Nordhessen gewannen noch nie gegen dieses Team

MT empfängt Gäste aus dem Norden: Ist Flensburg endlich fällig?

Leicht wird’s definitiv nicht: Melsungens Rückraum-Spieler Malte Schröder (links) im Pokal gegen Flensburgs Anders Zachariassen. Foto:  Jan Kirschner

Kassel. Die Frage lautet: Gibt es eine Mannschaft, gegen die die MT Melsungen auch nach neun gemeinsamen Jahren in der Handball-Bundesliga noch nie gewonnen hat?

Die Antwort: Ja, die SG Flensburg-Handewitt. Das muss nicht so bleiben, denn genau die gastiert heute um 20.15 Uhr in der Rothenbach-Halle, die bereits ausverkauft ist.

„Wir wollen, aber die müssen gewinnen“, beschreibt Rückraumspieler Michael Müller die Ausgangsposition gegen den Champions-League-Sieger. Für seinen Mannschaftkollegen Michael Allendorf eine „Weltklasse-Mannschaft, gegen die wir etwas Besonderes schaffen müssen, um sie zu schlagen“. Also die starke Form der letzten fünf Siege bestätigen und „noch etwas draufpacken“ (Müller), damit die Revanche für die bereits zwei Saisonniederlagen (22:29 im Hinspiel und 22:38 im DHB-Pokal) glückt.

Der Flensburger Ausfall von Weltmeister Holger Glandorf (Achillessehnenriss) macht die Sache für die MT nicht unbedingt einfacher. Zum einen hat die SG prompt reagiert und den 26-jährigen Linkshänder Albin Tingsvall vom schwedischen Erstligisten Lugi HF verpflichtet, zum andern geht Melsungens Trainer Michael Roth davon aus, „dass Flensburg noch mal eine Schippe drauflegt“.

Das Spiel live im Radio gibt es hier.

Etwa der Rückraumlinke Drasko Nenadic, dessen Formkurve gegen Kiel (26:22) klar anstieg. Oder Weltmeister Lars Kaufmann, der seine Knieverletzung endlich auskuriert hat und an guten Tagen schon mal ein Spiel mit seiner Wurfgewalt ganz allein entscheiden kann.

Außerdem müssen sich die Gastgeber auf die taktischen Kniffe von SG-Trainer Ljubomir Vranjes gefasst machen, der möglicherweise mit zwei Kreisläufern agieren wird: Mit dem wiedergenesenen Nationalspieler Jacob Heinl und dem Dänen Anders Zachariassen, der sich als einziger von fünf Neuzugängen durchsetzen konnte. Wohl auch dank seiner Nehmerqualitäten, denn drei Nasenbeinbrüche in den letzten zwei Monaten konnten den 23-Jährigen nicht davon abhalten, mit Tobias Karlsson einen Mittelblock der Extraklasse zu bilden.

Zu dem gesellt sich als Hindernis für den MT-Angriff noch Torwart Mattias Andersson, der Müller, Fahlgren und Co. in den letzten Duellen extrem gut draufhatte. „Den dürfen wir auf keinen Fall warm werfen“, weiß Linksaußen Allendorf.

Allen taktischen Unwägbarkeiten und Stärken des Tabellendritten zum Trotz rät der MT-Coach seinen Schützlingen jedoch, „nicht zu viel über den Gegner nachzudenken“. Und sich stattdessen auf die eigenen, in den letzten Spielen in beeindruckender Manier demonstrierten Qualitäten zu konzentrieren. Eine stabile Abwehr, die derzeit zwei Varianten (5:1 und 6:0) fast perfekt spielt. Und ein dynamisches Umschaltspiel, dem auch Teufelskerl Andersson nicht gewachsen sein dürfte.

Und wenn dann noch (in Bestbesetzung) die nötige Geduld und Durchsetzungskraft im Positionsangriff dazu kommen, könnte in der Tat das gelingen, was der MT im Oberhaus noch nie gelungen ist: ein Sieg gegen die SG Flensburg/Handewitt.

Von Ralf Ohm

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.