Melsungens Vasilakis erzielt gegen Lübbecke zehn Treffer

Wieder drin: Melsungens Alexandros Vasilakis überwindet Lübbeckes Keeper Dario Quenstedt. Foto:  Fischer

Kassel. Wie ein Gewinner sah er nicht gerade aus. Leicht gebeugt ging Alexandros Vasilakis vom Parkett in der Kasseler Rothenbach-Halle. Das Gesicht blass, einen Arm hielt er sich vor die Brust. „Mir geht’s schlecht. Aber ich bin sehr glücklich“, sagte der Halbrechte der MT Melsungen.

Glücklich über den Sieg gegen N-Lübbecke und sehr zufrieden mit der eigenen Leistung. Mit seinen zehn Treffern hatte der Grieche maßgeblichen Anteil am Erfolg des heimischen Handball-Bundesligisten.

Für den engagierten Auftritt und die „fantastische Leistung“ im zweiten Durchgang gab’s von Trainer Michael Roth ein Lob an all seine Schützlinge. Vasilakis und Spielmacher Patrik Fahlgren hob der Coach noch hervor. Kein Wunder, denn gerade die beiden drehten nach der Pause richtig auf. „Von uns allen war das Spiel in der zweiten Halbzeit überragend“, bilanzierte Vasilakis, der mit seinem Treffer zum 13:14 direkt nach Wiederbeginn die Aufholjagd einläutete.

Der Linkshänder war es auch, der das letzte Tor zum 32:28-Endstand markierte. Dabei prallte er unglücklich mit Lübbeckes Mattias Gustafsson zusammen und verletzte sich an der Brust. Überhaupt wirkte Vasilakis so, als müsste er sich durch dieses Spiel quälen. Wenn er im Wechsel mit Abwehrchef Daniel Kubes auf der Bank Platz nahm, legte er sich jedes Mal einen Kühlbeutel in den Nacken. Bei der Rückkehr aufs Feld humpelte er mehr, als dass er lief. Es gäbe kaum eine Stelle an seinem Körper, die nicht schmerzen würde, meinte er.

Für den Griechen ist die Situation insgesamt alles andere als leicht. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, und in Michael Müller hat die MT bereits einen Konkurrenten für die Position im rechten Rückraum verpflichtet. Besondere Motivation beziehe er daraus aber nicht.

„Ich bin Profi und gebe immer mein Bestes“, sagte Vasilakis, der seit 2009 das Trikot der Nordhessen trägt. Fügte aber selbstbewusst hinzu, dass die Leute heute gesehen hätten, wer er sei. Beseelt von der tollen Aufholjagd ergänzte er noch: „Ich will in dieser Mannschaft bleiben.“ Diese Mannschaft hat nun sechs Siege in Folge eingefahren. In den vergangenen drei Begegnungen hat sie zudem Moral bewiesen. Denn sowohl gegen Göppingen, Essen als auch gegen Lübbecke liefen die Roth-Schützlinge einem Rückstand von mindestens vier Toren hinterher. „Vielleicht brauchen wir das, um richtig wach zu werden“, meinte Vasilakis augenzwinkernd. Als Gründe für den Lauf sieht er die starke Abwehr und die Tatsache, „dass wir uns in dieser Saison nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen“.

Von dieser Ruhe können die Melsunger einiges gebrauchen, wenn es in dieser Woche gegen Flensburg und Kiel geht. „Da können wir ohne Druck hinfahren“, sagte Vasilakis und humpelte in die Kabine. Kaputt, aber glücklich.

Von Robin Lipke

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