MT gastiert am Sonntag in Magdeburg

Interview mit Timo Kastening: „Karipidis ist mir damals aufgefallen“

Die Nummer 73: Melsungens Rechtsaußen Timo Kastening.
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Die Nummer 73: Melsungens Rechtsaußen Timo Kastening.

Er ist aktuell die Nummer zehn der Bundesliga-Torschützenliste – aber Timo Kastening ist insbesondere eine verlässliche Größe im Handball-Team der MT Melsungen. Ein Interview mit dem Rechtsaußen.

Schon in seiner ersten Saison bereitet er den Nordhessen viel Freude – es werden bereits Erinnerungen an Savas Karipidis wach, der einst auch bei den Melsungern auf Rechtsaußen begeisterte.

Obwohl noch gar keine Fans in die Hallen dürfen, ist der 25-Jährige schon jetzt auf einem guten Weg zum Publikumsliebling. Vor dem Spiel der MT am Sonntag ab 13.30 Uhr (Sky) beim SC Magdeburg haben wir mit Kastening über seine bisherige Zeit bei den Melsungern, die anstehenden Aufgaben und auch über Savas Karipidis gesprochen.

Herr Kastening, haben Sie schon mal den Namen Savas Karipidis gehört?

Ja, sicher. Das war mal einer von Melsungens besten Werfern.

Richtig. Der Grieche spielte sich von 2007 bis 2013 in die Herzen der Melsunger Fans. Er war so etwas wie der letzte echte Rechtsaußen – bis Sie im vergangenen Sommer kamen.

Karipidis ist mir schon damals aufgefallen. Mit zwölf Jahren war ich empfänglich, um mir von anderen Spielern etwas abzuschauen. Und natürlich habe ich auch die Entwicklung von Karipidis verfolgt, er hatte seine beste Zeit bei der MT.

Wie sehen Sie Ihre aktuelle Entwicklung bei der MT?

Ich kann zufrieden sein. Es hat mir sicher nicht jeder zugetraut, dass ich hier so schnell angekommen bin. Ich muss auch immer wieder betonen, dass es mit Tobi (Tobias Reichmann, d. Red.) super passt. Nach seiner Verletzung ist er auch wieder auf einem sehr guten Weg. Über die Rechtsaußen-Position kann man sich in Melsungen nicht beschweren.

Wissen Sie, was Savas Karipidis auch beherrschte?

Ich bin ganz Ohr.

Er war ein Meister des Siebenmeters.

Das gehört zu den Außen irgendwie auch dazu. Deswegen findet man so viele unter den besten Torschützen in der Liga.

Inwieweit können Sie sich bei Tobias Reichmann vielleicht noch etwas beim Strafwurf abschauen?

Du kannst dir von jedem guten Siebenmeterschützen etwas abschauen. Wichtig ist aber: Passt es auch zu einem selbst? Es gibt immer mal etwas, was ich für meinen Wurf adaptieren kann – zum Beispiel bei den Finten. Ich möchte mich auch in diesem Bereich immer noch weiter verbessern.

Jetzt folgen in der Liga drei Kracher, zuerst in Magdeburg, dann geht es gegen Kiel und Flensburg. Was nehmen Sie sich persönlich vor?

Es ist eine besondere Situation, wenn du gegen die drei Teams der Stunde antreten musst. Dennoch nehmen wir uns vor, auf diesem Niveau mitzuspielen. Ich bin auch davon überzeugt, dass wir dazu in der Lage sind. Unsere ganze Konzentration muss aber erst einmal der Aufgabe in Magdeburg gelten. Um dort erfolgreich zu sein, brauchen wir einen perfekten Tag.

Sie haben eine besondere Beziehung nach Magdeburg aufgebaut, obwohl Sie dort nie gespielt haben. Wie kommt es dazu?

Dadurch, dass mein Bruder Marius dort gespielt hat. Ich war oft als Zuschauer dort, egal, ob er in der ersten oder in der zweiten Mannschaft eingesetzt wurde. Darüber hinaus habe ich mit Hannover in der Jugend regelmäßig gegen Magdeburg gespielt. Das waren so etwas wie kleine Derbys.

Wie viel Nordhesse steckt jetzt bereits in Timo Kastening?

Schon einiges. Ich habe das Gefühl, dass es für mich hier passt. Mit der Ahlen Wurst bin ich auch warm geworden. Ich habe aktuell eine im Kühlschrank liegen. Wenn sich die Corona-Lage etwas entspannt, hoffe ich, noch mehr hier kennenzulernen.

Haben Sie sich mal die Frage gestellt, wie viele Tore Sie für die MT erzielt hätten, wenn es keine Geisterspiele geben würde?

Nein. Wenn Zuschauer da sind, können es mehr sein, aber auch weniger. Es kommt ja immer auch darauf an, welche Spieler hat man neben sich. Die Hauptsache ist: Man bleibt bei sich, man arbeitet an sich.

Dürfen wir abschließend noch etwas Druck ausüben?

Schießen Sie los.

Savas Karipidis ist bis heute der einzige Melsunger Liga-Torschützenkönig.

Ich muss ehrlich sagen: Da ich in der Jugend und auch noch in der 3. Liga im Rückraum gespielt habe, waren mir viele Tore nie wichtig. Erst in den vergangenen zwei Jahren hat sich das geändert – seitdem ich weiß, dass du als Außen gefühlt jede Chance nutzen musst. Es ist sicher eine schöne Sache, wenn man einen solchen Titel holt. Aber ich spiele definitiv nicht Handball, um Torschützenkönig zu werden.

(Björn Mahr)

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