Tabellenvorletzter kommt

Erstes Heimspiel im Jahr 2019: MT Melsungen erwartet Bietigheim

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Im Abwehrzentrum und amv vorn am Kreis im Einsatz: Melsungens Routinier Philipp Müller.

Am Sonntag ab 16 Uhr bestreitet Handball-Bundesligist MT Melsungen nun sein erstes Heimspiel im Kalenderjahr 2019.

Das erste Pflichtspiel nach der Pause ging klar verloren: 24:32 in Magdeburg. Jetzt geht es zum ersten mal in 2019 wieder in der Heimat weiter: Gegner in der Kasseler Rothenbach-Halle ist die stark abstiegsgefährdete SG Bietigheim. „Wir sind klarer Favorit, aber diesen Gegner dürfen wir dennoch nicht unterschätzen“, sagt Routinier Philipp Müller vor dem Duell mit dem Tabellenvorletzten. 

Erfreulich: Die Hausherren können sich auf ein volles Haus freuen. „Wir rechnen mit mehr als 4000 Zuschauern“, sagt Manager Axel Geerken, „man spürt die Vorfreude bei den Fans, dass es nach langer Pause wieder losgeht. Auch die WM wird dazu beigetragen haben.“ Was sich die Fans vom Melsunger Auftritt (ab 16 uhr bei uns im Live-Radio) erhoffen können – eine Übersicht:

  • Mannschaftliche Geschlossenheit: „Wir brauchen mehr Spieler am Leistungsoptimum“, betont Trainer Heiko Grimm. In Magdeburg gingen vor allem Spielmacher Lasse Mikkelsen, Roman Sidorowicz und Felix Danner voran – das war zu wenig, um den Kontrahenten in Bedrängnis zu bringen.
  • Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor: Die Nordhessen ließen etliche gute Gelegenheiten verstreichen. Linksaußen Yves Kunkel etwa hatte sich für die Partie in Magdeburg genau überlegt, wie er den ersten Wurf ansetzen muss. „Dann hat sich aber der Torwart anders bewegt, als ich es nach dem Videostudium erwartet habe“, berichtet Kunkel. Sein Ball wurde pariert – und im weiteren Verlauf fand der Ex-Leipziger nicht mehr zur gewohnten Sicherheit zurück. „Diesmal werde ich mir auch ein, zwei Videos ansehen, im Spiel aber dann freier entscheiden“, verdeutlicht der 24-Jährige, „ich will wieder an eine 100-prozentige Quote herankommen.“ Bei Außen sind 75, bei Rückraumspielern 60 bis 70 Prozent ein guter Wert.
  • Charakterstärke: Die personelle Situation wird sich im Vergleich zur Begegnung in der Vorwoche möglicherweise leicht verbessern – Finn Lemke und Michael Allendorf rücken eventuell ins Aufgebot. Auch der mit einem Zweitspielrecht ausgestattete Fin Backs wird dabei sein. Dennoch ist die Lage immer noch so angespannt, dass die verbliebenen Spieler Charakter zeigen und eigene Interessen hintenanstellen müssen. Einer, der dies verinnerlicht hat, ist Philipp Müller: „Wenn ich der Mannschaft helfen kann, dass sie erfolgreich ist, übernehme ich auch jede andere Position.“ Eigentlich ist der 34-Jährige im linken Rückraum zu Hause, soll aber wegen des Ausfalls von Marino Maric Danner im Angriff entlasten. „Es ist ein vollkommen anderes Gefühl, am Kreis zu spielen“, stellt Müller klar, der von seinen Kollegen einige Tipps bekommt: „Sie sagen mir schon mal, wie ich meinen Körper besser einsetzen kann.“
Will diesmal besser abschließen: Yves Kunkel.
  • Tempospiel: Spätestens seit der Weltmeisterschaft im Januar wissen auch all jene, die sich nicht so intensiv mit Handball beschäftigen: Der schnelle Gegenstoß, der Angriff über die erste und zweite Welle, ist ein besonders wirksames Mittel. In Magdeburg kam die MT trotz leidenschaftlicher Defensivarbeit nicht so recht zum Kontern. Im Gegenteil: Sie lud bisweilen den Gastgeber förmlich dazu ein. „Wir wollen wieder mehr Gefahr im Tempospiel ausstrahlen“, sagt Philipp Müller. Da er auch eine wichtige Stütze in der Verteidigung ist, kommt ihm beim Umschaltspiel eine besondere Rolle zu.
  • Entschlossenes Auftreten: Die Melsunger blicken zwar nicht so gern nach vorn. Aber nach dem Duell mit Bietigheim warten einige ganz dicke Brocken: beim Tabellennachbarn Göppingen (24. Februar), gegen Rekordmeister Kiel (28. Februar) und gegen Berlin (14. März). Kunkel erklärt deshalb: „Wir wollen uns am Sonntag mit einer überzeugenden Leistung Selbstvertrauen holen.“

Bietigheim mit neuem Coach und neuem Spielmacher

Aufsteiger SG BBM Bietigheim kämpft wie erwartet gegen den direkten Wiederabstieg. Der Tabellenvorletzte überraschte dennoch Anfang Februar, als er sich von Trainer Ralf Bader trennte. Sein Nachfolger heißt Hannes Jon Jonsson. Der Isländer ist vielen Handball-Fans in der Region noch als Ex-Profi des ThSV Eisenach (von 2012 bis 2015) bekannt. Zu seinem Start gab es eine ernüchternde 15:24-Heimniederlage gegen Leipzig.

Am Samstag präsentierte Bietigheim mit Michael Kraus einen neuen Spielmacher für den Rest der Saison. Individuell ist Bietigheim gar nicht so schlecht aufgestellt. Der italienische Nationaltorwart Domenico Ebner, der im Sommer nach Hannover wechseln wird, ist genauso zu beachten wie Robin Haller und Jonas Link.

Mehr zu der MT Melsungen: Fast ein ganzes Team in der Reha

Service: MT Melsungen- Das ist der Spielplan für die Saison 2018/2019

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