Melsunger Handballer beweisen gegen Hannover große Moral – Samstag im Europacup gegen Cocks

Jubel, Trubel, Trotzreaktion

Nicht nur Schütze des letzten Tores: Melsungens Timm Schneider war ein wichtiges Element im Offensivspiel.

Kassel. Einmal hatten sie es in dieser Saison bereits in die obere Tabellenhälfte der 1. Bundesliga geschafft – das war im Oktober. Mehr als fünf Monate später stehen die Handballer der MT Melsungen als Achter wieder auf einem einstelligen Rang.

Durch den 33:30-Heimerfolg gegen die TSV Hannover-Burgdorf verbesserten sich die Nordhessen um zwei Ränge und zogen dabei an den Niedersachsen vorbei.

Besonders in Erinnerung bleiben wird der Abend in der Kasseler Rothenbach-Halle allerdings wegen der ausdrucksstarke Vorstellung, die das dezimierte MT-Team vor 3400 Zuschauern zeigte. Eine echte Trotzreaktion.

Sjöstrand-Ausfall – na und?

Ohne Schlussmann Johan Sjöstrand (Migräneanfall) waren die Chancen der Gastgeber auf einen Erfolg arg gesunken. Doch die Ersatzleute René Villadsen und Svetislav Verkic hielten diesmal dem besonderen Druck Stand. Erst hatte Verkic den Dänen abgelöst und einige Würfe pariert, nach der Pause gab Trainer Michael Roth dem Hünen noch einmal die Chance. „Ich habe René gefragt, ob er bereit ist. Und er war heiß“, lobte der Coach den Ex-Eisenacher, der unter anderem fast spektakulär den verdeckten Wurf von Nationalspieler Kai Häfner entschärfte (51.). Zwar wird der Schwede Sjöstrand am Samstag ab 19.30 Uhr im wichtigen Europapokal-Heimspiel gegen Riihimäki Cocks wieder an Bord sein, aber vielleicht bekommen Villadsen und Verkic dann auch Gelegenheiten sich auszuzeichnen.

3:8-Rückstand – na und?

Der Start ließ Schlimmes erahnen. Melsungen lag 2:7 und 3:8 zurück. Zudem hatte Hannover die Möglichkeit auf 9:3 zu stellen. „Wir haben uns vor dem Spiel gesagt: Egal, wie es nach zehn oder 20 Minuten steht: Wir unterstützen uns weiter gegenseitig“, erklärte der Linkshänder Dener Jaanimaa. Genau das taten der Este und seine Mitstreiter dann auch. „Ich ziehe den Hut vor unserer Leistung. Man hat gesehen, welche Moral und welcher Teamgeist in der Mannschaft stecken“, stellte Abwehrstratege Philipp Müller zufrieden fest.

Schwächephase – na und?

Bis auf sieben Treffer setzten sich die MT-Akteure nach der Pause ab. Youngster Johannes Golla, Rechtsaußen Arjan Haenen (2) und Momir Rnic per Siebenmeter bauten den Vorsprung auf 31:24 aus (51.). „Wir haben die Balance gefunden: hinten gekämpft, vorn gespielt“, bemerkte der überragende Linksaußen Michael Allendorf, der zehn Treffer markierte: „Unser Auftritt war beeindruckend – und irgendwie fast auch ein bisschen beängstigend.“ Damit spielte Allendorf auf die gewaltige Leistungssteigerung zur ernüchternden Partie am vergangenen Samstag bei Benfica Lissabon an. Die Rückraumformation mit Patrik Fahlgren auf Halblinks, Timm Schneider auf der Mitte und Michael Müller auf Halbrechts harmonierte hervorragend und schuf die Räume für den agilen Golla.

Selbst als die Gäste in der Schlussphase noch einmal verkürzten, behielt die MT die Übersicht. Schneider markierte 23 Sekunden vor Ende das 33:30. „Wir hatten eine gute Spielsteuerung und haben bis zum Schluss als Team gut zusammengehalten“, sagte Roth. Der verdiente Lohn: ein kleiner Sprung in der Tabelle.

Von Björn Mahr

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