Lob auch für Mikkelsen

MT kann sich gegen Leipzig auf Torwart Sjöstrand verlassen

War speziell in der zweiten Halbzeit bärenstark: Melsungens erfahrener Torwart Johan Sjöstrand. Fotos: Schachtschneider

Kassel. In der Schlussphase bekam MT-Torhüter Johan Sjöstrand im Spaß noch einen Spezialauftrag von den Verantwortlichen auf der Bank.

Er solle doch noch ein Tor werfen, sobald die Leipziger wieder mit einem zusätzlichen Feldspieler angreifen würden, erklärte Melsungens Handball-Torwarttrainer Mile Malesevic dem Routinier. Im besten Fall sogar per Sprungwurf.

Dem Wunsche konnte entsprochen werden. In der 54. Minute traf der Schwede mit einem Wurf aus fast 40 Metern ins verwaiste gegnerische Gehäuse und setzte damit beim 28:20-Sieg des Bundesligisten über den SC DHfK Leipzig das i-Tüpfelchen auf eine starke Leistung im zweiten Abschnitt. Danach strahlte der sonst so reservierte Skandinavier bis über beide Ohren.

„Ich hatte heute von der ersten Sekunde an ein gutes Gefühl. In der zweiten Hälfte lief es bei mir dann noch deutlich besser“, bilanzierte Sjöstrand seinen Auftritt. Dabei sprach er auch seinen Vorderleuten ein dickes Kompliment aus: „Die 5:1-Deckung hat super gestanden.“ Es wird wohl nicht viele Bundesligisten in dieser Serie noch geben, die die Leipziger bei 20 Treffern halten werden. „Wir haben genauso gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten“, befand Sjöstrand, „nur die Chancenververwertung hat mich ein bisschen genervt.“ Im Angriff ließen die Hausherren in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle tatsächlich einiges liegen – und machten es so unnötig spannend.

Führte gegen Leipzig klug Regie: Lasse Mikkelsen.

Das MT-Offensivspiel an sich war gut struktiert. In Abwesenheit des verletzten Timm Schneider war Lasse Mikkelsen ein umsichtiger Mittelmann. „Er hatte das Spiel über 60 Minuten im Griff“, lobte Coach Michael Roth den 29 Jahre alten Dänen, der zu Beginn dieser Serie noch etwas schwach auf der Brust war. Nun hat er sechs, sieben Kilo zugenommen und kann sich gegen eine aggressive Deckung – wie die der Leipziger – viel besser behaupten. „Ich fühle mich gut, der Kopf ist frei – und das Timning für das Zusammenspiel mit den Nebenleuten klappt auch immer besser“, stellt Mikkelsen zufrieden fest. Vier Treffer steuerte er zum klaren Heimerfolg bei.

Das Tor des Nachmittags war allerdings Rechtsaußen Tobias Reichmann vorbehalten. In der 57. Minute war er von der ungewohnten Mitte-Position mit einem fast ansatzlosen, platzierten Wurf ins linke obere Eck zum 26:17 erfolgreich. „Da war auch etwas Glück dabei“, betonte Reichmann später schmunzelnd, „ich habe genau zwischen die Arme der Abwehrspieler hindurch getroffen.“ Egal, die 4300 Fans waren komplett aus dem Häuschen.

„Wir können mit unserer heutigen Vorstellung zufrieden sein“, sagte Reichmann. Bereits am Donnerstag steht ein weiterer Kracher auf dem Programm. Dann gastiert die MT ab 19 Uhr (Sky) beim Titelanwärter SG Flensburg-Handewitt. Da braucht es allerdings mehr als einen Spezialauftrag.

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