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Mannschaftsvorstellung des Handball-Bundesligisten MT Melsungen: Nebojsa Simic im Stile eines Topmodels

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Von: Björn Mahr

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Wie auf einem Laufsteg: Melsungens Torwart Nebojsa Simic (Nummer 16) zeigt sich in seinem neuen Trikot. Links daneben: Andre Gomes. Rechts: Pressesprecher Bernd Kaiser. Vorn links: Maskottchen Henner.
Wie auf einem Laufsteg: Melsungens Torwart Nebojsa Simic (Nummer 16) zeigt sich in seinem neuen Trikot. Links daneben: Andre Gomes. Rechts: Pressesprecher Bernd Kaiser. Vorn links: Maskottchen Henner. © RICHARD KASIEWICZ

Die Teampräsentation des Handball-Bundesligisten im Melsunger Schlossgarten hatte viel Unterhaltungswert. 600 Fans waren dabei.

Melsungen – Von Nebojsa Simic wissen die Fans des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, dass er sich selbst nicht so ernst nimmt und für jeden Spaß zu haben ist. Als Pressesprecher Bernd Kaiser bei der Mannschaftsvorstellung einige Spieler in den neuen Trikots des Teams auf die Bühne bat, lief Torwart Simic wie ein Topmodel von links nach rechts und wieder zurück. Nicht nur seinen Kollegen gefiel’s, sondern auch den 600 Fans im Melsunger Schlossgarten.

Es war einer der Höhepunkte an einem kurzweiligen Abend, der allerdings ein jähes Ende fand. Wegen heftiger Regenfälle fiel die kleine Autogrammstunde buchstäblich ins Wasser. Zuvor hatten die Besucher aber allerhand Interessantes über das neuformierte MT-Team erfahren. „Wir sind auf einem guten Weg“, erklärte Kapitän Kai Häfner. Trainer Roberto Garcia Parrondo, der Interviews bislang immer auf Englisch gab, begrüßte die Fans erstmals auf Deutsch. Als er etwas ins Detail ging, musste allerdings Kaiser übersetzen. Nach den ersten Tagen mit dem Team stellte der Spanier fest: „Ich bin zufrieden, wie fokussiert die Jungs arbeiten.“ Insgesamt neun Neue gehören zum Kader: Adam Morawski, David Mandic, Ivan Martinovic, Rogerio Moraes, Agustin Casado, Aidenas Malasinskas, Rückkehrer Dimitri Ignatow sowie die beiden Talente Ben Beekmann und Julian Fuchs.

Dass auch der Litauer Malasinskas weiß, wie man Zuschauer zum Schmunzeln bringt, zeigte er, als Sportdirektor Michael Allendorf ihm das Mikrofon gab. Der bereits 36-Jährige eröffnete sein Statement mit dem Satz: „Ich bin Aidenas, ich bin einer der Jüngeren...“

Einen kuriosen Start in der neuen Wahlheimat hatte Torwart Morawski, wie Sportchef Allendorf erzählte. Als der Pole vor knapp zwei Wochen das erste Mal aus Plock nach Kassel kam, unterschrieb er nach neunstündiger Anreise kurz den Vertrag für die Mietwohnung und räumte ein paar Möbel ein. Allendorf schlug ihm danach vor, Essen zu gehen. Doch Morawski lehnte ab: „Ich habe noch Laufen auf dem Trainingsplan stehen.“ Und so machte er sich direkt auf den neunstündigen Heimweg Richtung Polen.

Mit dem Brasilianer Moraes hatte sich Allendorf schon mal während der vergangenen Saison nach einem Europapokalspiel von dessen ehemaligen Klub Benfica Lissabon in Lemgo getroffen. Dass der Kreisläufer aus Südamerika eine stattliche Erscheinung ist, war dem inzwischen als Sportdirektor tätigen Allendorf bekannt. Wie bullig Moraes wirklich ist, wurde ihm bei einem lockeren Gespräch deutlich: „Es wurde plötzlich dunkel im Raum.“ Der frühere Kieler misst 2,05 m. Allendorf freut sich schon jetzt auf das Abwehrspiel der Melsunger. Die Kandidaten für den Innenblock – Moraes, Gleb Kalarash, Finn Lemke und Arnar Freyr Arnarsson – sind allesamt mehr als zwei Meter groß.

Großes Interesse: 600 Fans kamen in den Melsunger Schlossgarten.
Großes Interesse: 600 Fans kamen in den Melsunger Schlossgarten. © Kasiewicz, Richard

Trotz eines deutlich breiteren Kaders passte die gesamte MT-Mannschaft auf die Bühne. Bis auf Torwarttrainer Carsten Lichtlein, der wegen eines bereits länger geplanten Urlaubs am Wochenende fehlte, war sie komplett.

„Wir haben sehr gute Spieler. Jetzt geht es darum, sie zu einem Team zu formen. Roberto hat Erfahrung, große Gruppen zu trainieren“, sagte Manager Axel Geerken erwartungsvoll. Der Etat der MT für die neue Runde steigt auf sechs Millionen Euro.

Seit Freitagabend gibt es sowohl das neue Heim- als auch das neue Auswärtstrikot des Bundesligisten zu kaufen. „Auch diesmal sind sie thematisch regional verbunden. Die Fulle ist das verbindende Element“, erläutert Geerken. So ist der Wasserlauf der Fulda zu erkennen. Auf den Jerseys, für die Simic wie ein echter Profi am Freitag Werbung machte. (Björn Mahr)

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