Handball: Melsungen kommt bei Schlusslicht Minden nur zu 34:34-Unentschieden

Knapp an Blamage vorbei

Minden. So ist das mit den Favoritenrollen. Sie sind, meist mit dem Anpfiff, nichts mehr wert. Diese Erfahrung musste auch der heimische Handball-Bundesligist MT Melsungen beim abgeschlagenen und personell arg gebeutelten Schlusslicht GWD Minden machen.

Den vierten Auswärtssieg der laufenden Saison im Visier kam die Mannschaft beim 34:34 (16:14) zwar um eine totale Blamage herum, konnte aber die vorausgesagten Kräfteverhältnisse nur in der Anfangsphase bestätigen.

Genau bis zum 10:7 (13.), als ein spielerisches Konzept (noch) erkennbar war und zunächst vielversprechend umgesetzt wurde. Der aggressiven 3:3-Deckung des Gegners, ein Überraschungsmoment von GWD-Trainer Ulf Schefvert, trotzten Stojanovic, Sanikis und Co. mit schnellen Passfolgen und nutzten die gebotenen Räume effektiv. Weiterhin stach der eigene Tempogegenstoß vorwiegend über den flinken Savas Karipidis, was wiederum der wachen Defensive mit einem zunächst starken Torwart Kelentric zu verdanken war.

Doch dann ließ ausgerechnet der Kroate einige haltbare Bälle durchrutschen, und sein Kollege Svenn Erik Medhus nagelte seinen Kasten zu. Genau für acht Minuten, als Grigorios Sanikis, Alexandros Vasilakis und Nenad Vuckovic in aussichtsreichen Positionen am Norweger scheiterten. Auf der anderen Seite hatte sich insbesondere der agile Rene Madsen warm geworfen und Aljoscha Schmidt gefiel als sicherer Siebenmeterschütze. Die Folge: eine 12:10-Führung der Mindener.

Und der Außenseiter hatte endgültig Respekt und Hemmungen vor dem vermeintlichen Favoriten abgelegt. Rotzfrech baute der schnelle Gylfi Gylfason den Pausenvorsprung gar auf 20:16 aus, und beim ehemaligen Favoriten läuteten die Alarmglocken. Immerhin so vernehmlich, dass die MT trotz des gerissenen Spielfadens ihr Kämpferherz entdeckte. Nach Junillons Treffer zum 19:22 legten Karipidis und Vuckovic in Überzahl nach, ehe Karipidis in der 37. Minute der Ausgleich gelang.

Nun wogte das Spiel hin und her, war endgültig eins auf Augenhöhe, wo es kaum jemand erwartet hatte. "Wir haben in der Abwehr nicht eng genug gestanden und im Angriff zu viel verworfen", erklärte MT-Trainer Ryan Zinglersen die vergeblichen Versuche seiner Schützlinge, doch noch mal davonzuziehen. Die größte Chance dazu vergaben sie in Überzahl, als Janis Helmdach beim 30:30 (51.) die Strafbank drückte, mehr als ein 1:1 aber nicht heraussprang.

Was auch dem aufopferungsvollen Einsatz des Außenseiters geschuldet war, der 40 Sekunden vor Schluss sogar bei seinem letzten Angriff den Siegtreffer vor Augen hatte. Doch Barna Putics verstolperte. Und die verbliebenen 13 Sekunden waren für den Gast zu wenig, um seiner Favoritenstellung doch noch gerecht zu werden.

Von Ralf Ohm

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