MT empfängt Lemgo

Ex-Melsunger Anton Mansson gastiert am Samstag in der Rothenbachhalle

+
Einst in Melsungen, jetzt in Lemgo: TBV-Kreisläufer Anton Mansson (hier im schwedischen Nationaltrikot gegen den Deutschen Matthias Musche) steckt mit den Lipperländern fest im Abstiegskampf.

Kassel/Lemgo. Die MT Melsungen empfängt am Wochenende den abstiegsbedrohten TBV Lemgo. Dabei kommt es zum Widersehen mit alten Bekannten - auf beiden Seiten.

Bevor Timm Schneider im Sommer 2015 aus Lemgo zur MT Melsungen wechselte, erlebte der Handball-Profi mit dem TBV noch einen knallharten Abstiegskampf. Erst am vorletzten Spieltag machten die Lemgoer seinerzeit den Klassenerhalt perfekt – und das nicht einfach so. „Wir haben mit 19 Toren gegen Hamburg gewonnen“, erinnert sich Schneider noch gut an das muntere Torewerfen beim 45:26-Heimsieg.

Jetzt, zwei Jahre später, stecken die Lipperländer wieder im Abstiegssumpf. Als Drittletzter hat der TBV 17 Pluspunkte auf dem Konto. Allerdings beträgt der Rückstand zum derzeitigen 13. VfL Gummersbach auch nur zwei Zähler. „In dieser Situation ist Lemgo zu allem fähig“, warnt Schneider vor dem Altmeister, der am Samstag ab 19 Uhr zum Punktspiel bei der MT in der Kasseler Rothenbach-Halle gastiert.

Ein Abstieg seines Ex-Klubs träfe das Lipperland schwer. „Es gibt zwar auch Frauenhandball in Blomberg, aber Lemgo“, so Schneider, „ist nun einmal das Nonplusultra in dieser Region.“ Klar, noch vor mehr als einem Jahrzehnt elektrisierte der Klub als „TBV Deutschland“ die Massen. Mit Spielern wie Daniel Stephan, Christian Schwarzer und Florian Kehrmann, inzwischen Coach der Lemgoer, bildete der Verein das Rückgrat der Nationalmannschaft.

Der Einzige, der im aktuellen Kader Erinnerungen an bessere Zeiten weckt, ist Kapitän Rückraumschütze Rolf Hermann – aber der ist seit mehreren Wochen verletzt. „Es ist extrem eng am Tabellenende“, erklärt Kreisläufer Anton Mansson, „keiner weiß, wie viel Punkte für den Verbleib in der Liga reichen werden.“

Am vergangenen Wochenende hätten die Lemgoer den TVB Stuttgart überflügeln können, mussten sich aber mit einem 24:24 gegen die Stuttgarter begnügen. „Das war eine kleine Enttäuschung“, sagt Mansson rückblickend. Nun will er sich mit seinen Kollegen den verlorenen Punkt bei seinem früheren Klub Melsungen zurückholen.

Zwar schaffte es der TBV in dieser Spielzeit bislang nur sieben Zähler zu erobern, zuletzt ließ er aber in Flensburg aufhorchen, wo er lediglich mit 27:30 unterlag. „Wir wissen, dass die Tordifferenz wichtig ist. Selbst wenn am Samstag ein Spieler bei uns leicht angeschlagen ist, wird er trotzdem spielen“, betont Mansson, „alle wollen bei uns schnell aus dieser schwierigen Lage herauskommen.“ Wenn es ganz blöd für den TBV läuft, gibt es am letzten Spieltag in der Lipperlandhalle einen Showdown gegen Gummersbach. Zunächst wartet aber für Mansson die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. „Ich bin mit 21 nach Melsungen gekommen, war vier Jahre dort und habe viel gelernt. Ein Spiel gegen die MT bleibt immer etwas Besonderes“, stellt der 28 Jahre alte schwedische Nationalspieler klar.

Egal, wie es für Lemgo ausgeht: Mansson wird auch in der nächsten Saison mal in Kassel zu Gast. Der Skandinavier, der mit seiner langjährigen Freundin und Ex-Nationalspielerin Nadja Nadgornaja sowie dem gemeinsamen Sohn Matti in Rheda-Wiedenbrück lebt, heuert im Sommer in Minden an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.