Handballer erwarten Tabellennachbarn

MT Melsungen gegen Berlin: Kampf um Europa nimmt Fahrt auf

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Jubel nach dem Hinspiel: Die Melsunger (von links) Simon Birkefeldt, Felix Danner, Philipp Müller und Michael Allendorf bejubeln den 26:24-Sieg im Fuchsbau. 

Bis zum Saisonabschluss sind es noch 87 Tage. Für die MT Melsungen bedeutet das: noch elf Spiele. Und vor allem: Noch elfmal Gelegenheit, Punkte für einen internationalen Startplatz zu sammeln.

Heute geht es direkt mit einem Schlüsselspiel los. Ab 19 Uhr trifft Melsungen als Tabellensechster in der bereits ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle auf den Fünftplatzierten, die Füchse aus Berlin. Ein Duell, in dem mehrere Geschichten stecken.

Der Kampf um Europa: Mindestens fünf deutsche Teams dürfen in der kommenden Spielzeit in einem europäischen Wettbewerb starten – (nur noch) zwei in der Champions League, drei im EHF-Cup. Der fünfte Rang wäre ein sicherer Startplatz. In der vergangenen Saison war auch die TSV Hannover-Burgdorf im Europapokal vertreten – weil sie im Pokalfinale den bereits für die Königsklasse qualifizierten Rhein-Neckar Löwen unterlagen.

„Für beide Mannschaften ist der Ansporn besonders groß, das Duell in Kassel zu gewinnen“, unterstreicht MT-Manager Axel Geerken. Nur sehr theoretische Chancen auf eine Teilnahme im EHF-Pokal hat das Team, das am Abend des 9. Juni Rang sechs erreicht.

Die personellen Nöte: Beide Klubs sind in dieser Serie nicht vom Verletzungspech verschont geblieben – immer neue Ausfälle. Jetzt hoffen die Melsunger, dass die angeschlagenen Michael Allendorf und Timm Schneider gegen Berlin punktuell helfen können. Yves Kunkel sollte nach überstandener Erkältung wieder dabei sein. „Wir benötigen mehr Spieler, die unseren Auftritt positiv beeinflussen“, betont MT-Trainer Heiko Grimm. Dabei setzt er darauf, dass Kapitän Finn Lemke seinen anhaltenden Schulterproblemen trotzt und die Abwehr zusammenhält. Mehr noch, dass sich Nebojsa Simic und Johan Sjöstrand zu einer starken Torwartleistung aufschwingen sowie immenser Druck aus dem rechten Rückraum kommt. Dort präsentierten sich die Linkshänder Michael Müller und Simon Birkefeldt nach der WM-Pause vor allem wechselhaft. „Wir brauchen Mut und Begeisterung“, ergänzt Grimm.

Bei den Berlinern ist der Einsatz von Nationalspieler Fabian Wiede (Handgelenksprobleme) fraglich. „Wenn Fabi Wiede fehlen würde, wäre dies nicht gerade schlecht für uns“, erklärt Michael Müller vielsagend. Klar, der Halbrechte besticht nicht nur in der deutschen Nationalmannschaft durch eine große Übersicht. Schon bei der 24:26-Niederlage der Füchse im Hinspiel musste Wiede passen.

Das war 2012: Silvio Heinevetter (links) und Michael Müller bei einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft. 

Das Wiedersehen: Vielleicht hilft Routinier Müller die Erinnerung an die Anfänge seiner Profi-Laufbahn. Seinen ersten Bundesliga-Treffer warf der mittlerweile 34-Jährige für den TV Großwallstadt am 23. Dezember 2006 bei der 27:28-Niederlage gegen den SC Magdeburg. Damals im Kasten des Gegners? Genau: Silvio Heinevetter – nun schon seit vielen Jahren die Berliner Nummer eins. „Von Rechtsaußen“, wie Müller rückblickend berichtet, schlug das Leder oben ein.

Ihre Wege kreuzten sich danach noch sehr oft. Zumal sie über viele Jahre Kollegen in der Nationalmannschaft waren. Nachdem Müller im Sommer 2013 zur MT gewechselt war, traf er zum Pflichtspieldebüt auch auf Heinevetter. Mit sechs Toren führte sich der Halbrechte bei seinem neuen Klub hervorragend ein und führte die Mannschaft zum 28:23-Heimsieg. Ob er Silvio Heinevetter heute wieder überlisten kann?

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