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MT Melsungens neuer Torwarttrainer Carsten Lichtlein: Ich vermisse nichts

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Von: Björn Mahr

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Wichtige Anweisungen vom Torwarttrainer: Carsten Lichtlein (links) im Gespräch mit dem Polen Adam Morawski. © Pressebilder Hahn

Ex-Weltmeister Carsten Lichtlein trainiert beim Handball-Bundesligisten MT Melsungen nun die Torhüter.

Melsungen – Nach den ersten gemeinsamen Übungseinheiten in dieser Saison-Vorbereitung ging Schlussmann Nebojsa Simic auf Carsten Lichtlein zu und sagte zum neuen Torwarttrainer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen mit einem Schmunzeln: „Das ist aber eine Menge Input.“

So viel Neues war der Montenegriner gar nicht mehr gewohnt. Seit dem Herbst 2018, seit der Trennung von Mile Malesevic, war bei der MT der Posten des Torwarttrainer unbesetzt. Ab dieser Serie arbeitet nun mit dem 41-jährigen Lichtlein ein Weltmeister von 2007 mit Simic, Neuzugang Adam Morawski und Talent Erik Ullrich.

Erik Ullrich MT-Torhüter
Erik Ullrich, MT-Torhüter © Bernd Hahn

„Wir haben sehr gute Torleute. Die Aufgabe macht mir viel Spaß. Ich vermisse nichts“, sagt Lichtlein. Bis vor einigen Wochen stand er selbst noch zwischen den Pfosten – bei GWD Minden. Mit 710 Bundesligaspielen ist er Rekordhalter. Nebenbei betreute er aber bereits seinen Kollegen Malte Semisch. Und Lichtlein gehörte zum Trainerstab der deutschen U20-Nationalmannschaft.

Dass sich nicht jeder Bundesligist einen Torwarttrainer leistet, davon kann der gebürtige Würzburger selbst ein Lied singen. Erst beim VfL Gummersbach, für den er von 2013 bis 2019 im Einsatz war, bekam er professionellere Unterstützung – durch Ex-Profi Matthias Reckzeh (ab 2017).

In Melsungen will der langjährige deutsche Nationaltorwart etwas von seiner großen Erfahrung weitergeben – im Übrigen auch an die MT-Talente. Während seiner Zeit in Gummersbach setzte er sich ein klares Ziel: mindestens zwölf Paraden pro Spiel. Lichtlein hat nichts dagegen, wenn sich die Zahlen der MT-Schlussmänner in diesen Bereichen bewegen. „Wir brauchen konstant gute Leistungen“, betont Lichtlein. Nach dem Abschied von Silvio Heinevetter zum Ligarivalen TVB Stuttgart soll der Pole Morawski mit Simic ein starkes Gespann bilden. „Wenn du nach oben willst, benötigst du zwei Top-Torhüter“, ist Lichtlein überzeugt.

Simic ist in seinen Augen der etwas extravagantere Keeper. Morawski zeichne seine Reaktionsschnelligkeit aus: „Er erinnert mich ein bisschen an Slawomir Szmal.“ Morawskis Landsmann stand früher unter anderen bei den Rhein-Neckar Löwen unter Vertrag. Dass der 27-Jährige (zuletzt Wisla Plock) neu in der Bundesliga ist, sieht Lichtlein nicht als Problem an – im Gegenteil: „Torhüter, die die Gegner noch nicht kennen, halten oft besser.“

Nebojsa Simic MT-Torhüter
Nebojsa Simic, MT-Torhüter © Fischer, Andreas

Beim Sparkassencup am vergangenen Wochenende ergänzten sich die Schlussleute gut. Neben Simic und Morawski hatte auch Ullrich einen gelungenen Kurz-Einsatz. Lichtlein suchte immer wieder das Gespräch mit den Torstehern, gab Tipps, feuerte an. Am kommenden Samstag steht ab 16 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle mit dem Vorbereitungsspiel gegen Aufsteiger VfL Gummersbach der nächste Test auf dem Plan.

„Die Arbeit mit den Torhütern ist nun viel intensiver“, erklärt Melsungens Sportdirektor Michael Allendorf. Zu Lichtleins Tätigkeit gehört auch ein umfangreiches Videostudium für die Keeper. Allendorf sagt: „Sie sind noch besser vorbereitet.“ Eine Menge Input ist für eine erfolgreiche Arbeit eben unerlässlich. (Björn Mahr)

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