Hoffen auf eine ganz besondere Saison

Melsungens zehnte Bundesliga-Spielzeit: Jubiläum und Europa

Vorfreude auf die Jubiläumssaison: Melsungens Trainer Michael Roth, der seine Mannschaft erneut punktuell verstärkt hat.

Vorhang auf zur zehnten Bundesliga-Saison der MT Melsungen. Ein kleines Jubiläum, das von der erstmaligen Teilnahme der heimischen Handballer am Europapokal noch in den Schatten gestellt wird. Eine Perspektive, die Fans und Spieler gleichermaßen elektrisiert.

„Das werden wir einfach nur genießen“, schwärmt Trainer Michael Roth, ohne dabei den Meisterschaftsalltag, der am kommenden Samstag mit der Auswärtspartie bei der TSV Hannover-Burgdorf beginnt, aus dem Fokus zu verlieren. Und dort mit punktuell veränderter Mannschaft zumindest den herausragenden sechsten Platz der letzten Spielzeit bestätigen will.

VORBEREITUNG

Sechs Wochen haben sie sich gequält, Kondition gebolzt, sich eingespielt – und der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben. „Wir haben uns kontinuierlich gesteigert“, sagt Linksaußen Allendorf. Bester Beleg dafür: der Turniersieg beim Erima-Cup, als die Klassenkameraden Hannover-Burgdorf und Flensburg/Handewitt klar das Nachsehen hatten.

DIE NEUEN

Auffällig dabei: die bereits enorm fortgeschrittene Integration der Neuzugänge. „Wir verstehen uns schon richtig gut“, bestätigt Felix Danner, der Abwehrchef, der künftig im Angriff von Kreisläufer Marino Maric entlastet wird. Ein ganz anderer Spielertyp, der im Verbund mit dem deutschen Nationalspieler den gegnerischen Deckungsreihen zusätzliche Rätsel aufgeben könnte.

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Als Tempogegenstoßspezialist der ganz rasanten Art hat sich bereits Jeffrey Boomhouwer in die Herzen der Anhänger gespielt, die sich zudem auf einen echten „Shooter“ aus dem Rückraum freuen können. Auf Momir Rnic nämlich, der darüber hinaus über erstaunlich viel Spielverständnis verfügt. Auch dank Nachwuchstorwart Sebastian Ullrich, der bei seinen Kurzeinsätzen umgehend Akzente setzen konnte, fällt damit die Melsunger Wechselbilanz positiv aus. Oder wie es Michael Allendorf sagt: „Wir haben qualitativ zugelegt.“

SPIELSYSTEM

Was auf den ersten Blick vorrangig für den Angriff gilt, auf den zweiten aber auch für die Abwehr. Dort scheint der MT-Coach nach dem Abgang von Daniel Kubes mit Danner/Ph. Müller einen neuen Mittelblock plus Alternativen (Rnic, Schröder, M. Müller) gefunden zu haben. Wechsel, die das eigene Spiel hemmen könnten, sind fast ausgeschlossen, weil nun jeder Spieler seinen Defensivpart erfüllen muss. Ohne Belastungsprobleme, weil mittlerweile jede Position doppelt besetzt ist.

SAISONZIEL

Positive Aussichten, die mit dem Saisonziel – Platz vier bis sieben – durchaus vereinbar sind. Immerhin impliziert es einen Angriff auf einen oder sogar zwei der „großen Fünf“ der letzten Saison. AUSSICHTEN

Lange müssen die Melsunger Fans nicht auf einen Fingerzeig warten, wohin die Reise in dieser Saison wirklich gehen könnte. Nach den ersten vier Spielen in nur acht Tagen (mit dem Heimdebüt am kommenden Dienstag um 20.15 Uhr in der Rothenbachhalle gegen HBW Balingen) – der Aufstockung auf 19 Teams geschuldet – sehen sie sicherlich klarer. „Ein guter Start wäre enorm wichtig für uns“, weiß auch Felix Danner. Damit der von ihm prognostizierten „geilen Saison“ nichts im Wege steht.

Von Ralf Ohm

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