Handball

MT-Vorstand Geerken: „Habe eine große Solidarität gespürt“

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Leitwölfe im Melsunger Team: Michael Allendorf (links) und Kapitän Finn Lemke. Foto: Andreas Fischer

Auch bei der MT Melsungen verzichten die Spieler auf 25 Prozent ihres Gehalts. Das sagt Axel Geerken, Vorstand des Handball-Bundesligisten über..

.die Erfahrungen der vergangenen Tage: Die wichtigste Aufgabe bestand darin, sich mit der Mannschaft über sensible Themen vernünftig auszutauschen. Was in Corona-Zeiten nicht einfach ist, weil du keine persönlichen Gespräche führen kannst. So war der Austausch über Telefon sowie eine eigens eingerichtete Whatsapp-Gruppe recht zeitintensiv und aufwendig. Die positive Erkenntnis: Die grundsätzliche Bereitschaft im Team, den Verein zu unterstützen, war sehr hoch. So ging alles letztlich recht schnell.

. die Verhandlungen in Krisenzeiten: Ich bin schon einige Jahre im Geschäft. Da kommt natürlich eine gewisse Routine rein. Jetzt ist die Situation aber schon etwas spezieller. Wer sich ein bisschen umschaut, der weiß: Wir sitzen alle in einem Boot. So war bei den Verhandlungen mehr gegenseitiges Verständnis zu spüren.

. seine ersten Ansprechpartner im Team: In erster Linie habe ich mit Kapitän Finn Lemke und Michael Allendorf aus dem Mannschaftsrat gesprochen. Die Beiden haben dann alle relevanten Informationen an das Team weitergegeben. Danach haben sich dann einige Spieler bei mir gemeldet. Ihre Berater wurden einbezogen. Alle wollen natürlich wissen, wie es weitergeht. Es geht im Einzelfall auch um die persönliche Situation.

. den Zusammenhalt im MT-Lager: Egal, mit wem ich in den letzten Tagen geredet habe – überall habe ich eine große Solidarität gespürt. Dabei haben mich die guten Gespräche mit dem Bundesliga-Team ermutigt, auch den Kontakt zu Spielern der zweiten Mannschaft zu suchen. Zwar sind sie nicht mit Top-Profis der Bundesliga zu vergleichen, aber auch sie haben sofort ihre Unterstützung signalisiert. Das gilt nicht zuletzt auch für die weiteren Mitarbeiter wie beispielsweise in der Geschäftsstelle. Die arbeiten im Homeoffice daran, dass die Außendarstellung des Klubs weiterhin stimmt. Es geht nach wie vor darum, mit dem nötigen Feingefühl Partner und Sponsoren anzusprechen.

. die Sorgen der Spieler: Sie machen sich jetzt mehr Gedanken über ihr Leben als Profi. Denn die Situation ist dramatisch. Bislang haben die Spieler sehr vom wirtschaftlichen Aufschwung im Profisport profitiert. Die Etats in der Bundesliga waren so hoch wie noch nie. Nun müssen die Profis mit weiteren Einschnitten rechnen. Bis zum Saisonende ist die Lage zwar erst einmal geklärt. Aber wie geht es in der kommenden Spielzeit weiter? Es weiß niemand, ob die Einnahmen der Klubs in gleicher Höhe fließen werden.

. die möglichen Einsätze im Frühling: Bislang sind die Termine nur verschoben, nicht abgesagt. Das nehme ich als Verantwortlicher erst einmal so hin. Mit jeder Woche wird es aus meiner Sicht aber unwahrscheinlicher, dass noch einmal gespielt wird.

. den Austausch mit den anderen Bundesligisten: Wir stehen trotz der Distanz sehr eng zusammen. Nicht zuletzt, weil der Bundesliga-Verband HBL in regelmäßigen Abständen eine Telefonkonferenz anbietet – der Jour fixe. Da werden wir über alles Wichtige informiert, und die Klubs nutzen die Gelegenheit, um sich über länderspezifische Programme auszutauschen. Die Spieler der verschiedenen Klubs reden auch miteinander. Wir geben ihnen das Gefühl, dass alle Vereine an einem Strang ziehen. In Hessen tut sich zurzeit darüber hinaus einiges. Mit Ausnahme der Fußball-Bundesligaklubs tauschen sich die Bundesligisten sportübergreifend aus: Handball-, Eishockey- und Basketballteams sind dabei. Ziel ist es, mit einer starken Stimme beim Land Hessen vorzusprechen.

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