Vor Ort: Wie Handball-Bundesligist MT Melsungen einen PR-Termin in der Kurhessen Therme erlebt

Klettern für ein schönes Foto

Ein bunter Haufen: Die MT-Spieler mit Trainer- und Betreuerstab beim Fototermin in der Kurhessen Therme in Kassel. Fotos: Koch 

Kassel. So lässt es sich aushalten. Schatten, Biergarten, eine leichte Brise. Im Schutz der Bäume sitzen die Handballer der MT Melsungen am Freitagnachmittag zusammen, nippen am Wasser oder an der Apfelsaftschorle, Jens Schöngarth gähnt, während Felix Danner mit Maskottchen Henner herumalbert. Es hat etwas von Klassenausflug. Mit dem Unterschied, dass die Bundesligisten hier in der Kurhessen Therme in Kassel einen Fototermin wahrnehmen.

PR-Aktion nennt sich so etwas, und sie ist bereits die dritte an diesem Tag. Um 9 Uhr ging’s los in Vellmar beim MT-Partner PAC. Dann weiter zum Modehaus Köhler in Kassel, um sich die „Ausgeh“-Anzüge vermessen zu lassen. Und nun Kurhessen Therme. Die Spieler treffen sich heute zum ersten Mal nach dem Urlaub.

Auch der neue Trainer Matjaz Tominec lässt es sich bei einem kühlen Getränk gutgehen. Eigentlich müsste der 55-Jährige seinen Jungs sagen, dass sie noch ein paar Tage zu früh heimgekehrt sind. Sechs Wochen reichen normalerweise zur Einstimmung. Doch durch die kurzfristige Verlegung des ersten Saisonspiels beim SC Magdeburg verschiebt sich der Serienbeginn um acht Tage, der gebürtige Slowene muss die Planung für die Vorbereitung noch einmal überarbeiten. „Sonst sind die Jungs zum Start müde.“

Eine wichtige Aufgabe wird sein, die fünf Neuen zu integrieren. Einer von ihnen ist Michael Allendorf, der in aller Ruhe an einem Baum lehnt. „Wir sind hier prima aufgenommen worden“, sagt er. Der 23-jährige Ex-Wetzlarer weiß, dass solche Termine dazu gehören. Und außerdem könne er den Tag nutzen, die anderen schon mal kennenzulernen. Zwischendurch ein bisschen Smalltalk: Wo kommst du her? Hast du schon eine Wohnung? Solche Dinge eben. „Und solange wir hier im Schatten sitzen, kann man es doch aushalten“, sagt der Mann, der das Trikot mit der Nummer 22 trägt.

Das Thema Schatten hat sich nun erledigt. Denn das Mannschaftsfoto soll direkt neben dem Freibecken geschossen werden. „Hat jeder Trikot, Schuhe und Socken an?“, fragt noch MT-Sprecher Bernd Kaiser und komplettiert damit das Bild eines Klassenausflugs. Dann schlurft der Tross los. Badegäste heben ihre Köpfe und blicken skeptisch, als die imposante Delegation in Rot zwischen den Liegen durchschreitet und Kurs auf die Felsenanordnung in der Mitte der Anlage nimmt.

Die Frage lautet: Wie bekommt man eine Handball-Mannschaft samt Trainer- und Betreuerstab sowie Maskottchen so auf eine Gruppe Steinsbrocken, dass der Fotograf ein gutes Bild schießen kann? Die Antwort: Mit viel Mühe. Ivan, komm nach vorne. Geh du noch hinter den Felix. Tauscht ihr dahinten mal die Plätze. Es wird geklettert, es wird gerutscht – alles für ein schönes Foto. Plötzlich schießt die Fontäne im obersten Felsen los. Aber egal. Erfrischung tut gut. Und schließlich bekommt auch der Fotograf sein Bild.

Die Spieler dürfen hinuntersteigen. Und auch wenn es verlockend ist, mal eben ins Wasser zu hüpfen: Sie verziehen sich in den Schatten, Trikots aus, Flip-Flops an und ab nach Melsungen. Training steht auf dem Programm.

Von Robin Lipke und Björn Mahr

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