Löwen-Kapitän Uwe Gensheimer: „Sanikis ist nun viel stärker“

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Auf dem Weg zum Handball-Superstar: Uwe Gensheimer, treffsicherer Linksaußen und Kapitän der Rhein-Neckar Löwen.

Mannheim/Kassel. Er führt schon wieder die Torschützenliste der Handball-Bundesliga an. Bereits 68 Treffer stehen für National-Linksaußen Uwe Gensheimer von den Rhein-Neckar Löwen.

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Wir übertragen per Ticker und Radio ab 19.45 Uhr aus der Rothenbachhalle

Am Dienstag - einen Tag vor seinem 25. Geburtstag - will er seiner Mannschaft mit vielen Toren gegen die gastgebende MT Melsungen (19.45 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel) zum Einzug ins Achtelfinale des DHB-Pokals verhelfen.

Wir sprachen mit Gensheimer über Melsungen, die Entwicklung des Klubs und seine Zukunft bei den Löwen.

Herr Gensheimer, können Sie die Gesichter der Melsunger Handballer überhaupt noch ertragen?

Uwe Gensheimer: Ja, natürlich. Warum nicht?

Weil es schon 16 Pflichtspiele seit dem gemeinsamen Aufstieg von MT und Löwen im Jahr 2005 in die 1. Liga gab. Das 17. am heutigen Dienstag ist bereits das vierte Aufeinandertreffen im Pokal.

Gensheimer: Zum Glück waren wir in den meisten Partien erfolgreich. Mit Melsunger Spielern habe ich überhaupt kein Problem. Gerade wenn man oft gegeneinander spielt, hat man keine Reibungspunkte.

Der letzte Vergleich liegt noch gar nicht so lange zurück. Hand aufs Herz: Wie lange hatte es gedauert, bis Sie die bittere Pille des 30:30 in eigener Halle wirklich verdaut hatten?

Gensheimer: Ohne den Punktverlust stünden wir in der Tabelle besser da. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Bis zur 45. Minute war alles super. Dann kam eine Phase, in der wir das Spiel fahrlässig hergegeben haben. Immerhin haben wir danach gleich in Magdeburg (29:24-Erfolg, d. Red.) gezeigt, wozu wir in der Lage sind.

Inwieweit spielt das Duell von vor zwei Wochen für den Schlager im Pokal noch eine Rolle?

Gensheimer (lacht): Im Pokal kann es nicht unentschieden ausgehen. Im Ernst: Wir werden unsere Schlüsse aus diesem Spiel ziehen. Was das heißt, werde ich aber hier nicht verraten.

Und der Heimvorteil für Melsungen?

Gensheimer: Ich hoffe nicht, dass das ein großer Faktor wird. Überbewerten will ich dies nicht, aber gegen Ende eines Spiels kann das wichtig sein.

Was macht die MT aus Ihrer Sicht so gefährlich?

Gensheimer: Sie wurde gezielt verstärkt. Patrik Fahlgren hat im Angriff das Heft fest in der Hand. Grigorios Sanikis hat sich stark verbessert und schafft immer wieder Freiräume für seine Nebenleute. So hat Melsungen jetzt eine homogene Truppe, was auch ein Verdienst von Trainer Michael Roth ist.

Haben Sie Ihren früheren Nebenmann Grigorios Sanikis schon jemals so stark erlebt wie in diesen Wochen?

Gensheimer: Er wirkte früher etwas gehemmt. Ich habe immer darauf gewartet, dass er das ablegt. Jetzt hoffe ich, dass seine gute Form über die ganze Saison anhält. Wir haben uns immer gut verstanden.

Seit „Air Sanikis“ 2005 den RNL-Vorgängerklub Kronau/Östringen in Richtung Nordhessen verlassen hat, nahm die Entwicklung bei den Löwen einen rasanten Verlauf. Dennoch reichte es noch nicht für einen großen Titel. Warum?

Gensheimer: Wir haben nach dem Aufstieg gleich einen Europapokalplatz erreicht, sind dann im Pokal zum Final Four gekommen. Das konnten wir danach wiederholen. Auch in die Champions League haben wir es geschafft - und da haben wir im Viertelfinale etwa in Montpellier gewonnen. Also: Für diesen Zeitraum ist das eine beachtliche Leistung. Ich finde, dass das zu wenig gewürdigt wird. Wir waren sehr nah dran an einem Titel, das Quäntchen Glück hat noch gefehlt. Unser Manko war die fehlende Konstanz. Das wollen wir in dieser Serie verbessern.

An Ihnen liegt es nicht. Sie werfen Tore in Hülle und Fülle, sind als gebürtiger Mannheimer und Kapitän ein Publikumsliebling und längst zum Nationalspieler gereift. Werden die Löwen eine Lebensaufgabe für Sie?

Gensheimer: Ich bin sehr lange dabei. Aber ich bin trotzdem Sportler. Solange ich das Gefühl habe, dass wir hier etwas reißen können, mache ich mir keine Gedanken darüber. Andernfalls würde ich mich umorientieren. Aber im Moment ist das ganz weit weg. Wir sind erfolgreich und ich habe auch noch Vertrag bis 2014.

Von Björn Mahr

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