Ein Knaller: Zum Auftakt hat die MT Berlin zu Gast

Reizfigur: Nationaltorwart Silvio Heinevetter hütet den Berliner Kasten – und diskutiert auch mal ganz gern. Foto:  dpa

Kassel. Der Start hat es in sich. Wenn für die Handballer der MT Melsungen am Samstag die Bundesliga beginnt, ist nicht irgendein Gegner zu Gast in der Rothenbach-Halle. Nein.

Die Nordhessen empfangen ab 19 Uhr den EHF-Pokalsieger und zugleich einen Gegner, mit dem sie sich im Verlauf dieser Saison aller Voraussicht nach um den vierten und fünften Tabellenplatz streiten werden. Mit anderen Worten: Die Füchse Berlin kommen nach Kassel.

Damit gibt es also gleich einen Knaller zum Auftakt - wie vor zwei Jahren, als die MT die Hauptstädter am ersten Spieltag 28:23 nach Hause schickte. Überhaupt hätten es die Melsunger schlimmer treffen können. Die Füchse mit ihrem Torwart-Zampano Silvio Heinevetter sind ein gern gesehener Gast in der Rothenbach-Halle, wobei dem jüngsten Besuch auch schmerzhafte Erinnerungen anheften. Denn beim 31:24-Sieg Ende März bot die MT zwar eine ihrer besten Vorstellungen vor eigenem Publikum, verlor aber Spielmacher Patrik Fahlgren, der einen Kreuzbandriss erlitt.

Schnee von gestern. Mit der Mannschaft von damals hat das Berliner Team ohnehin nicht mehr viel zu tun. „Wir befinden uns in einer Umbruchphase. Wir haben diesen Umbruch bewusst vollzogen“, sagt Volker Zerbe, der Sportdirektor der Füchse. Verdiente Spieler wie Iker Romero, Konstantin Igropulo, Evgeni Pevnov und Pavel Horak haben ihre Karriere beendet oder den Verein verlassen. Mit den Neuzugängen ist Zerbe, der als Spieler mit dem TBV Lemgo fast alles gewann, vollauf zufrieden. Sie würden Top-Qualitäten mitbringen, sagt der 47-Jährige.

Sportdirektor der Füchse: Volker Zerbe. Foto:  dpa

Allen voran Spielmacher Drago Vukovic, der aus Lübbecke zu den Füchsen stieß. Auch Jakov Gojun, Neuzugang aus Paris, habe in den vergangenen Wochen als Abwehrchef überzeugt. Allerdings begann die Vorbereitung alles andere als optimal. Die Verletzungen von Nationalspieler Paul Drux und Rechtsaußen Mattias Zachrisson „hatten uns ganz schön durcheinander gewirbelt“, erklärt Zerbe. Als Ersatz für Zachrisson haben die Füchse kurzfristig den bosnischen Nationalspieler Faruk Vrazalic verpflichtet.

Alles in allem würde das Team noch ein wenig Zeit benötigen, um sich zu einzuspielen, vermutet der Sportdirektor. Für den Findungsprozess ist ein weiterer Neuzugang verantwortlich: Trainer Erlingur Richardsson. Der 42-jährige Isländer hat seinen Landsmann Dagur Sigurdsson beerbt, der sich ausschließlich um die deutsche Nationalmannschaft kümmern wird.

Ähnlich wie Melsungens Coach Michael Roth bevorzugt Richardsson viel Tempo im Spiel. Damit wollen sich die Berliner wieder für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren. Das Saisonziel steht fest: ein Platz unter den Top 6. „Und das Final Four im DHB-Pokal in Hamburg“, ergänzt Zerbe. Bei den Zielen gibt es einige Parallelen zur MT.

Überhaupt würden am Samstag zwei ähnliche Systeme aufeinandertreffen, prophezeit Zerbe: „Das wird eine harte Nuss.“ Ein spektakuläres Spiel ist also garantiert. Ein echter Knaller eben.

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