Zuletzt 17:1 Punkte

Es läuft und läuft und läuft bei der MT Melsungen

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In bestechender Form: MT-Rechtsaußen Johannes Sellin erzielte elf Tore gegen den Bergischen HC.

Kassel. Langsam wird es unheimlich. Die MT Melsungen eilt von Sieg zu Sieg. Außerdem erfreulich: Johannes Sellin steht im Kader der Nationalmannschaft.

Diese MT Melsungen. 17:1 Punkte aus den vergangenen neun Spielen. Auch vom Bergischen HC ließ sich der heimische Handball-Bundesligist beim 28:26 (17:14)-Erfolg am Mittwochabend nicht stoppen. „Unser Selbstvertrauen ist wieder komplett da“, kommentiert Felix Danner die tolle Serie. Die MT erinnert derzeit an einen Werbeslogan aus den 60er-Jahren für den VW Käfer: Es läuft und läuft und läuft für die Nordhessen.

Der Lauf von Sellin

Elf Treffer steuerte Johannes Sellin zum Sieg in Wuppertal bei. Der Rechtsaußen befindet sich in bestechender Form - und bekommt den Lohn. Er steht im Kader der Nationalmannschaft für das EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz am 18. Juni in Bremen. Bundestrainer Christian Prokop gab gestern das Aufgebot bekannt. „Es sind zwar nur drei Tage. Aber ich möchte zeigen, was ich draufhabe“, sagt Sellin. Sein großes Ziel ist die Europameisterschaft Anfang 2018 in Kroatien.

Ein weiteres Ziel ist ein erfolgreicher Abschied von den MT-Fans am Sonntag im letzten Heimspiel gegen Leipzig (15 Uhr). Etwas mulmig sei ihm schon zumute: „Ich hoffe, ich kann das ausblenden und mich auf meine Aufgabe konzentrieren.“ Das Thema Torjägerkanone hat Sellin derweil abgehakt. Der Rückstand auf den Führenden Philipp Weber aus Wetzlar beträgt zehn Tore. Trotzdem sagt der Rechtsaußen nicht ohne Stolz: „Ich habe drei, vier Spiele weniger gemacht und hänge ihm dennoch im Nacken.“

Der Lauf in Wuppertal

Es lief nicht alles rund gegen den BHC in der Uni-Halle in Wuppertal. MT-Trainer Michael Roth nennt zwei Kritikpunkte. Erstens leistete sich seine Mannschaft zu viele einfache Fehler in der Deckung. Zweitens, sie ließ zu viele freie Chancen ungenutzt. „So hältst du den Gegner im Spiel. Wir hätten die Partie wesentlich früher entscheiden können“, sagt der Handballlehrer.

Gleichwohl lobt der Trainer seine Schützlinge dafür, dass sie die Ruhe bewahrt haben. Felix Danner drückt es so aus: „Der BHC ist Vollgas gegangen. Da waren viele Nickeligkeiten dabei. Doch wir sind konzentriert geblieben.“ Kurz vor Schluss kam Hektik auf. Ein Fünf-Tore-Vorsprung der MT war auf einen Treffer geschmolzen. Anfang der Saison hätten sie so ein Spiel noch verloren, versichert Sellin: „Aber zur Zeit drehen wir nicht durch und spielen einfach weiter.“ Es läuft halt.

Der Lauf und sein Ursprung

Fantastisch - das fällt Michael Roth zu der Serie von 17:1 Punkten ein. Durch den Europapokal sei fast ein wenig untergegangen, was die Mannschaft in der Liga geleistet habe. Dabei kann sich der MT-Trainer gut an den Ursprung des Laufs erinnern. Als Befreiungsschlag bezeichnet er den Heimsieg gegen Hannover-Burgdorf Ende März. Eine Woche zuvor hatte die MT zwar schon in Gummersbach gewonnen, aber dazwischen in Lissabon eine bittere Niederlage kassiert. Die Köpfe seien leer gewesen. Der Trainer sah sich veranlasst, alles anders zu machen.

Also pfiff er auf Technik und Taktik und ließ stattdessen seine Jungs ein Fußball-Training absolvieren. Nicht nur ein Spielchen. Nein. Eine richtige Einheit. Und seitdem läuft’s und läuft und läuft.

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