Melsungen verliert auch Qualifikations-Rückspiel gegen Silkeborg

24:26 - Keine Europareise für die MT

Kai Häfner (links) und Rene Toft Hansen.
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Kaum ein Durchkommen: Auch Melsungens Kai Häfner (links), der hier versucht, an Rene Toft Hansen vorbeizukommen, fand zu selten Lücken in der Defensive der Dänen.

Das war es mit dem Traum von Europa für Melsungens Handballer. Bereits in der ersten Qualifikationsrunde zur EHF European League bedeutete der dänische Vertreter Bjerringbro-Silkeborg Endstation.

Kassel – Das 27:31 aus dem Hinspiel vor einer Woche war für den heimischen Bundesligisten eine zu große Last. Nach einer enttäuschenden Leistung ging auch das zweite Duell in der Rothenbach-Halle verloren. Das 24:26 (12:16) klang sogar enger, als es war. Die Gäste waren von Beginn an besser, führten durchgehend und ließen erst nach, als ihr Weiterkommen entschieden war.

Wenn es noch einer besonderen Motivationshilfe gebraucht hätte: Der Bundestrainer ist da. Alfred Gislason schaut zu – und hat vor allem die vielen Melsunger Nationalspieler im Blick. Aber natürlich steht hier ohnehin genug auf dem Spiel. Die MT will die Wende erzwingen, will in die nächste Runde.

Doch schon der Start misslingt. Schnell liegen die Gastgeber 0:3 hinten. Ein Rückstand, dem sie beständig hinterherlaufen. Seinen Anteil daran hat mit Johan Sjöstrand auch ein Ex-Melsunger. Der Torhüter zeigt bereits in der Anfangsphase fünf Paraden, hält auch einen Siebenmeter von Lasse Mikkelsen. Als Julius Kühn das erste Melsunger Tor erzielt, läuft bereits die siebte Minute. Doch insgesamt ist dies zu wenig für die Wende. Im Angriff fehlen Überraschungsmomente, gibt es jede Menge Fehlwürfe. Und in der Verteidigung, da finden die Dänen konsequent die Lücken. „Wir haben nicht nur in der Abwehr, sondern auch im Angriff die Zweikämpfe verloren“, beklagte Gudmundsson. Die Folge: Nach 17 Minuten steht es 4:11. In der Addition beider Spiele liegt die MT nun elf Treffer hinten.

Trainer Gudmundur Gudmundsson hat bereits eine Auszeit genommen. Die zeigt mit Verzögerung Wirkung. Der Rückstand schmilzt. Weil Nebojsa Simic zwar aus dem Spiel heraus wenig hält, aber immerhin drei Siebenmeter abwehrt. Weil die Verteidigung offensiver agiert. Und weil mit einigen Wechseln die Trefferquote steigt. In der 24. Minute erzielt Domagoj Pavlovic das 10:13. Doch Nachlässigkeiten wie Mikkelsens überhasteter Abschluss in Überzahl verhinderten einen engeren Pausenstand als das 12:16.

Es wird dann auch nicht wirklich besser. Die MT wirkt weiter verhalten, irgendwie blockiert. Lautstärke? Für die sorgen in der leeren Rothenbach-Halle die Dänen. Sicher, sie haben ja auch mehr zu bejubeln. Nikolaj Nielsens traumhaften Hüftwurf direkt in den Winkel zum Beispiel. Und Sjöstrand, der die Bälle weiter fast magisch anzieht. Am Ende sind es für den Schweden vierzehn gehaltene Würfe. Stark! Und als er erstmals das Tor verlässt, da pariert Kasper Larsen den Siebenmeter von Tobias Reichmann (35.). Wenig später räumt auch Simic seinen Kasten. Es steht 14:20 (38.). Und es kommt? Silvio Heinevetter, der am Spieltag anders als Finn Lemke die Genehmigung erhalten hatte, wieder zur Mannschaft zu stoßen. Doch auch ein Heinevetter kann an diesem gebrauchten Tag keine Wende bewirken. Die MT schafft nur noch etwas Ergebniskorrektur. Der Traum von Europa aber ist ausgeträumt. (Frank Ziemke)

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