist schon sehr groß. Zwar bedauere ich es auch, dass mein Melsunger Kollege Timo Kastening wegen des Kreuzbandrisses so lange ausfällt, aber Johnny kenne ich schon gefühlt mein ganzes bisheriges Handballer-Leben. In der Jugend haben wir schon gegeneinander gespielt, er für den Landesverband Baden, ich für Württemberg. Und in der Nationalmannschaft sind wir auch schon ewig Kollegen. Mit seinen Leistungen bei den Rhein-Neckar Löwen hat er sich die Einladung jetzt redlich verdient.

Und das heißt, dass Sie nicht mehr der älteste Spieler im Aufgebot sind.

(lacht) Ja, er hat sechs Tage vor mir Geburtstag. Wenn wir im Sommer zusammen bei Lehrgängen waren, dann haben wir immer kurz hintereinander gemeinsam gefeiert.

Inwieweit war für Sie auch die Anreise diesmal etwas anders?

Es war schon etwas ungewohnt, als Einziger von der MT zur deutschen Nationalmannschaft zu reisen.

Welchen Stellenwert haben der Lehrgang und die Spiele gegen Schweden und Spanien?

Nach der langen Pause ist es wichtig, als Mannschaft die nächsten Schritte zu machen. Dazu passen die beiden Begegnungen gegen zwei absolute Top-Nationen im Welthandball. Die Duelle werden echte Gradmesser und tun uns drei Monate vor der WM ganz gut.

Gegen Spanien gibt es ein Wiedersehen mit Ihrem Vereinskameraden Agustin Casado.

Klar, dass wir uns darauf freuen. Wir haben, soweit das sprachlich möglich ist, auch ein paar Wörter gewechselt, zum Spiel, zur Rückreise und so weiter.

Wissen Sie, wann die deutsche Nationalmannschaft ihren letzten Sieg gegen Spanien gefeiert hat?

Ich bin mir recht sicher, dass das im Jahr 2019 war.

Genau, bei der Heim-WM.

Wir waren zwar schon für das Halbfinale qualifiziert, aber die Spiele in Köln waren allesamt brutal schön, auch die abschließende Hauptrundenpartie gegen Spanien.

Danach setzte es aber Niederlagen: EM 2020, WM 2021, Olympia 2021 und EM 2022. Weshalb ist es so schwer, sich gegen die Spanier zu behaupten?

Der Gegner hat große Klasse. Die Spanier sind immer bereit. Gegen diese Mannschaft kannst du 50 Minuten alles richtig gemacht haben, dann hast du aber zehn schwache Minuten und schon ist das Ding durch.

Sie haben es angesprochen. In drei Monaten geht es für das deutsche Team in Kattowitz bei der WM los. Was würde Ihnen eine Teilnahme bedeuten?

Ich werde alles dafür tun, dabei zu sein. Umso mehr, nachdem ich in diesem Januar genauso wie einige Kollegen bei der Europameisterschaft in Bratislava durch Corona so heftig ausgebremst worden bin und die meiste Zeit allein im Hotelzimmer verbracht habe.

An Polen haben Sie ohnehin gute Erinnerungen.

Klar denke ich gern an den EM-Titel 2016 in Krakau zurück. Aber im kommenden Januar kannst du dir dafür auch nichts mehr kaufen. (Björn Mahr)

Hinweis: Karten für das Spiel in Mannheim gibt es unter dhb.de/tickets

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