Siebenmeter am Ende

Bitteres 31:32 in der Schlusssekunde: MT Melsungen verpasst Überraschung in Kiel

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Großer Kampf wurde nicht belohnt: Julius Kühn (l.) verlor mit seiner MT Melsungen gegen die Kieler wie Christian Dissinger.

Kiel. Was für eine Schlussphase. Was für eine Dramatik. Und was für ein bitteres Ende für die Handballer der MT Melsungen. Der nordhessische Bundesligist verlor denkbar unglücklich 31:32 (16:20) beim THW Kiel.

Dabei belohnte sich das stark ersatzgeschwächte Team von Trainer Michael Roth nicht für einen großartigen Kampf (siehe unseren Liveticker vom Spiel). 

Vor der Partie hatte sich die personelle Situation bei den Nordhessen weiter verschärft. Neben Torwart Nebojsa Simic und Abwehrchef Finn Lemke war auch Rechtsaußen Tobias Reichmann nicht mit in den hohen Norden gereist. Der frühere Kieler war in Kassel bei seiner erkrankten Frau geblieben. Zudem war MT-Kreisläufer Felix Danner im Abschlusstraining umgeknickt und saß zunächst nur auf der Bank.

Unter den Augen von Bundestrainer Christian Prokop geriet die MT schnell mit 0:3 in Rückstand (3.). Die Gastgeber waren gleich auf Betriebstemperatur. Damit auch die 10.000 Zuschauer in der Sparkassen-Arena sofort hinter ihrer Mannschaft standen, gab es vor dem Anwurf eine Botschaft auf dem Videowürfel von Rechtsaußen Niclas Ekberg. Der Schwede erklärte, dass er seinen Vertrag bis zum Sommer 2021 verlängert hat. Der Beifallorkan hielt einige Zeit an, weil der THW mächtig Druck ausübte.

Erst in der vierten Minute gelang Marino Maric der erste Melsunger Treffer (1:3). Danach lief es gar nicht so schlecht für die Gäste. Torwart Johan Sjöstrand wehrte an alter Wirkungsstätte den einen oder anderen Wurf ab, und die Deckung war auch etwas aggressiver als zuletzt beim 33:33 gegen Lemgo. Zweimal schaffte Kapitän Michael Müller den Ausgleich – zum 6:6 (10.) und zum 12:12 (21.). Doch eine Führung gelang nicht. Die MT Melsungen war in einigen Situationen nicht clever genug. Vor allem direkt vor der Pause, als der Rückstand von 16:17 auf 16:20 anwuchs. Bitter zudem: Johannes Golla, für Danner in den Mittelblock neben Philipp Müller gerückt und vor allem ein belebendes Element im Angriff, musste mit dickem Knöchel vom Feld.

„Die Leistung der Mannschaft war ganz okay. Vor der Pause haben wir ein, zwei Fehler zu viel gemacht“, resümierte MT-Manager Axel Geerken. Die Melsunger kämpften trotz des 16:21 von Lukas Nilsson um ihre Chance. Sjöstrand parierte einen Siebenmeter von Ekberg, und Maric nutzte das Anspiel vom Lasse Mikkelsen – 18:21. Reichmann-Ersatz Arjan Haenen markierte das 19:22. Kurz darauf verkürzten Julius Kühn und Mikkelsen (2) auf 22:23 (39.).

Allerdings war es danach, wie schon in Halbzeit eins: Als die MT aufkam, ließ eine Antwort des über weite Strecken schon verunsicherten Rekordmeisters nicht lange auf sich warten (26:22, 42.). Nur dass auch die Gäste noch einiges zuzusetzen hatten. Jeffrey Boomhouwer warf elegant das 29:29. Die Melsunger gingen durch Haenen gegen den Tabellennachbarn sogar in Front (30:29, 54.). Nun stand die Begegnung auf des Messers Schneide. Schon zweieinhalb Minuten vor Schluss saß kein Zuschauer mehr auf seinem Platz. In der Schlussminute hatte Melsungen beim Stand von 31:31 den Ball, aber ein Pass von Kühn auf Boomhouwer misslang. Per Siebenmeter erzielte Marko Vujin für den Favoriten in der Schlusssekunde den 32:31-Endstand. 

Stimmen zum Spiel: THW Kiel vs. MT Melsungen

Der ganze Spielplan der MT Melsungen

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