Vasilakis zuletzt leicht angeschlagen

„Kein Spaß gegen die Zebras“ - Topspiel der MT in Kiel

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Eine Option für das Kiel-Spiel?: Melsungens AlinFlorin Sania warf in der vergangenen Saison gegen den THW in Hin- und Rückspiel insgesamt sieben Tore. Hier stoppt ihn Kiels Filip jicha.

Melsungen/Kiel. Die Löwen haben sie gezähmt - die aus der Rhein-Neckar-Region und auch die aus dem Bergischen. Da das Tierreich aber mit der Handball-Bundesliga so gar nichts gemein hat, wird es für die Spieler der MT Melsungen jetzt keineswegs leichter, wenn sie sich einer Zebra-Herde gegenübersehen.

Denn die des THW Kiel ist respekteinflößender als jedes Rudel Löwen. „Es macht eigentlich keinen Spaß, nach Kiel zu reisen“, erklärt denn auch MT-Trainer Michael Roth, „weil es unrealistisch ist, dort Punkte zu holen.“ Versuchen werden es seine Schützlinge heute ab 20.15 Uhr (Sparkassen-Arena) natürlich trotzdem.

Per Sandström, der neue Torwart der Nordhessen, entführte mal einen Punkt aus dem mit 10 250 Zuschauern regelmäßig ausverkauften Handball-Tempel. Beim 29:29 vor zwei Jahren war der Schwede sogar einer der Hamburger Erfolgsgaranten. Nun ist die MT aber nicht der HSV, auch wenn sie zurzeit in der Tabelle als Viertplatzierter - sogar mit einem Minuspunkt weniger - direkt hinter ihm rangiert. „Ich bin nie mit wenig zufrieden, aber das wird ein super-schweres Spiel“, sagt Sandström. Also einer, der die Sieger-Mentalität mit an die Fulda gebracht hat.

Auch Regisseur Patrik Fahlgren, immerhin sechsfacher Torschütze bei Sävehofs 30:26-Heimerfolg gegen Kiel in der Champions League 2004, übt sich vor dem Gastspiel beim Spitzenreiter in Zurückhaltung: „Der THW wird uns bestimmt nicht unterschätzen.“ Erst recht nicht, weil der Rekordmeister seinen letzten Auftritt in der Sparkassen-Arena gegen Montpellier (23:24) vermasselte und etwas gutzumachen hat.

Kein Wunder also, dass die Vorgabe Roths lautet, „das Spiel so lange wie möglich offen halten zu wollen“. Dafür muss die Abwehr besser stehen als je zuvor während dieser Saison. Dafür muss Sandström einen Sahnetag erwischen. Und dafür muss der Angriff so durchschlagskräftig sein wie zuletzt gegen den Bergischen HC.

Die Melsunger besitzen in der Offensive die Qualität, sowohl gegen eine 6:0- als auch gegen eine mögliche 3:2:1-Deckung zu brillieren. Vorausgesetzt, dass Alexandros Vasilakis („Uns erwartet eine Mammutaufgabe“) nicht unter einer am Samstag erlittenen leichten Nackenverletzung leiden muss. Gegebenenfalls hätte Roth mit Jens Schöngarth, Spielführer Nenad Vuckovic und auch Alin Florin Sania, in den Vorjahresduellen mit Kiel insgesamt siebenmal erfolgreich, einige Alternativen für den Rückraum.

„Die Partie wird durch Abwehr und Torwart entschieden“, ist Kiels Kapitän Marcus Ahlm überzeugt. Bislang kassierte der THW im Schnitt 21 Treffer. Nicht überraschend, weil er über baumlange Verteidiger verfügt. Daniel Kubes, Momir Ilic, Marcus Ahlm, Filip Jicha und Kim Andersson sind alles Zwei-Meter-Leute.

Auf Andersson freut sich MT-Abwehrrecke Anton Mansson besonders. Denn der Halbrechte der Kieler stammt ebenfalls aus dem 9000-Einwohner-Ort Kävlinge in Schweden und „war immer mein Vorbild“. Heute kann Mansson zeigen, dass er sich nicht mehr vor ihm verstecken muss. Was im übrigen auch für seine Kollegen gilt, nachdem sie es schon erfolgreich mit Löwen aufgenommen haben.

Von Björn Mahr

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