Bei der MT läuft kurz vor den ersten Pflichtspielen einiges schon gut – Steigerungsbedarf in der Deckung

„Der Zug kommt ins Rollen“

Er traut sich immer mehr zu: Melsungens dänischer Neuzugang Lasse Mikkelsen (links, hier gegen Jeep Krogh Simonsen von Ystads IF). Foto: Kuhl

Kassel. Die letzte Vorbereitungswoche der MT Melsungen begann mit einer guten Nachricht. Felix Danner, Kreisläufer des Handball-Bundesligisten, informierte seine Teamkollegen am Montagmorgen darüber, dass er wieder Vater geworden ist. Mit seiner Frau Anja und Tochter Nele freut er sich über die Geburt von Sohn Leon Alexander.

Nicht einmal 24 Stunden zuvor hatte Danner noch mit der Melsunger Mannschaft die Testspielzeit erfolgreich abgeschlossen: Das 31:30 in Ilsenburg gegen den SC Magdeburg war der 17. Sieg in der 17. Partie seit dem Trainingsstart am 12. Juli. Damit gewannen die Nordhessen alle vier Turniere, an denen sie teilnahmen: Benthack-Cup in Hamburg, Sparkassencup in Altensteig, Sparkassencup in Rotenburg und Harzenergiecup in Ilsenburg.

„Es sieht schon recht gut aus“, sagt Kapitän Michael Müller zur Weiterentwicklung der Mannschaft in den vergangenen Wochen. „Die Erfolge sind gut für die Moral“, fügt Timm Schneider hinzu.

Etwas getrübt wurde die Stimmung nur durch die Verletzungen, die sich am Wochenende Finn Lemke und Philipp Müller zuzogen. Sowohl Lemke, der einen Faserriss im Adduktorenbereich erlitt, als auch Müller (starke Rippenprellung) werden noch einige Tage pausieren müssen.

Julius Kühn (Schleimbeutelentzündung) indes soll genauso wie Danner ab dem heutigen Dienstag bei der Einstimmung auf die erste Pokalrunde dabei sein. Am Samstag ab 15.30 Uhr trifft die MT in Oftersheim auf den TV Neuhausen/Filder, bei einem möglichen Finaleinzug geht es entweder gegen den Ausrichter des Mini-Turniers oder Erstliga-Neuling Die Eulen Ludwigshafen. Nach den Eindrücken aus den Tests ist Melsungen dort klarer Favorit. „Wir haben nicht mehr nur eine starke erste Sieben, sondern fast zwei gleichstarke Mannschaften“, sagt Linksaußen Michael Allendorf.

Was schon gut klappt und wo sich die Mannschaft noch steigern muss:

• Die Integration der Neuen: Julius Kühn, Tobias Reichmann und Lemke haben ihre Rolle im Team schon gefunden. Torwart Nebojsa Simic hat gezeigt, dass er jederzeit Johan Sjöstrand entlasten kann. Und Lasse Mikkelsen? Der Däne hat als Spielmacher den schwersten Job aller Neuzugänge, traut sich aber zusehends mehr zu. „Er hat ein unglaubliches Auge“, lobt Michael Allendorf den blonden Strategen. Von der Spielweise erinnert Mikkelsen stark an den Schweizer Andy Schmid von den Rhein-Neckar Löwen. „Er macht seine Sache schon sehr gut“, findet Trainer Michael Roth.

• Das Umschaltspiel: „Der MT-Zug kommt immer mehr ins Rollen“, stellt Allendorf zufrieden fest. Als schneller Außen erhält er noch mehr Möglichkeiten, um zu kontern. Auch Reichmann, Jeffrey Boomhouwer und Arjan Haenen freuen sich über die vielen Gegenstöße, die Lemke einleitet.

• Die Deckungsarbeit: Das Melsunger Team kassiert noch zu viele Gegentreffer, weil bisweilen einige Löcher in der neu formierten Abwehr klaffen. In dieser Woche sollte das Zusammenspiel von Philipp Müller und Lemke im Innenblock verfeinert werden. Da diese beiden noch ausfallen, müssen nun erst mal andere ran: Kühn, Danner, Marino Maric und Johannes Golla können ebenfalls im Zentrum verteidigen. Roth setzt in der kommenden Serie auf zwei Systeme: eine 6:0- und eine 5:1-Formation.

Von Björn Mahr

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