Das 29:33 im Schnellcheck

MT Melsungen verliert Spitzenspiel in Flensburg: Nur Kühn stemmt sich dagegen

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Die beiden herausragenden Akteure im Duell: Melsungens Julius Kühn (rechts) gegen Flensburgs Holger Glandorf.

Kassel. Die Chance war da - aber weil die Hintermannschaft des Handball-Bundesligisten MT Melsungen nie richtig in Schwung kam, musste das Team von Geburtstagskind Michael Roth im Spitzenspiel eine 29:33 (16:17)-Niederlage bei der SG Flensburg-Handewitt einstecken. Der Schnellcheck:

Gab es personelle Überraschungen?

Bei der MT nicht, aber bei den Gastgebern. Der schwedische EM-Silbermedaillengewinner Simon Jeppson musste wegen Wadenproblemen passen. Dafür war ein Landsmann wieder dabei: Kapitän Tobias Karlsson, der am Sonntag zum zweiten Mal Vater geworden war, hielt wieder die Deckung zusammen.

Wie war denn das Spiel der Melsunger an der Förde?

Nur teilweise passabel - die Abwehr hatte so ihre Probleme mit der Offensivkraft der Nordlichter. Bezeichnend: Bis zur Pause kassierte die MT bereits fast genauso viele Gegentreffer wie zuletzt beim 28:20-Heimerfolg gegen Leipzig.

Andererseits entwickelte Melsungen im Angriff viel Gefahr. Torjäger Julius Kühn warf nicht nur sieben Treffer im ersten Abschnitt, sondern bereitete auch noch erfolgreiche Abschlüsse von Felix Danner, Lasse Mikkelsen und Tobias Reichmann vor. Keine Überraschung, dass Kühn auch das 8:7 für die Gäste erzielte (13.). Nur wegen einiger technischer Fehler mussten die Nordhessen die Führung schnell wieder hergeben. Nach dem 10:9 von Michael Allendorf markierte die SG drei Treffer in Folge: durch Lasse Svan, Hampus Wanne und Jim Gottfridsson.

Verlor mit der MT: Rechtsaußen Tobias Reichmann.

Da auch beide Torhüter, Flensburgs Mattias Andersson und Melsungens Johan Sjöstrand, nicht viel zu fassen bekamen, war es ein fröhliches Scheibenschießen. Bei den Hausherren glänzte vor allem der Halbrechte Holger Glandorf. Und der Ex-Nationalspieler lieferte sich auch im zweiten Durchgang ein Privatduell mit Kühn.

Doch im Gegensatz zum Melsunger Rückraumschützen erfuhr der Linkshänder mehr Unterstützung von seinen Nebenleuten. Von allen Positionen machte die SG Druck. So gerieten die Gäste von 19:20 (35.) mit 22:27 ins Hintertreffen. Zudem wusste sich Andersson zu steigern - die Melsunger Schlussleute Sjöstrand und Mathias Lenz standen im zweiten Durchgang klar im Schatten des 39-Jährigen.

MT-Coach Michael Roth versuchte an seinem 56. Geburtstag alles, stellte noch einmal die Deckung um - zurück zur 5:1-Formation aus der Anfangsphase. Doch die Abwehrreihe fand nicht zur erhofften Aggressivität. Die Passivität mündete in einer verdienten Niederlage.

Wer war der Mann des Abends?

Flensburgs Glandorf drehte groß auf. Er kam - genauso allerdings wie MT-Angreifer Kühn - auf elf Treffer.

Wie präsentierte sich der zukünftige Flensburger Johannes Golla von der MT?

Er kam nach 50 Minuten in die Partie und leitete das 24:28 von Jeffrey Boomhouwer ein (50.). Ein eigener Treffer gelang ihm aber auch noch.

Gab es denn auch etwas Kurioses?

Absolut. Eigentlich sollten Fabian Baumgart und Sascha Wild die Partie leiten. Doch weil diese ihren Anschlusszug verpassten, wurde kurzfristig umdisponiert. So kamen die Berliner Nils Blümel und Jörg Loppaschewski, die ursprünglich parallel in Kiel leiten sollten, in Flensburg zum Einsatz.

Wie war die Übertragung beim Bezahlsender Sky?

Handball-Experte Stefan Kretzschmar unterstützte Kommentator Karsten Petrzika - und tat dies gewohnt unterhaltsam. Nachdem Flensburgs Rasmus Lauge früh eine Zeitstrafe hinnehmen musste, merkte „Kretzsche“ an: „Vielleicht sind die Schiedsrichter etwas sauer, dass sie 100 Kilometer weiter fahren mussten als gedacht.“

Das Spiel der HSG Wetzlar gegen Flensburg-Handewitt musste am 1. März wegen der starken Schneefälle in Flensburg abgesagt werden.

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