Sonntag, 12.30 Uhr, Rothenbachhalle

MT empfängt Kiel: Gäste trotz 29:31-Patzer gelassen

Erhält für das MT-Spiel tatkräftige Unterstützung im Mittelblock: THW-Kreisläufer Patrick Wiencek, der wieder auf Rene Toft Hansen an seiner Seite bauen kann. Foto: dpa

Kiel. Was macht ein Rekordmeister, wenn er zweimal hintereinander zur Nummer drei in der stärksten Handball-Liga der Welt mutierte? Wieder angreifen. Wie der THW Kiel.

„In diesem Jahr muss mehr kommen“, sagt Geschäftsführer Thorsten Storm. Und nimmt sogar seinen Trainer Gislason, seit 2008 an der Förde, in die Pflicht: „Alfred muss Titel holen. Wir wollen Deutscher Meister werden.“ Es wäre der 21. nationale Titel des THW und der siebte unter der sportlichen Führung des Isländers.

Ein langer Weg, was die erst kurze Saison bereits offenbarte. Denn ausgerechnet vor dem Gastspiel bei der MT Melsungen (Sonntag, 12.30 Uhr, Rothenbach-Halle) musste der aktuelle Pokalsieger seinen ersten Dämpfer hinnehmen: Durch die 29:31-Heimniederlage im Spitzenspiel gegen TSV Hannover-Burgdorf büßten die Nordlichter die Tabellenführung ein. Irgendwie hausgemacht, weil die eigene Deckung inklusive des Weltklasse-Torwartduos Wolff/Landin nicht funktionierte, was vornehmlich der überragende Kai Häfner (11 Tore) zu nutzen wusste.

Ein unerwarteter Rückschlag, denn bis dahin lagen die Kieler bei zwei Siegen aus zwei Spielen voll im Soll. Mit der Aussicht auf eine weitere spielerische Steigerung, wenn denn Domagoj Duvnjak (Knieoperation) im Oktober wieder zur Mannschaft stoßen würde. Dabei schien der Ausfall des kroatischen Weltklassemanns dank eines Neuzugangs, der sich als Volltreffer entpuppte, gar nicht allzu sehr ins Gewicht zu fallen. Miha Zarabec nämlich, der von RK Celje verpflichtet wurde.

„Ein klassischer Spielmacher“, wie Alfred Gislason den flinken Slowenen charakterisiert, der darüberhinaus auch torgefährlich ist. Ein Kreativspieler, der Tempo und Ideen in den eigenen Positionsangriff bringt, welcher in der letzten Saison schon mal etwas statisch daherkam. Ein weiterer Verdienst des 25-Jährigen: Unter seiner Regie blühen die Außen Niclas Ekberg und Rune Dahmke wieder auf, die endlich wieder verstärkt ins Angriffsspiel mit einbezogen werden.

Trainer Gislason gefasst

Gegen Hannover-Burgdorf überdrehte der neue Regisseur, worunter auch der stets torgefährliche THW-Rückraum litt: rechts die wurfgewaltigen Routiniers Steffen Weinhold und Marko Vujin, links die Youngster Nikola Bilyk und Lukas Nilsson, die mit ihren 20 Jahren international als die derzeit größten Talente gehandelt werden, diesmal aber besonders in der Deckung Lehrgeld zahlen mussten. Trotzdem wollte ihr Coach von einem „Rückschritt“ in der Entwicklung des Teams nichts wissen, lobte vielmehr den Gegner, der „taktisch schlau“ und in den entscheidenden Situationen „äußerst ruhig“ gespielt hätte.

Folgewirkungen sind für das morgige Duell mit Melsungen also eher ausgeschlossen, zumal Rene Toft Hansen dann zum zweiten und längeren Mal nach seiner Schambeinentzündung dabei ist. Damit hätte der Kieler Coach seinen Weltklasse-Mittelblock mit Nationalspieler Patrick Wiencek wieder zur Verfügung. Was einer Garantie nahe kommt, dass sich die Zebras nicht noch mal so leicht austanzen lassen.

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