MT kanzelt dank starker Hintermannschaft finnischen Gegner ab

Reise durch Europa geht weiter: Melsungen fliegt ins Viertelfinale

Völlig losgelöst: Melsungens Rechtsaußen Arjan Haenen bejubelt sein Tor zum 20:10. Rechts im Bild: Aliaksandr Bachko von Gegner Cocks. Foto: Schachtschneider

Kassel. Arjan Haenen streckte seine Arme aus, als wollte er jeden Augenblick zum Flug ansetzen. Als wollte er auch dem letzten MT-Fan unter den 2437 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle zeigen: „Seht her, unsere Reise durch Europa geht mit Vollgas weiter.“

Als der niederländische Rechtsaußen dies tat, hatte er soeben den Treffer zum 20:10 erzielt. Es waren zwar erst 36 Minuten absolviert, aber schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die Handballer der MT Melsungen ins Viertelfinale einziehen würden. Zu klar war die Überlegenheit der Nordhessen im abschließenden Gruppenspiel gegen den finnischen Vertreter Riihimäki Cocks. Die spannendste Frage war dabei nicht, wie hoch der Erfolg der Melsunger ausfallen würde, sondern ob sie sich als Gruppensieger für die Runde der letzten Acht qualifizieren werden. Dass die MT noch an die Spitze zurückkehrte, lag weniger am eigenen deutlichen 33:19 (15:8)-Erfolg als vielmehr an der 28:35-Schlappe von Benfica Lissabon parallel bei Helvetia Anaitasuna. Die Portugiesen fielen durch die Niederlage in Pamplona sogar noch auf den dritten Rang zurück und verpassten aufgrund des direkten Vergleichs das Viertelfinale.

„Wir haben in dieser Woche noch mal den Kopf aus der Schlinge gezogen“, bilanzierte Kapitän Michael Müller erleichtert, „ich bin froh über unsere gute Leistung.“ Drei Tage nach dem wichtigen 33:30-Erfolg in der Bundesliga gegen die TSV Hannover-Burgdorf legten die Gastgeber ein ungeheures Tempo an den Tag – und das in Abwehr und Angriff. „Heute hat jeder gesehen, was mit einem guten Johan Sjöstrand im Tor möglich ist. Ich bin stolz auf unser Team“, erklärte Trainer Michael Roth mit Blick auf eine stabile Hintermannschaft. Als die Finnen nach fünf Minuten vergeblich nach einer Lücke in der MT-Deckung Ausschau hielten, bekamen die Hausherren Beifall auf offener Szene. Die Innenverteidiger Philipp Müller und Felix Danner erwischten stets den richtigen Moment, um den ballführenden Gäste-Akteur zu bedrängen.

„Wir haben Druck ausgeübt und die Ruhe bewahrt. Es hat Spaß gemacht“, stellte der nach einem Migräneanfall in die Mannschaft zurückgekehrte Sjöstrand fest. Linksaußen Michael Allendorf unterstrich seine derzeitige gute Form. So schafften es die Melsunger früh, sich vorentscheidend absetzen. Umso mehr, als die Nordeuropäer anfangs des zweiten Durchgangs der Ratlosigkeit nah waren. Um das eigene Offensivspiel zu steigern, nahmen diese zeitweilig sogar den Schlussmann vom Feld. Mit der Folge, dass Timm Schneider in der ersten und Michael Müller sowie Haenen im zweiten Abschnitt jeweils aus der eigenen Hälfte ins verwaiste Tor trafen. Da verwundert es nicht, wenn ein Holländer schon einmal begeistert die Arme ausbreitet und zum Jubelflug ansetzt.

„Genau so hatten wir uns das heute vorgestellt“, sagte Danner zufrieden. Der Kreisläufer fügte hinzu: „Wir haben jetzt unser Minimalziel erreicht. Mir ist egal, gegen wen wir nun spielen müssen.“ Als Gegner im Viertelfinale Ende April (siehe Hintergrund) kommen nur zwei Kontrahenten in Betracht: St. Raphael (Frankreich) und Tatabanya (Ungarn). Das Final Four findet am 21./22. Mai in Göppingen statt.

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