Interview

Klitgaard von Melsungens Gegner Skjern: „MT ist der Top-Favorit“

So machte er sich in der Handball-Bundesliga einen Namen: Thomas Klitgaard (rechts, hier 2010 im Melsunger Trikot) setzt sich gegen den damaligen Hamburger Domagoj Duvnjak durch. Links im Hintergrund: der frühere Teamkollege Nenad Vuckovic. Archivfoto: Hahn

Melsungen/Skjern. Noch immer pflegt Thomas Klitgaard gute Kontakte nach Melsungen. Klar, dort hat niemand vergessen, wie er in der Zeit von 2007 bis 2010 teilweise spektakuläre Tore vom Kreis für den Handball-Bundesligisten MT erzielte.

Am Samstag gibt es für Klitgaard ab 15 Uhr ein Wiedersehen mit alten Weggefährten, wenn er im Viertelfinalhinspiel des EHF-Cups mit Skjern Handbold die MT empfängt. Wir sprachen mit dem 37-Jährigen über sein Team, Gegner Melsungen und die Aussichten für einen möglichen Einzug ins Final Four.

Herr Klitgaard, herzlichen Glückwunsch!

Thomas Klitgaard: Danke. Und wofür, den Pokalsieg?

Ja, zum Gewinn des dänischen Pokals.

Klitgaard: Das war wirklich super, ein toller Erfolg für Skjern. Dazu muss man wissen, dass es in Dänemark vier, fünf Mannschaften an der Spitze gibt, die sich allesamt auf Augenhöhe begegnen. Und wir haben beim Final Four sehr guten Handball geboten.

Also ein besonderer Moment für den Verein?

Klitgaard: Auf jeden Fall. Und vor allem wichtig für den Klub: Der letzte nationale Triumph lag 16 Jahre zurück. Dabei besitzt Skjern seit Jahren eine Mannschaft, die um einen Titel mitspielen soll und kann. Der Erfolg zeigt unseren Sponsoren, dass wir auf einem guten Weg sind.

Und die Party ist noch nicht vorbei: Die Playoffs laufen, das Europacup-Viertelfinale beginnt am Wochenende.

Klitgaard: Auf diese Zeit haben wir hingearbeitet. Als Handballer musst Du diese Wochen einfach nur genießen. Wir nehmen jedes Spiel, als wäre es das letzte in dieser Saison. Eine Priorität haben wir nicht. Meisterschaft und Europapokal haben die gleiche hohe Bedeutung für uns.

Wie groß ist die Vorfreude auf ein Duell mit Melsungen?

Klitgaard: Ich hatte schon gehofft, in der Gruppenphase auf die MT zu treffen. Jetzt wäre es mir lieber, wir hätten sie eine Runde später bekommen.

Das wäre das Halbfinale beim Final Four in Berlin.

Klitgaard: Ja, denn Melsungen ist aus meiner Sicht die beste Mannschaft in diesem Wettbewerb und der absolute Favorit auf den Europapokalsieg. Wir haben einen dicken Brocken vor der Brust. Dennoch freue ich mich auf Melsungen. Mit meinen früheren Kollegen Nenad Vuckovic und Felix Danner stehe ich über Facebook nach wie vor in Kontakt.

Wie schätzen Sie die Chancen auf ein Weiterkommen Ihrer Mannschaft ein?

Klitgaard: 40:60. Es werden zwei enge Spiele. Ich hoffe, dass wir unser Heimspiel am Samstag gewinnen können.

Gegen Berlin konnten Sie in der Gruppenphase auch zu Hause gewinnen.

Klitgaard: In Deutschland kennt man Skjern Handbold nicht so gut. Aber wir haben eine super Truppe. In unseren Reihen stehen aktuelle dänische Nationalspieler, also Vize-Weltmeister und Europameister. Es ist nicht einfach, sich bei uns zu behaupten.

Wie wird die Stimmung am Samstag in der Halle sein?

Klitgaard: Da bin ich auch gespannt. Wir Spieler wissen, wie gut Melsungen ist. Unsere Fans wissen das nicht. Mit einer Mannschaft wie Hamburg wissen die Menschen hier mehr anzufangen. Dennoch wird die Skjern Bank Arena voll sein.

Zur Person:  Thomas Klitgaard (37) spielt seit 2010 wieder für Skjern Handbold. Bereits von 2003 bis 2005 trug der Kreisläufer das Trikot dieses Klubs. Insgesamt drei Jahre (2007 bis 2010) ging er für die MT Melsungen in der Bundesliga auf Torejagd und avancierte zu einem Publikumsliebling. Nebenbei ist er zusammen mit dem Ex-Melsunger Torben Ehlers für die Auktionsseite teamauction.de zuständig. Klitgaard ist verheiratet mit Katja und hat zwei Kinder.

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